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Comic-Besprechung - Aya 1

Geschichten:
Aya de Yopougon 1
Autor: Marguerite Abouet, Zeichner: Clément Oubrerie

Story:
Die Elfenbeinküste ist ein Land der lebenslustigen jungen Mädchen, die abends gerne ausgehen. Es ist ein Land von starken Kontrasten zwischen reich und nicht wohlhabend. Und es ist ein Land, in dem Mädchen wie Aya, die Ärztin werden will, nicht viele Möglichkeiten haben. Viele heiraten jung, nur wenige schaffen den sozialen Aufstieg. "Aya" bringt dem Leser die Schicksale näher und zeigt, dass Afrika trotz aller Meldungen nicht nur das Land der Hungernden ist...

Meinung:
Anna Gavalda findet in ihrem Vorwort deutliche Worte. Sie bezeichnet unser Bild von Afrika als grundlegend falsch. Sicher gibt es Armut und Hunger, aber sie schreibt, dass es daneben noch ein Leben gibt. Und das ist natürlich richtig. Doch das Bild, das dieser Comic vermittelt, zeigt auch, dass es so krasse soziale Unterschiede gibt, dass junge Mädchen wie Aya, die von einem anderen Leben träumt, kaum eine Chance haben an einen Aufstieg zu denken. Autorin Marguerite Abouet entwirft ein Bild von einem sehr schwierigen Leben, in dem die Mädchen gefangen sind und aus dem sie auszubrechen versuchen, in dem sie abends auch gegen den Willen der eigenen Eltern ausgehen. Sie zeigt aber auch, wie problematisch deren Umgang mit der eigenen Sexualität ist, wie schlecht informiert sie offensichtlich sind. Denn Ayas Freundin wird schwanger und kommt dadurch in einen Teufelskreis, aus dem es nur ein Entrinnen gibt: Die frühe Hochzeit.

Marguerite Abouet gibt sich alle Mühe trotz allem eine lockere Geschichte zu erzählen. Es ist ihre Leichtigkeit der Erzählung, die das erdrückende Thema erträglicher macht. Einige der Situationen, in die sie ihre Heldinnen laufen lässt, sind durchaus lustig und geben Anlass zu einem Lächeln. Wichtig ist aber vor allen Dingen, dass Abouet nie den Zeigefinger erhebt und Missstände deutlich anprangert. Sie erzählt sie mit einer hohen Neutralität, zeigt die Probleme, ohne sie zu kommentieren und überlässt es dem Leser sich ein abschließendes Bild zu machen. Das ist sehr positiv zu sehen, sind doch die meisten Bilder, die man in den Medien von Afrika sieht, wenig neutral.

Es gibt allerdings einen grossen Kritikpunkt: Der Comic heißt Aya und eigentlich sollte man erwarten können, dass der Leser deren Schicksal auch wirklich mit verfolgen kann. Aber hier wird man eher enttäuscht. Aya ist zwar eine der Hauptpersonen in diesem Comic, ihr Schicksal bleibt aber weitestgehend im Hintergrund, während das ihrer Freundinnen die Oberhand gewinnt. Dabei hätte der Leser doch sicher gerne erfahren, was nun aus Aya wird, ob sie ihren Traum verwirklichen kann. Ob Abouet hier auf eine Fortsetzung spekuliert hat, ist schwer zu sagen. es mindert aber insgesamt die Bewertung dieses Comics. Man hätte es eher "Adjoua" nennen müssen, ist sie doch die wahr "Heldin" des Comics.

Die Zeichnungen von Clément Oubrerie sind schwer einzuordnen. Sie geben freilich die Elfenbeinküste in lebendigen Bildern wieder, aber sie sind auch so stark stilisiert, dass sie auf den einen oder anderen Leser abstossend wirken können. Die Schwarzen erinnern ein wenig zu sehr an Karikaturen, da wäre ein realistischer Stil mit Sicherheit die bessere Wahl gewesen.

Insgesamt ist dieser Comic aber dennoch gehobene Qualität. Die Geschichte ist gut erzählt und auf jeden Fall auch spannend. Sie ist auch gut aufgebaut und es gibt einen Spannungsbogen, der den Leser bei der Stange hält und es kaum möglich macht das Buch aus der Hand zu legen.

Fazit:
Aya ist ein spannender Comic, der Einblick in ein Land bietet, das man sonst nur aus den Nachrichten kennt - und das seit 2002 nicht gerade mit positiven Eindrücken, da Bürgerkrieg herrscht. Es gibt ein, zwei Schwächen, die Zeichnungen hätten passender sein können, aber insgesamt sollte man einmal reinschauen.

Aya 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Aya 1

Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 14,90

ISBN 10:
3-551-73711-8

ISBN 13:
978-3-551-73711-3

96 Seiten

Aya 1 bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Sehr gute Geschichte
  • Ein tiefer Einblick in die Welt der Elfenbeinküste
Negativ aufgefallen
  • Die Zeichnungen passen nicht ganz
  • Die Hauptfigur taucht zu wenig auf
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 23.10.2006
Kategorie: Aya
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