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Comic-Besprechung - Royal 17 1

Geschichten:
Royal 17 + Club Papillon + Mermo geht ihren Weg
Autor, Zeichner, Tusche: Kayono

Story:
Von klein auf wird Rumina Hanaki darauf vorbereitet, eines Tages den Familienkonzern zu leiten. Der Tagesablauf ist streng reglementiert und erlaubt dem jungen Mädchen keinerlei Freiraum. In Folge bricht sie immer wieder aus ihrem goldenen Käfig aus, denn sie möchte wie jede Siebzehnjährige wenigstens ab und zu Spaß haben.
Als sie wieder einmal überstürzt das Haus verlässt, um ihrem langweiligen Verlobten ein Schnippchen zu schlagen, vergisst sie ihre Geldbörse und kann das Menü im Schnellimbiss nicht bezahlen. Ein attraktiver junger Mann hilft ihr aus der Patsche. Allerdings verlangt er eine Gegenleistung. Obwohl sie sich über diese Dreistigkeit furchtbar ärgert, kann Rumina den feurigen Kuss nicht vergessen.
Es kommt aber noch dicker: Ihre Eltern haben einen neuen Aufpasser engagiert, und bei diesem handelt es sich ausgerechnet um den neuen Bekannten, der sich als Allen Kazami vorstellt. Vor der Familie wahrt er den Schein, und nur Rumina kennt sein wahres Wesen. So sehr sie sich auch bemüht, ihn abzuschütteln, es will ihr nicht gelingen. Stattdessen manövriert sie sich immer wieder in Schwierigkeiten und ist auf seine Hilfe angewiesen - und der Preis steigt. Allerdings erliegt Rumina mehr und mehr seinem Charme…


Meinung:
Die Manga-Leserinnen werden älter, und die Verlage müssen Serien ins Programm nehmen, welche die sich ändernden Ansprüche berücksichtigen. Dies gilt auch für Love-Storys: Wenn die Protagonisten bloß Händchen halten und die Geschichte nach dem ersten Kuss zu Ende ist, reizt der Titel das Publikum ab 16 nicht sonderlich. Man hat Derartiges schon oft genug gelesen - nun will man mehr sehen.
Serien, die sexuelle Handlungen zwischen Jugendlichen nicht ausklammern, finden schon seit geraumer Weile ihre Käufer. "Galism", "Kaikan Phrase" usw. befassen sich auf humorige Weise mit dem Thema oder verklären den Akt in romantischen Bildern, die nicht zu drastisch sind und nur den nackten weiblichen Körper zeigen. Neu hinzugekommen sind vor kurzem Serien, die noch einen Schritt weiter gehen und Dominanz und Unterwerfung ins Spiel bringen, darunter "Gib mir Liebe", "Honey x Honey Drops" - und jetzt auch "Royal 17".
Im Mittelpunkt dieser sehr viel mehr auf Sex ausgelegten Reihen steht immer ein junges Mädchen, das das Pech hat, an einen Jungen zu geraten, der etwas gegen sie in der Hand hat. Auf diese Weise verhindert er, dass sie bei Dritten Hilfe sucht. Durch Zuckerbrot und Peitsche macht er sie sich gefügig; er kann sehr nett und im nächsten Moment völlig skrupellos sein. Dieses Wechselbad der Gefühle verwirrt die Protagonistin, sie fühlt sich gleichermaßen angezogen und abgestoßen. Natürlich ist der Junge ein erfahrener Liebhaber, der genau weiß, wie er seine Auserwählte berühren muss, damit sie sich ihm hingibt, sanfte Gewalt inklusive.
Bedenklich an Geschichten dieser Art ist, dass sie ein völlig falsches Frauenbild schaffen. Es wird vermittelt, dass Mädchen und Frauen stets Ja meinen, wenn sie Nein sagen, und man sie zu ihrem Glück zwingen muss. Ein paar Küsse und die Hand im Slip genügen, dass jede dahin schmilzt und bereitwillig die Beine breit macht. Frauen wollen unterworfen werden, und je mehr man sie erniedrigt und bedrängt, umso mehr himmeln sie ihren Super-Macker an.
Ob Jugendliche in diesem Alter bereits zwischen Fiktion und Realität, zwischen harmlosen Rollenspielen und echter Nötigung bzw. Vergewaltigung unterscheiden können, sei dahin gestellt. Natürlich wollen diese Serien bloß unterhalten, doch sind hier die Verlage in der Pflicht, dass durch Fußnoten oder einen Anhang deutlich gemacht wird, dass keine Frau den Wunsch verspürt, genötigt und gedemütigt zu werden, und dass die geschilderten Verhaltensweisen nicht die Regel sind, manches sogar strafrechtlich verfolgt werden kann
Die Grenzen von dem, was erlaubt oder tolerierbar ist, bis hin zu fragwürdigen oder verwerflichen Inhalten ist fließend. Da die Mangas, die hier erscheinen, in erster Linie an junge Leser adressiert sind, wäre es wünschenswert, würden die Verlage ihre Bücher einer sinnvollen Selbstkontrolle unterziehen. Statt Texte ‚weich zu spülen', damit man den Titel schon an Zwölfjährige verkaufen kann ("Saiyuki"), sollte man besser aufklärende Anhänge hinzufügen und die Altersfreigaben genauer nehmen (US-"Loveless").
Die beiden Sidestories, die der Band außerdem bietet, haben mit der Serienhandlung nichts zu tun, greifen aber ähnliche Themen auf. In "Papillon" findet ein Designer sein neues Top-Model in einer Disco und lässt sie bis nach der Premiere seiner Kollektion im Unklaren, ob er ihre Gefühle erwidert. Ein Schiffbrüchiger bekommt in "Mermo geht ihren Weg" seinen größten Wunsch erfüllt, wortwörtlich.
Die Zeichnungen sind recht hübsch, die Figuren wirken jedoch schon zu puppenhaft und übertrieben gestylt, mehr noch als in Serien wie "Snow Drop" oder "Peach Girl". Das und auch der Hintergrund der Hauptfiguren weisen auf eine Traumwelt hin, die nicht erreicht werden kann, die unwirklich ist - aber werden die entsprechenden Elemente von der Leserschaft korrekt interpretiert?


Fazit:
"Royal 17" wendet sich an Leserinnen ab 16 Jahren, die Liebesgeschichten mögen, die nicht mit dem Kuss enden, sondern beginnen. Man sollte jedoch Lese-Erfahrung mitbringen, denn das hier gezeichnete Frauenbild ist sehr fragwürdig, und das Publikum muss reif genug sein, um zwischen Fiktion und Realität unterscheiden zu können.


Royal 17 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Royal 17 1

Autor der Besprechung:
Irene Salzmann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 6,00

ISBN 13:
978-3-551-75271-0

186 Seiten

Positiv aufgefallen
  • ansprechende Zeichnungen - wenn man puppenhaft hübsche Charaktere mag
  • wendet sich an ältere Leserinnen, die mehr als schüchterne Küsse sehen wollen
Negativ aufgefallen
  • fragwürdiges Frauenbild
  • Verharmlosung von Nötigung und Erniedrigung
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 19.04.2008
Kategorie: Royal 17
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