Comic-Besprechung - Schwarze Gedanken
Geschichten:
Autor: Franquin, Zeichner: Franquin
Story:
Kurze zynische schwarz-weiße
Geschichten, in denen Andre Franquin seine Meinung über Jäger,
Militärs, Umweltverschmutzer , Pelzliebhaberinnen und Querfeldeinreiter seine
Meinung zum Ausdruck bringt.
Meinung:
Franquin ist sicherlich neben Hergé der
wichtigste stilprägende Comic-Zeichner Europas. Er wurde 1924 in Brüssel
geboren. Nachdem er zuvor die Académie St.-Luc besucht hatte, begann er im
Alter von 23 Jahren die Titelseite für das belgische Magazin »Spirou« zu
zeichnen. Franquin wurde mit seinen Comicserien „Spirou und
Fantasio“, „Gaston“ und natürlich dem Marsupilami bekannt. Seinen Serien ist
eines gemeinsam – der Humor. Doch es gibt auch den anderen Franquin.
Von Depressionen geplagt zeichnete er ab 1977 die Reihe „Schwarze
Gedanken“. Sie erschienen in der Magazin-Beilage „Trombone Illustré“ die er zusammen
mit Yvan Delporte produzierte. Diese nur kurze Zeit erscheinende Beilage trug
wesentlich zur Entwicklung der modernen europäischen Comics für Erwachsene bei.
Nach dem Ende der „Trombone Illustré“
(Oktober 1977) erschienen die „Schwarzen Gedanken“ bis Ende 1982 im Magazin
"Fluide Glacial".
Der Titel „Schwarze
Gedanken“ ist Programm. Erstaunlicherweise
sind die kurzen Geschichten mit ihren Themen auch bald 30 Jahre später noch hochaktuell.
Atomkraft, Kürzungen im Gesundheitswesen, kriegslüsterne Militärs oder brutaler
Pferdesport - die Themen sind (leider) zeitlos. Wer schwarzen Humor und
detailreiche Comics mag, dem sei diese Sammlung von zynischen, kleinen
Geschichten wärmstens empfohlen.
Eigentlich sollte man froh sein, dass ein
solches Meisterwerk erhalten bleibt. Ich weiß nicht, wie viele – deutsche -
Ausgaben es bisher gegeben hat. Meine ist von 1986 aus dem Alpha Comic Verlag.
Überraschenderweise ist der Preis seit dieser Zeit nicht linear angestiegen.
Damals kosteten die „Schwarzen Gedanken“ DM 14,80. So sind die 10,00 € nicht
wirklich übertrieben.
Fazit:
Schwarze Gedanken, schwarzer Humor
unvergleichlich in Szene gesetzt.
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