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Comic-Besprechung - Victor Hugo im Exil

Geschichten:
Victor Hugo im Exil
Autor: Esther Gil, Zeichner / Colorist: Laurent Paturaud


Story:
Der berühmte französische Schriftsteller Victor Hugo ist aufgrund seines politischen Engagements ins Exil gegangen. 1853 lässt er eine Seance abhalten da er hofft mit seiner geliebten Tochter Leopoldine in Kontakt treten zu können, die zehn Jahre zuvor bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Der Geist tritt tatsächlich auf und das was er sagt, lässt den Verdacht aufkeimen das es damals kein Unfall war. Obwohl er sich dadurch in Gefahr begibt, reist Hugo nach Frankreich, um den Tod seiner Tochter aufzuklären.

Meinung:
Bei der Graphic Novel Victor Hugo im Exil fallen vor allem erst einmal die wunderschönen Zeichnungen auf. Das Laurant Paturand schöne Frauen zeichnen kann, hatte er schon in der Serie Sukkubus bewiesen. Und auch wenn sie hier wieder gerade die männliche Leserschaft in Verzückung versetzen dürften, darf man Paturands Kunst nicht auf die weibliche Anatomie beschränken. Damit täte man ihm sehr Unrecht, denn viele Panel wirken wie Gemälde und können die unterschiedlichsten Settings überzeugend einfangen. Dort die zerklüftete Küstenlandschaft einer Kanalinsel, hier das ländliche Frankreich, dort die Armenviertel von Paris und dort die luxuriösen Salons. Alle Bilder sind sehr stimmungsvoll und die Farben auffallend zurückhaltend. So treffen sie einerseits durchaus den Glanz oder das Elend des Settings, andererseits passen sie aber zu der melancholischen Grundstimmung, so dass hier niemals etwas in den Kitsch abzurutschen droht. Man möchte in diese Bilder eintauchen und gerade auch die Skizzen und Bilder im Anhang lohnen sich an die Wände gehängt zu werden. Das ist wohl auch einem Einfluss romantischer Künstler wie Caspar David Friedrich geschuldet der hier ein um das andere Mal zitiert wird. Zumindest  zeitlich passt dass, denn Friedrich starb 1840 und die hier erzählte Story spielt 1853.

Dabei ist die Story zwar übersichtlich aber von der Konzeption her nicht sonderlich greifbar. Die Szenaristin Esther Gil will recht viel. Die eigentliche Handlung ist dabei schnell erzählt. Der im Exil lebende berühmte Schriftsteller Victor Hugo trauert um seine verunglückte Tochter. Zehn Jahre nach deren Tod macht er sich auf eine Spurensuche, da er daran zweifelt, dass es sich wirklich um einen Unglücksfall handelt. Dabei ist die Reise nach Frankreich für ihn gefährlich da er politisch verfolgt wird und sich den Kaiser Napoleon III zum Feind gemacht hat. Der Band ist keine Biografie von Victor Hugo, denn der Rahmen des zeitlichen Erzählens ist begrenzt und betrifft nur einige Wochen in Hugos Leben. Aber es gibt immer wieder Verweise auf dessen Biografie und einige der hier geschilderten Personen und Ereignisse haben existiert. Andererseits ist die, dezente, Krimihandlung fiktiv. Vielmehr ist der Band ein Portrait, eine Charakterstudie die auch abseits von den Literaturwissenschaften interessant sein dürfte. Vor allem da hier auch ein Sittengemälde geschaffen wird, angereichert mit einem kleinen Krimi und einer Grundspannung da Hugo eigentlich stetig in Gefahr schwebt. Zudem gibt es viele Anspielungen auf Les Miserables und Leserinnen und Leser welche das Meisterwerk kennen, dürften hier einige Figuren und Szenen erkennen. Alles zusammen ist durchaus interessant ohne allzu sehr zu einer literaturwissenschaftlichen Spielerei zu werden bei der möglichst viele Zitate und Verweise einfließen sollen. Andererseits fällt die Story auch wenig spektakulär aus, ist aber von einem wohltuenden ruhigen Tonfall und lebt sehr von der Stimmung. Interessant und auf jeden Fall einen Blick wert.


Fazit:
Eine interessanter Band, der zwar etwas zu viel will, aber vor allem durch die Zeichnungen zu betören vermag.


Victor Hugo im Exil - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Victor Hugo im Exil

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 22

ISBN 10:
3962193006

ISBN 13:
978-3962193003

120 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • Farbgebung
  • Settings und Atmosphäre
  • interessanter Einblick in Person
Negativ aufgefallen
  • Story will etwas zu viel und verweigert Genre
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 28.09.2019
Kategorie: Alben
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