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Comic-Besprechung - Xerxes

Geschichten:
Xerxes (Xerxes: The Fall of the House of Darius and the Rise of Alexander 1-5)
Autor / Zeichner: Frank Miller, Colorist: Alex Sinclair


Story:
490 v. Chr. kann ein erster Vorstoß der Perser bei Marathon durch die athenischen Streitkräfte zurückgeschlagen werden. Doch nur eine List kann den Hauptangriff abwehren. Dabei fällt der Großkönig der Perser. Sein Sohn Xerxes schwört den Griechen blutige Rache. Doch ein junger Mann namens Alexander rüstet auf, um dem persischen Imperium den Todesstoß zu versetzen.


Meinung:
Frank Miller kehrt mit Xerxes zurück in sein historisches und archaisches Setting welches er in dem modernen Klassiker 300 entworfen hat. Diesmal startet er mit der Schlacht von Marathon und dem anschließenden größeren Angriff von Dareios auf Athen. Was natürlich mit dem Titel des Bandes erstmal nichts zu tun hat und den Leser etwas verwirrt. Aber dann geht es in der Tat um Xerxes. Aber nur teilweise, denn Frank Miller will auch den Aufstieg Alexander des Großen behandeln, der aber nicht gegen Xerxes gekämpft hat, sondern gegen den persischen Großkönig Dareios (wobei es sich um einen anderen König des gleichen Namens handelt als derjenige welcher die Graphic Novel eröffnet). So wird hier ziemlich schnell ein ziemlicher großer historischer Zeitraum abgehandelt.

Zeichnerisch ist hier nichts zu beanstanden. Obwohl manche karikaturhafte Übertreibungen vor allem bei der Gestaltung einiger Nasen die überdimensioniert sind, etwas irritieren. Auch sind in der zweiten Hälfte des Bandes manche One-Liner im Verbund mit expliziter Gewalt und Soundwörter die auch ach so lustig sein wollen ziemlich unangebracht und rücken das Geschehen in die Richtung der Gewaltverherrlichung da das Töten ja ach so cool ist und man neben dem Abschlachten von Persern auch noch Alltagsdinge besprechen kann. Das verursacht ein leichtes Brummeln im Bauch und belegt eine Tendenz bei Frank Miller die in den letzten Jahren schon öfter kritisiert worden ist. Ansonsten sind die Zeichnungen mit den starken Schattenkontrasten sehr gelungen und auch die Farbgebung ist hervorragend. Die diesmal übrigens nicht von Millers Ehefrau Lynn Varley stammt, sondern von Alex Sinclair.

Leider sucht man hier vergebens eine Story. So bleibt auch ziemlich unklar, was Miller eigentlich will. Will er einfach nur stumpf an einen seiner größten Erfolge anknüpfen? Denn von einer richtigen Dramaturgie kann man hier nicht sprechen, da drei verschiedene persische Herrscher und drei verschiedene griechische Antagonisten im Zentrum stehen. Die Tendenz geht aber dahin, dass die antiken Athener als Verteidiger der Zivilisation gelten, was im Umkehrschluss impliziert dass die Perser unzivilisiert seien, was sie historisch gesehen absolut nicht waren, die Demokratie gegen den Totalitarismus verteidigt wird, was dann historisch gesehen verbietet Alexander den Großen als Beispiel zu nehmen der sehr autoritär und als Gottkönig regierte, und im Grunde wieder symbolhaft auf den culture clash zwischen dem Westen, also den USA, und dem Nahen Osten hinweist. Was alles in eine bedenkliche Richtung rutschen lässt, ohne dass es wirklich explizit wird.

Aber kann man den Band auch ohne solche Hintergedanken lesen und sich einfach berieseln lassen? Bedingt. Es gibt unnötige Zeitsprünge sowie einige verwirrende unklare Aspekte wie etwa die Tatsache ob Xerxes ermordet worden sei oder nicht und wie er gegenüber dem Volk Israel agierte. Hier geht wieder eine leichte Tendenz in Richtung Antisemitismus. Wenn Miller behauptet das Xerxes das Volk nicht vertrieben hätte, so nimmt er dem jüdischen Glauben einen der höchsten Feiertage und attackiert damit die Religion. Aber Miller hält sich immer wieder zurück. Er macht einen Schritt in eine rassistische, antisemitische und gewaltverherrlichende Richtung, weicht aber gleichzeitig zurück, um möglichst keine Angriffsfläche zu bieten. So bleibt ein ziemlich schaler Geschmack zurück und eine große Wehmut nach den Zeiten als Miller zu den besten Zeichnern und Autoren der USA zählte. Aber die sind wohl vorbei. Jedenfalls sollte man durchaus mal in den Band hineinschauen. Vor allem wenn es einem um die Zeichnungen geht.


Fazit:
Zwiespältig. Zeichnerisch ist kaum etwas zu beanstanden. Aber die reaktionären Tendenzen und leichte Anflüge von Gewaltverherrlichung und Antisemitismus bereiten Bauchschmerzen. Vor allem weil man vergeblich nach einer Story sucht.


Xerxes - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Xerxes

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 30

ISBN 10:
3959816995

ISBN 13:
978-3959816991

112 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • Farbgebung
Negativ aufgefallen
  • keine Story zu finden
  • Tendenzen zur Gewaltverherrlichung
  • Anflüge von Antisemitismus
  • reaktionärer Subtext
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Rezension vom: 14.05.2019
Kategorie: Hefte
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