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Comic-Besprechung - Guerillas 4

Geschichten:
Guerillas 4
Autor / Zeichner: Brahm Revel


Story:
Nach dem Tod von Goblin wollen die verbliebenen Schimpansen nicht mehr kämpfen, sondern in dem vietnamesischen Dschungel eine neue Heimat errichten. Doch der Abschied von dem versprengten Soldaten Clayton ist nur kurz. Denn der junge G.I. gerät in die Gefangenschaft des Vietcong und die Affen müssen wieder zu den Waffen greifen. Zudem hat der brutale Pavian Adolf, ebenso ein Ergebnis der Experimente des Wissenschaftlers Heisler wie die Schimpansen, deren Spur gefunden. Er führt den amerikanischen Suchtrupp direkt in eine Falle und eine große Schlacht beginnt.


Meinung:
Mit dem vierten Band liegt nun das Finale der Serie Guerillas vor. Dabei war man doch recht überrascht, dass die, zugegeben, sehr gute Grundidee mehr Stoff geboten hat als für einen Einzelband. Zur Erinnerung: es geht um eine Gruppe von Schimpansen die für einen Kriegseinsatz trainiert wurden und nun im Vietnamkrieg hinter den feindlichen Linien kämpfen und dort einen versprengten menschlichen Soldaten unter ihren Schutz nehmen. Dabei werden sie von ihrem wissenschaftlichen Schöpfer gejagt der ein Platoon von Soldaten anführt. Die Handlung ist also eigentlich recht überschaubar, aber man hat nie den Eindruck, dass sich die Serie unnötig aufgebläht hätte. Insofern kommt das Ende nun auch zu einem guten Zeitpunkt. Nämlich bevor sich die Idee totläuft.

Wie es sich für einen Abschluss gehört, jedenfalls wenn er seinen Namen wirklich verdienen will, werden bislang lose Stränge in der Handlung verknüpft und bestehende Konflikte aufgelöst. Man darf da dann natürlich keine ausgefeilte Dramaturgie mehr erwarten. Schließlich sollen hier nicht noch mehr Fässer aufgemacht, sondern zugekorkt und in das Regal gestellt werden. Eine ausgefeilte Dramaturgie ist hier nicht mehr nötig. Auch wenn man zugeben muss, dass die Serie bislang auch keine besaß. Aber das ist der einzige Mangel und die Stärken der Serie kann man hier noch einmal begutachten: eine gute Grundidee die nicht totgeritten wird, interessante Figuren und Action. Sowie ein kleiner philosophischer Unterbau über die Entmenschlichung von Soldaten damit sie in der Lage sind, überhaupt einen Krieg zu führen. Das ist natürlich nicht neu und wurde besonders eindringlich in dem Film Full Metal Jacket von Stanley Kubrick geschildert. Autor und Zeichner Brahm Revel nimmt diese Entmenschlichung aber wörtlich und schildert Tiere als Soldaten und bringt es in einem dramatischen Appell am Ende noch einmal deutlich zur Sprache.

Dieser hätte leicht lächerlich werden können, wenn der menschliche Held versucht, die Schimpansen zu retten, indem er die Soldatenehre anspricht und das sie den menschlichen G.I.s doch so ähnlich sind. Aber es ist ein gelungener Kniff, dass Revel es verstanden hat, die Sympathien der Leserschaft mehr auf der Seite der Affen zu belassen als bei den Menschen. Schließlich hatten die Affen keine Wahl. Sie wurden gegen ihren Willen konditioniert und zu Soldaten gemacht. Womit sie mit den menschlichen Soldaten gleichgestellt sind. Denn auch die hatten keine Wahl und wurden konditioniert, um als Waffe zu funktionieren. Das führt zu einigen bitteren aber auch ironischen Szenen wenn in der großen Endschlacht Mensch und Affe zusammen kämpfen und sich die Grenze zwischen ihnen aufhebt und man sich gegenseitig nur noch  als Soldat sieht.

Vor allem ist es auch lobenswert das die Bösen nicht einfach nur böse sind, sondern einen tragischen Hintergrund haben. Sie sind böse, weil die Erziehung sie so machte und alles was sie tun, tun sie durch eine Gefallsucht gegenüber ihren Vater, bzw. gegenüber ihrer Vaterfigur. Hier sieht man ebenso Parallelen wie bei den Helden. Der Wissenschaftler will sich gegenüber seinen Übervater beweisen und seine Schöpfung, der Pavian Adolf, will sich gegenüber seiner Vaterfigur, dem Menschen, beweisen und beide wollen den Respekt ihrer Väter und deren Liebe gewinnen.

Trotz all dieser Aspekte überwiegt aber die Action und die ist besonders spannend ausgefallen, da man mit den Charakteren mitfiebert. Der fahrige, kantige Strich ist da auch sehr passend gewählt, da er die Zerbrechlichkeit der Grenzen, Gattungsübergreifend und psychisch, betont. Aber auch besonders dynamisch wirkt und so die Action gut verdeutlichen kann. Auch wenn man manchmal etwas den Überblick zu verlieren droht, da sich manche Protagonisten doch zu ähnlich sind. Aber abgesehen von diesem kleinen Aspekt liegt hier ein hervorragender Band einer gelungenen Serie vor.


Fazit:
Im Abschluss der Serie werden noch einmal alle Stärken vorgeführt: eine spannende Grundidee, faszinierende Charaktere und Action. Dabei wird auf eine schematische Grund-Böse-Charakteristik verzichtet und der Showdown wird umso dramatischer.


Guerillas 4 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Guerillas 4

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
All Verlag

Preis:
€ 15,80

ISBN 10:
3946522483

ISBN 13:
978-3946522485

240 Seiten

Positiv aufgefallen
  • dynamische Zeichnungen
  • interessante Charaktere
  • auch Schurken haben tragischen Hintergrund
  • philosophischer Subtext
Negativ aufgefallen
  • manche Gesichter verwechselbar
  • keine ausgefeilte Dramaturgie
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Rezension vom: 13.04.2019
Kategorie: Alben
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