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Comic-Besprechung - Hit-Girl 1: Hit-Girl in Kolumbien

Geschichten:
Hit-Girl 1: Hit-Girl in Kolumbien (Hit-Girl 1-4)
Autor: Mark Millar, Zeichner: Ricardo Lopez Ortiz, Colorist: Sunny Gho


Story:
Mindy McCready wurde von ihrem Vater zur kostümierten Killermaschine Hit-Girl ausgebildet, um das Verbrechen zu bekämpfen. Nachdem Dave sein Kostüm als Kick-Ass aufgegeben hat und sein Ersatz keine Lust mehr darauf hat, Verbrecher zu jagen, reist Mindy nach Kolumbien. Eine trauernde Mutter hat sie gebeten unter den dortigen Gangs aufzuräumen. Hit-Girl macht sich einen ansässigen Killer gefügig und zwingt ihn, ihr zu helfen. Doch kann sie ihm trauen?


Meinung:
Mit dem Band Hit-Girl in Kolumbien startet eine neue Soloserie der bekannten, beliebten aber auch berüchtigten Heldin aus dem Kick-Ass-Universum. Zwar bekam Hit-Girl schon einen One-Shot im Sinne einer kleinen Mini-Serie und war einer der wichtigsten Charaktere in dem Sinne was Mark Millar mit seiner Serie Kick-Ass vorhatte, nämlich den Einfluss von Superheldencomics zu untersuchen und wie sie sich in einer realen Welt niederschlagen würden.

Nun bekommt also Mindy eine eigene Serie in der die 12jährige Killerin rund um die Welt reist, um dort Verbrecher zu bekämpfen. Die fehlende Logik dahinter muss man erstmal schlucken, denn das Konzept hält einem Realitätscheck nicht stand. Ohne Pass, ohne Begleitung eines Erwachsenen mit dessen schriftlicher Erlaubnis, ohne Geld, etc. fragt man sich wie sie das in dem zarten Alter von zwölf bewerkstelligen soll und wie sie dann ihr Waffenarsenal aufstockt und die Kontakte knüpft die sie braucht. Gut, letzteres wird kurz angerissen: sie wird übers Internet von einer trauernden Mutter nach Kolumbien eingeladen, um dort aufzuräumen und die Waffen stiehlt sie einem hiesigen Schwarzmarkthändler. Gut, gekauft, den Rest ignoriert man, da man weiß was man an Mark Millar hat und will sich nicht durch kleinliche Nörgelei das Lesevergnügen schmälern.

So gibt es hier auch ein Actionfeuerwerk wenn die kleine Hit-Girl mit ihrem neuen Partner, der sich ihr widerwillig und nur durch Zwang anschließt, sich in bester Punisher-Manier durch ganze Horden von Gangmitgliedern pflügt und es kaum eine Seite gibt in der nicht mindestens einer stirbt oder auf den Tod Bezug genommen wird. Dieser Krawall ist noch das Beste an dem Comic, der ansonsten keinerlei Substanz besitzt. Mark Millar beleuchtet kaum die Charaktere und gewinnt dem bekannten, nämlich der Heldin, keine neuen Facetten ab. Alle sind nur Schablonen, die trauernde Witwe und der kolumbianische Killer sind nur Staffage und entwickeln kein Profil und sind dementsprechend austauschbar. Auch gibt es hier kein Spiel mit popkulturellen Mustern wie es Mark Millar ansonsten ganz gerne macht. Nur die Comicversessenheit der Heldin und die Vorliebe für Batman kommen hier mal zur Sprache. Man gewinnt den Eindruck das Millar hier nichts eingefallen wäre. Gut, man kann nicht immer ein hohes Niveau halten und er wollte sich vielleicht einfach mal austoben. Aber da kann man sich lieber ein anderes Buch nehmen und es wieder und wieder lesen. Auch wird mit dem Setting Kolumbien nichts gemacht und auch kein Flair des Landes genutzt. Sprich: es könnte auch in den Ghettos einer amerikanischen Großstadt spielen.

Problematischer sind aber die Zeichnungen von Ricardo Lopez Ortiz. Der deutliche Mangaeinfluss und die Tatsache, dass dessen Figuren so kantig wirken das sie schon fast kubistisch wirken, als ob sie aus geometrischen Formen zusammengesetzt wären, wie die alten Charaktere in den Anfängen der Videospiele, ist extrem gewöhnungsbedürftig. Zwar sind sie, wie es in dem redaktionellen Teil so schön heißt, „energiegeladen“, aber die Physiognomien verrutschen immer wieder. Dadurch wird der Strich mehr in einem Cartoon angesiedelt und macht in dieser Überzeichnung aber keine satirischen Überspitzungen, hier versagt die Story, sondern verniedlicht dadurch die Gewalt die hier deutlich in den Splatter geht. Wenn dort die Köpfe platzen und die Augen durch die Gegend fliegen, alles durch eine 12jährige ausgelöst wird, die in einem cartoonmäßigen Strich gezeichnet ist, so ist das gewaltverherrlichend.

Insgesamt also eine ärgerliche Sache und der bisherige Tiefpunkt von Mark Millar, da dieser Band und seine Ansätze deutlich hinter seinen Möglichkeiten bleiben. Man gibt der Reihe dennoch, vorerst, eine  Chance, da der  nächste angekündigte Band der in Kanada spielen wird, von dem Meister Eduardo Risso gezeichnet wird. Ansonsten gilt hier: Finger weg.


Fazit:
Ein Tiefpunkt in der Karriere von Mark Millar. Die Einfallslosigkeit ist erschreckend und aus dem Schauplatz Kolumbien wird kein Mehrwert gewonnen. Viel problematischer sind aber die cartoonesken Zeichnungen die hier im Zusammenhang mit der platten Geschichte gewaltverherrlichend sind.


Hit-Girl 1: Hit-Girl in Kolumbien - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Hit-Girl 1: Hit-Girl in Kolumbien

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,99

ISBN 10:
3741610216

ISBN 13:
978-3741610219

112 Seiten

Positiv aufgefallen
Negativ aufgefallen
  • platte Geschichte
  • aus dem Setting wird nichts gemacht
  • gewaltverherrlichend
  • kantige Zeichnungen
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Rezension vom: 03.01.2019
Kategorie: Kick-Ass
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