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Comic-Besprechung - The King

Geschichten:
Autor & Zeichner: Rich Koslowski, Kolorist: Adam Wallenta

Story:
Als der abgehalfterte Reporter Paul Erfurt im Jahr 2005 nach Las Vegas geschickt wird, um eine Story über einen äußerst erfolgreichen Elvis-Imitator zu schreiben, erwartet er nichts Besonderes. Aber der „King“, wie sich der stets mit einem goldenen Helm getarnte Entertainer nennt, löst nicht nur Begeisterungsstürme wie einst Elvis aus, er behauptet auch noch der wahre Elvis Presley zu sein. Bei seinen nachfolgenden Recherchen wird Erfurt immer tiefer in die bizarre Welt des charismatischen und mysteriösen Mannes und seiner Gefolgschaft hineingezogen.

Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Rich Koslowski konnte bisher drei Eisner-Nominierungen und einen Ignatz-Award verbuchen - und wenn man sich sein jüngstes Werk so anschaut, weiß man warum. Der Mann ist ein Könner, der sich darauf versteht, das Comic-Medium zu nutzen um eine spannende, atmosphärisch dichte Geschichte zu erzählen. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen verzichtet Koslowski dabei weitgehend auf grafische Spielereien und Experimente. Um Spannung aufzubauen hat er keine wilden und überzogenen Actionsequenzen nötig. Wie gesagt: Rich Koslowski ist ein Könner, der sein Metier beherrscht. Trotz zahlreicher Dialoge und ruhiger Szenen fällt er nie in die „Talking Heads“-Falle, sondern bietet immer genug Schauwert, um den Comicleser bei Laune zu halten und die schöne Zweifarbkolorierung erzeugt durchgehend eine zur Story passende, kühle und etwas düstere Atmosphäre - und das bei einer Geschichte, die in der Wüstenstadt Vegas spielt! Gezielt eingesetzte Bilderwiederholungen, unterschiedliche Körperhaltungen und die Mimik der Figuren genügen hier völlig, um die gewünschten Emotionen bei der Leserschaft auszulösen. So reicht ein Blick aus den Gangstervisagen der Mitglieder der „neuen Memphis-Mafia“, wie sich die Anhänger des King nennen, vollkommen aus, um ein Gefühl der Bedrohung zu erzeugen und den Leser um die Sicherheit der Hauptfigur fürchten zu lassen.
 
Koslowski hat sichtlich Spaß daran, archetypische, leicht groteske Figuren zu zeichnen, die direkt aus klassischen Hollywood-Filmen entsprungen sein könnten. Obwohl die Geschichte in der Gegenwart spielt, liest sie sich ein wenig wie eine Dashiell Hammett-Story aus den 1930ern - im positiven Sinne. Dies mag daran liegen, dass ihr Autor gekonnt viele erzählerische Stilmittel des Film Noir einsetzt um ein faszinierendes Krimi-Puzzle aufzubauen. Doch wie auch bei den Detektiv-Filmen der „schwarzen Serie“ geht es nicht wirklich um die Lösung dieses Puzzles, sondern um die Figuren und ihre Konflikte. In „The King“ wird der zynische Journalist Erfurt, stellvertretend für den Leser, konfrontiert mit Mythen, Religion, Heilsbringern und dem Widerstreit zwischen Glaube und Fakten. Das alles ist aber so gekonnt mit Krimi-Elementen garniert und in unaufdringlichen, aber effektvollen Zeichnungen erzählt, dass man zu keiner Zeit das Gefühl hat, ein Lehrstück zu lesen, sondern eher wie Paul Erfurt lange Zeit (äußerst gut unterhalten) im Dunkeln tappt. Die Auflösung, wenn man sie denn überhaupt so nennen kann, mag nach all dem Spannungsaufbau auf den ersten Blick etwas enttäuschend sein, aber fügt sich letztendlich doch konsequent in die Story ein. Was der Leser aus dieser Geschichte macht, muss er selbst entscheiden – alles andere würde ihrem Anspruch auch nicht gerecht werden.

Für Elvis-Fans gibt es natürlich noch einen zusätzlichen Bonus in Form dutzender Zitate und Details aus dem Leben des Ausnahme-Sängers. Aber man muss beileibe kein Anhänger des King sein, um an dieser Graphic Novel seine Freude zu haben.


Fazit:
Gekonnt umgesetzter Lesestoff – für Freunde mysteriöser Noir-Krimis, Liebhaber handwerklich perfekter Comicgeschichten und für Elvis-Fans sowieso!

The King - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The King

Autor der Besprechung:
Andreas Völlinger

Verlag:
Edition 52

Preis:
€ 17

ISBN 10:
3935229593

ISBN 13:
978-3935229593

226 Seiten

The King bei Comic Combo Leipzig online bestellen
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Rezension vom: 04.06.2008
Kategorie: One Shots
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