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Comic-Besprechung - SHERLOCK FRANKENSTEIN UND DIE LEGION DES TEUFELS

Geschichten:
Autor: Jeff Lemire, Zeichner: David Ruben

Story:
Lucy Weber ist eine engagierte und selbstbewusste junge Frau. Sie ist eine frischgebackene Journalistin und gerade auf der Suche nach der ersten großen Story. Vor allem aber ist sie auf der Suche nach einer ganz persönlichen Geschichte, denn sie ist auch die Tochter von Joseph Weber alias Black Hammer. Und so entspinnt sich eine Schnitzeljagd an deren Ende die große Nemesis zu warten scheint: Sherlock Frankenstein, der unweigerlich mit der Lösung des Rätsels um das Verschwinden der Superhelden und Lucys Vater in Verbindung steht. Oder doch nicht?

Meinung:
Da  ist er wieder, der Tausendsassa der aktuellen amerikanischen Comiczunft und haut in seinem eigenen Superheldenuniversum erneut eine Perle von einem Comic heraus: Jeff Lemire! Es macht derzeit den Eindruck als ob alles, was der Kanadier anfasst, mindestens zu Silber wird, wenn nicht sogar zu Gold. Egal, ob er sich SciFi-Stoffen annimmt (Descender), über Familienthemen (Essex County, Der Unterwasserschweißer) oder Horror (Animal Man, Gideon Falls) schreibt, es wird mindestens ein Erfolg, mitunter sogar ein moderner Klassiker. Und genau so verhält es sich bei Black Hammer.
Einige sind der Meinung, dass es im Vergleich zu Alan Moores Watchmen ein schwacher Abgesang auf die Superhelden ist, das Niveau des Klassikers bei weitem nicht erreicht wird. Und so verkennen sie, dass Lemire gar keinen Abgesang, keine Dekonstruktion vornehmen will. Er geht das Gegenteil an. Seine Comicreihe ist ein Lobgesang, eine Liebeerklärung an das Superheldengenre. Seine Figuren sind nicht gebrochen und wenden definieren sich durch fatale Entscheidungen und Depressionen. Ja, sie haben eine schwere Zeit hinter sich und wandeln auch mal am Abgrund, nur aber um sich doch für das Richtige zu entscheiden. Freundschaft, Liebe, Hilfsbereitschaft und Aufopferung sind die großen Themen in Black Hammer, ähnlich wie bei Lemires Vorbildern, nur eben noch etwas menschlicher und nicht unbedingt überhöht.
Und so sind seine Hefte gespickt mit Anspielungen auf das Superheldengenre. Und genau das trifft auch auf SHERLOCK FRANKENSTEIN UND DIE LEGION DES TEUFELS zu. Mag die Geschichte vordergründig eine Detektivgeschichte sein, die die Suche einer Tochter nach ihrem Vater und dessen Superheldenkollegen zum Inhalt hat, so nutzen Lemire und sein kongenialer Partner David Rubín den Comic dazu, Anspielungen en Masse auf den aufmerksamen Leser einprasseln zu lassen. Seien es Einflüsse von Lovecrafts Cthulhu-Mythos der mit Brainiac aus dem Superman-Kosmos vermengt wird, eine Version von Hawkman auftritt oder diverse andere Verweise, wie zum Beispiel das Sanatorium für Forensische Psychiatrie eine Anspielung auf DCs Arkham Asylum ist. Es würde den Rahmen dieser Rezension sprengen alle Verweise aufzählen und unter anderem auch den Spaß am Entdecken schmälern. Kurz gesagt, ist das ganz große Comicunterhaltung, was Lemire hier an Ideen abfeuert. Und es wäre mit Sicherheit nur halb so toll, wäre da nicht David Rubin, der die Vorgaben von seinem Autor kongenial umzusetzen weiß.
Seine Zeichnungen strotzen vor Details an den richtigen Stellen. Er ist ein Meister darin, die Waage zu halten zwischen vielen Details und notwendigen Aussparungen. So kommt ein Drive, ein Lesefluss in die Geschichte, der einfach großartig ist und den Leser ein ums andere Mal mit offenem Mund da sitzen lässt.
Inhaltlich ist der Band allen Lesern zu empfehlen, die Spaß an Superheldencomics haben, die typisch untypisch daher kommen. Die Geschichte lässt sich durchaus für sich lesen, dennoch sei darauf hingewiesen, dass der wahre Spaß erst in Verbindung mit der BLACK HAMMER-Hauptserie aufkommt, leitet doch das Ende dieses Spin-Off-Bandes direkt zu dem in 2019 erscheinenden 3. Band der Hauptreihe über und spielt sich die Vorgeschichte des Bandes gewissermaßen in den 2 bisherigen Bänden der Hauptserie ab.

Noch ein paar Anmerkungen zur Veröffentlichung durch den SPLITTER Verlag. Man ließ diesem tollen Comic auch wieder eine tolle Verarbeitung zukommen: Toller haptischer Einband im verlagstypischen Hardcover, dickes Papier, das kein Durchscheinen zulässt – ein wichtiger Punkt bei den farbenfrohen Seiten – und über 25 Seiten Bonusmaterial. Dazu eine flüssige und gelungene Übersetzung. Leider haben sich, wie in letzter Zeit häufiger bei den SPLITTER-Publikationen, einige Rechtschreibfehler eingeschlichen, die den Lesegenuss etwas schmälern. Hier wäre für die Zukunft ein besseres Lektorat wünschenswert. Dennoch ist dieser Band allen Fans des Superheldengenres ans Herz zu legen und erhält eine klare Kaufempfehlung.


Fazit:
Mit SHERLOCK FRANKENSTEIN UND DIE LEGION DES TEUFELS legt SPLITTER das erste Spin-Off aus Jeff Lemires Black Hammer-Universum vor. Und wie auch die Hauptserie ist dieser Band ein Volltreffer. Wird inhaltlich eigentlich nur eine kleine Detektivgeschichte erzählt, die ohnehin in die große Hauptserie mündet, sind es die Anspielungen und Reminiszenzen, die den Band so außergewöhnlich machen. Darüber hinaus hat Lemire in David Rubín einen kongenialen Partner für die grafische Umsetzung seiner Einfälle gefunden. Und letztlich lässt sich die Geschichte sogar alleine lesen, ohne dass man die 2 Vorgängerbände kennen muss, wenngleich es viel mehr Spaß macht, den Band im Kontext zu lesen. Auch an der haptischen Qualität des Bandes gibt es wieder wenig zu meckern – einzig das Lektorat ließ zu wünschen übrig und offenbarte einige Rechtschreibfehler, die den Lesegenuss ein wenig schmälerten. Dennoch ist für den Band eine klare Kaufempfehlung angebracht.

SHERLOCK FRANKENSTEIN UND DIE LEGION DES TEUFELS - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

SHERLOCK FRANKENSTEIN UND DIE LEGION DES TEUFELS

Autor der Besprechung:
Martin Ebert

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 19,80

ISBN 13:
9783962190835

152 Seiten

Positiv aufgefallen
  • kleine Detektivgeschichte, die doch ganz groß wird
  • trotz Superheldentehematik zutiefst menschliche Charaktere, die
  • nicht überhöht sind, sondern mit Ecken und Kanten geerdet daher kommen
  • fantastische grafische Umsetzung
  • tolles und reichhaltiges Bonusmaterial und haptische Verarbeitung
Negativ aufgefallen
  • Lektorat mit einigen Rechtschreibfehler
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Rezension vom: 19.01.2019
Kategorie: Alben
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