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Comic-Besprechung - Arale

Geschichten:
Arale
Autor: Tristan Roulot, Zeichner: Denis Rodier, Colorist: Bruno Tatti, Clémentine Guivarc`h


Story:
1934. Der erste Weltkrieg ist nie zu Ende gegangen und das russische Zarenreich kämpft an vielen Fronten. Der Zar wird dabei von dem Mönch Rasputin unterstützt der mit eine Gruppe von Schwarzmagiern das Reich insgeheim lenkt. Als der Zar bei einem Attentat schwer verletzt wird, wird der Kriegsheld Kyril Noskov anhand einer Maschine in das Unterbewusstsein des Zaren versetzt. Seine Mission: den Zaren aufzuwecken. Doch dabei entdeckt er mehr Geheimnisse als ihm lieb ist. Währenddessen entdeckt Kyrils Frau eine Verschwörung deren Aufdeckung das Regime stürzen könnte.


Meinung:
Der Comic Arale hat nicht nur einen merkwürdigen Titel, sondern ist insofern konsequent, da diese Merkwürdigkeit sich komplett durch die in sich abgeschlossene Erzählung zieht. Arale ist eigentlich ein Vorname für Mädchen welcher aus der Schweiz stammt, aber eine Frau mit dem Namen taucht in dem Comic gar nicht auf. Vielleicht beziehen sich die Macher ja auf die Manga-Serie Dr. Slump in der die Heldin ebenso heißt und ein Roboter ist. Es wäre arg hergeholt, aber Roboter tauchen hier immerhin auf. So am Rande. Deutlich wird das alles nicht. Stattdessen wird ein unterbewusstes Reich hier so genannt, eine Traumlandschaft zu der man Zugang bekommt durch eine Maschine. Wenn man nun den Titel recherchiert, wird man also auch nicht schlauer, sondern nimmt es einfach mal so hin.

Was wieder prägend für den ganzen Band ist. Auch wenn die Geschichte in einem Band schon beendet wird, so hat sie doch noch mehr Potential. Es ist eine Mischung aus Steampunk, den damit verbundenen Science-Fiction-Elementen und einer alternativen Version der bekannten Historie, sowie einige Fantasyeinsprengsel. Viel mehr noch ist es aber eine kleine Reise durch das kollektive Unterbewusste der Russen. Dabei wäre es hier gerade interessant gewesen wenn die Geschichte von russischen Autoren und nicht von französischen erzählt worden wäre, da hier so der Verdacht aufkommt, das nur Klischees und bekannte Mythen aufgewärmt werden die gerade bei den westlichen Leserinnen und Lesern das Bild Russlands vor der Oktoberrevolution 1917 prägen. Andererseits sind diese Bilder im Westen durchaus bekannter und spielen mit den Mythen und Legenden. So tritt hier etwa der charismatische Mönch Rasputin auf, die Geschehnisse im Ersten Weltkrieg, die Hexe Baba Yaga welche in russischen Märchen oft eine  zentrale Rolle spielt, die Oktoberrevolution und die sozialen Ursachen dafür, die Ermordung der Zarenfamilie und der Mythos das mindestens ein Mitglied der Romanovs überlebt habe, ein Terrorregime was im Laufe der russischen Geschichte viel zu oft vorzufinden war und letztlich ein hoher Blutzoll der immer schon die Geschichte Russlands geprägt hat. Hier wird sehr deutlich gemacht, dass die komplette Jugend eines Landes für ein Ideal geopfert wird und ihr Blut nur die Herrschenden am Leben hält.

Es ist ein düsteres Bild was hier geschildert wird. Dabei wird eindeutig eine politische Sympathie für den Sozialismus deutlich gemacht in dem die überholten Strukturen des Zarenreiches verdeutlicht werden und die letzte Seite symbolisch für einen möglichen Neuanfang, die Wiederholung der Revolution, steht. Überhaupt Symbolik: im Grunde ist hier alles symbolisch, was die Erzählung an sich etwas konfus werden lässt und die Spannung weniger aus der Dramaturgie erwächst, sondern in dem zurechtfinden und wie man als Leser wieder erneut mit einer Volte überrascht wird.

Was den Band aber durchaus faszinierend macht sind die Zeichnungen die sehr fantasievoll sind und sich richtig austoben können und sehr gerne in surrealistische Gefilde eintauchen. Das wird noch durch eine sehr gute Farbgebung unterstützt. Das wertet die Geschichte deutlich auf, aber vielleicht hätte man der Story auch etwas mehr Raum geben sollen und dementsprechend mehr und tiefer die vielfältigen Aussagen verarbeiten können. So ist Arale vom Beginn bis zum Ende ziemlich merkwürdig und ein Spiel mit Mythen und Legenden, aber gerade wegen der konfusen Mischung und dem Surrealen auch durchaus faszinierend.


Fazit:
Ein etwas merkwürdiger Band der verschiedene Genres mischt und auch oft in surreale Gefilde abtaucht. Was ihn auch wieder sehr faszinierend macht. Die permanente Symbolik und das Spiel mit russischen Legenden, Mythen und der Geschichte des Landes setzt Vorwissen voraus.


Arale - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Arale

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 15,80

ISBN 10:
3962191917

ISBN 13:
978-3962191917

61 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • Spiel mit Mythen und Legenden
  • surreal
  • Farbgebung
Negativ aufgefallen
  • konfuse Story
  • man hätte mehr Raum benötigt
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Rezension vom: 04.02.2019
Kategorie: Alben
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