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Comic-Besprechung - Yoko Tsuno – Die deutschen Abenteuer

Geschichten:
Die Orgel des Teufels
Zwischen Leben und Tod
Wotans Feuer

Autor und Zeichner: Roger Leloup

Story:
Yoko Tsuno ist eine Elektronik-Expertin und zusammen mit ihren Freunden Vic und Knut deckt sie immer wieder Machenschaften auf, die durchaus die Welt erschüttern könnten. In den deutschen Abenteuern ist sie in Orten wie der Burg Eltz, Rothenburg ob der Tauber oder der Loreley unterwegs. Carlsen hat sich entschieden die Bände 2, 7 und 14 der ursprünglichen Serie zusammenzufassen. Sie sind chronologisch angeordnet und zu Recht mit dem Titel „Die deutschen Abenteuer“ überschrieben.

Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Sehr viel klassischer, als Yoko Tsuno könnte ein Abenteuercomic im frankobelgischen Stil fast schon nicht mehr sein. 1970 geboren und erstmals im Spirou-Magazin veröffentlicht hatte Roger Leloup nach jahrelanger Arbeit für andere Autoren endlich seine Heldin gefunden, die einem Entwurf entstammt, den Peyo einst ablehnte, aber Leloup dazu ermutigte diesen Entwurf weiter zu verfolgen. Und Leloup hat gut daran getan, genau dies zu machen. Selbst ein Roman erschien 2001 und krönt damit eine Serie, die nun auch in Deutschland endlich in einem würdigen Rahmen erscheint. Mit den deutschen Abenteuern ist der erste Band einer Werkausgabe vorgelegt worden.

Yoko Tsuno ist ein wenig ein weiblicher James Bond und deckt nicht nur Verbrechen, sondern auch einfach nur Geheimnisse auf. Und das wird schon in diesem Band klar. Während „Die Orgel des Teufels“ noch recht klassisch daher kommt, ist „Zwischen Leben und Tod“ durchaus schon ein Thriller, der mit Mystery-Elementen angereichert ist. Und „Wotans Feuer“ geht schon in den Bereich des Fantastischen, auch wenn sich die Serie dabei immer treu bleibt. Leloup kann sicher vorgeworfen werden, dass Yoko Tsuno selbst durchaus einem Stereotyp entspricht, denn als Japanerin ist sie natürlich eine Elektronik-Expertin, ist doch Japan 1970 gerade dabei den westlichen Elektronikern das Fürchten zu lehren. Aber darüber sieht man sehr gerne hinweg.

Faszinierend ist in diesen Bänden sicher, dass Yoko Tsuno auf deutschem Boden unterwegs ist und Leloup hat dabei eines ganz sicher richtig gemacht: Er hat Orte gewählt, die zeitlos erscheinen und es wohl auch sind. Reist man heute an Orte wie Rothenburg Ob Der Tauber, oder zur Burg Eltz, dann wird man sie immer noch genauso vorfinden, wie sie im Comic erscheinen. Wer weiß, vielleicht wäre es einmal eine interessante Sache für ein Reiseunternehmen, die Orte in einem Ausflug zusammenzufassen und Fans der Serie somit zu Pilgern zu machen. Man würde erstaunt sein, wie genau Leloup sich der Vorbilder bedient hat. Das zeigt auch das Bonusmaterial, das Zeichnungen echten Bildern gegenüber setzt. Das ist umso erstaunlicher, als dass Yoko Tsuno kein realistischer Comic mit realistisch gezeichneten Charakteren ist, sondern hier einiges an Abstraktheit im Vordergrund steht. Leloup hätte sicher auch die Orte, an denen er seine Geschichten spielen ließ, aus seiner Fantasie erschaffen können, aber hat sich dagegen entschieden.

Rein von den Geschichten her wird man Leloup sicher verzeihen müssen, dass diesen Realismus und einiges an Logik abgeht. Dies wird insbesondere bei „Zwischen Leben und Tod“ klar, denn einiges was hier an Technik gezeigt wird, war zu dem entscheidenden Zeitpunkt, der Ausgang der Geschichte war, noch nicht erfunden, oder zumindest nicht verfügbar. Aber seis drum. Man wird ja wohl auch kaum bei James Bond nach Realismus und der Logik fragen, sondern sich einfach nur an der spannenden Geschichte erfreuen, die einem aufgetischt wird. Und das ist mit Sicherheit auch hier der Fall.

Carlsen hat mit Sicherheit sehr viel Arbeit in die „Special Features“ des Bandes gesteckt und so kann man sich an sehr vielen Zusatzinformationen erfreuen, die das Lesevergnügen mit Sicherheit erheblich steigern werden. Man hätte die Infos vielleicht eher am Ende des Bandes platzieren sollen, denn sie nehmen auch etwas von den Geschichten vorweg. Daher wird es ein guter Ratschlag sein, dies alles erst nach dem Genuss der drei Geschichten zu lesen.

Fazit:
Yoko Tsuno ist für jeden, der gute Abenteuergeschichten mag, eine absolute Empfehlung. Selbst gut 30 Jahre nach ihrer Entstehung sind die hier enthaltenen Geschichten immer noch so frisch wie einst. Und Leloup kann durch viele geschickte Wendungen und Kniffe, sowie einen unglaublichen Realismus bei seinen Settings jeden erfreuen. Wer klassische frankobelgische Abenteuer mag, der muss einfach zugreifen. Sicher ist Yoko Tsuno ein Klassiker. Die redaktionelle Aufarbeitung von Carlsen tut ihr Übriges hieraus etwas Besonderes zu machen.

Yoko Tsuno – Die deutschen Abenteuer - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Yoko Tsuno – Die deutschen Abenteuer

Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 29,90

ISBN 13:
978-3-551-02176-2

176 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Tolle und spannende Geschichten
  • Tolle Charaktere
  • Fantastische Zeichnungen
  • Wundervolle redaktionelle Aufmachung
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(22 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 07.01.2008
Kategorie: Yoko Tsuno
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