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Comic-Besprechung - 80 Jahre Marvel: Die 1990er - Die Mutanten-X-Plosion

Geschichten:
80 Jahre Marvel - Die 1990er: Die Mutanten-X-Plosion
Autor: Alan Davis, Larry Hama, Peter David, Fabian Nicieza, Scott Lobdell, Jeph Loeb, Joe Kelly, Joe Casey, Zeichner: Alan Davis, Marc Silvestri, Joe Quesada, Richard Bennett, Chris Bachalo, Steve Skroce, Joe Madureira, Adam Pollina, Ed McGuiness, Jose Ladrönn, Inker: Mark Former, Dan Green, Al Milgrom, Mark Buckingham, Bud LaRosa, Tim Townsend, Mark Morales, Juan Vlasco, Bob Wiacek, Scott Hanna, Nathan Massengill, Norman Lee, Colorist: Glynis Oliver, Steve Buccellato, Marie Javins, Joe Rosas, Mike Thomas, Chris Lichtner, Gloria Vasquez, Electric Crayon, Digital Chameleon, Malibu


Story:
Neben den X-Men haben sich einige andere Gruppierungen herausgebildet welche andere Aufgaben übernehmen. So ist die Gruppe Excalibur in Englabd absässig und bekommt es mit außerirdischen Kopfgeldjägern zu tun. Wolverine ist auf der Suche nach seiner Vergangenheit. Die Mitglieder von X-Factor begeben sich auf die Psychiater-Couch. Die X-Men bekämpfen den Legacy-Virus. Generation X haben es mit einer Geiselnahme in einer Schule zu tun. X-Man Nate Grey landet auf einer ihm unbekannten Welt. Psylocke kämpft gegen Sabretooth und die X-Force gegen SHIELD. Deadpool wird vom Taskmaster herausgefordert während Cable einer Journalistin von seiner Vergangenheit erzählt.

Meinung:
Wie mittlerweile bekannt sein dürfte, werden in der Hardcoverserie 80 Jahre Marvel repräsentative Stories aus dem jeweiligen Jahrzehnt veröffentlicht. Das sind nicht nur wegweisende Geschichten wie etwa die Debüts berühmter Helden, sondern vielmehr Beiträge welche den Geist des Jahrzehnts atmen.

Was für die Redaktion wohl schwierig zu planen ist. Denn was war prägend? Welche Serien und vor allem: welche Geschichten soll man abdrucken? Man muss die Masse sichten und die einzelnen Hefte müssen auch ohne Vorwissen für die Leserinnen und Leser verständlich sein. Bei dem Band über die 1990er dürfte die Planung verhältnismäßig leicht gewesen sein und die Auswahl der Storys ist hier besonders gut gelungen. Zum einen boomte in den 1990er Jahren der Heftchenmarkt, was sich später als eine Blase entpuppte, aber so konnte man anhand der Verkaufszahlen gut beurteilen was prägend war. Allerdings führte das nicht nur in Deutschland zu einem enormen Anstieg der Heftreihen. Zum anderen gehörte das Jahrzehnt allerdings den X-Men. Die Serie entpuppte sich als Verkaufsschlager (obwohl es sie schon seit den 1960ern gab) und brach einige Rekorde an den Kassen. Dieser Erfolg führte dazu, dass einige Ableger, Soloserien und Spin-Offs auf den Markt gebracht worden waren. Es ist also folgerichtig das sich der aktuelle Band von 80 Jahre Marvel auf die X-Men und deren ausufernden Kosmos konzentriert.

Apropos ausufernd: neben dem Heftchenboom und damit verbunden vielen Variantcovern, was letztlich zu der Blase führte, war noch etwas anderes für die 1990er Jahre prägend. Nämlich der Zeichenstil der heute nur noch peinlich  anmutet. Der weht hier durch die Seiten und ist manchmal zum fremdschämen. Er ist geprägt durch einen Hang zum Übertreiben was manchmal ironisch gemeint sein kann, was hier aber nicht der Fall ist. Die Charaktere besitzen so stark ausgeprägte  Muskeln das man sich fragt wie sie noch laufen können. Die Frauen werden fast ausschließlich durch broken back Posen dargestellt, so dass der Hintern und der Busen prominent herausgestellt werden. Angesichts der Wespentaillen fragt man sich wie sie die großen Busen aushalten können und nicht nach vorne kippen. Zudem sind alle waffenstarrend, was angesichts der Mutantenkräfte eigentlich überflüssig ist. Warum etwa Wolverine sich mit Granaten ausstattet, obwohl er seine Krallen hat, bleibt ein Rätsel. Und die Bösen fletschen die Zähne, geifern und  verspritzen Speichel das man sich in den optischen Klischees der 1930er Jahre wiederzufinden meint. Es ist peinlich. Aber die Zeichnungen besitzen auch eine hohe Dynamik und ein Wille zum Experiment. So wird das Panelsystem oft aufgebrochen, die Bildausschnitte sind ungewöhnlich, es wird mit dem Seitenaufbau gespielt, jeder Platz für einen Detailreichtum genutzt. Das wiegt anderes wieder auf. Aber beides ist stilprägend gewesen und so sind hier gute Beispiele sowohl für das Negative als auch für das Positive gefunden worden.

Die hier ausgewählten Geschichten überraschen aber vom inhaltlichen her. Es gibt hier keine große Action, sondern es stehen die Charaktere und das Drama im Mittelpunkt. Was geschickt ist, denn gerade bei den X-Men ziehen sich die Storylines oft über mehrere Hefte und so ist die Auswahl gelungen. Allerdings besitzen sie auch die für Marvel typische Geschwätzigkeit. Aber das hat hier auch den Vorteil, dass man kein Vorwissen benötigt da alles in den Dialogen und Monologen erklärt wird. All das macht den Band nicht nur für X-Men Fans empfehlenswert oder für Sammler, sondern für alle die mal in etwas Repräsentatives für die 1990er aus den USA  reinschauen wollen.


Fazit:
Eine gute Auswahl von Geschichten welche wirklich den Geist des Jahrzehnts atmen. Sowohl im Positiven als auch im Negativen. Überraschenderweise überwiegen in den Storys weniger die Action, sondern die charakterliche Dramatik.


80 Jahre Marvel: Die 1990er - Die Mutanten-X-Plosion - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

80 Jahre Marvel: Die 1990er - Die Mutanten-X-Plosion

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 26

ISBN 10:
3741613460

ISBN 13:
978-3741613463

240 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Storyauswahl
  • Charaktere im Mittelpunkt
  • Spiel mit Panel- und Seitenaufbau
  • Band atmet Geist des Jahrzehnts
Negativ aufgefallen
  • Zeichenstil mit Übertreibungen
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Rezension vom: 08.12.2019
Kategorie: Hefte
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