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Comic-Besprechung - Rip Kirby 1948-1950

Geschichten:
Rip Kirby Die kompletten Comicstrips 3: 1948 - 1950
Autor: Alex Raymond, Ward Greene, Zeichner: Alex Raymond


Story:
Auf der Rückreise aus London wo Rip Kirby eine reiche Erbin retten konnte, wird er gebeten einen Schmugglerring auffliegen zu lassen. Doch auch als er endlich zu Hause ankommt, wird Rip nicht zur Ruhe kommen, denn seine Freundin Honey wird von einem reichen Playboy umworben dessen Familie gegen diese Verbindung ist und auch  vor kriminellen Machenschaften nicht zurückschreckt. Aber auch Erpresser, ausgerissene Teenager und eine Kleptomanin lassen keine Ruhe aufkommen.


Meinung:
Der dritte Band der Gesamtausgabe der Tagesstrips von Rip Kirby umfasst Teile der Jahre 1948 und 1950 sowie den kompletten Jahrgang von 1949. Da aber kein begonnener Handlungsfaden wieder aufgenommen wird, ist der Band auch gut für Neueinsteiger geeignet.

Die Zeichnungen von Alex Raymond sind bar jeder Kritik. Zwar galt er vor dieser Serie schon als ein Meister des Faches, aber so elegant wie in Rip Kirby war er vorher nicht. Auch wenn einige Kritiker, laut Vorwort, meinen das er seinen Höhepunkt erst Mitte der 1950er kurz vor seinem Tod erlangt hatte, so kann man hier doch keine Schwächen entdecken. Die Eleganz springt einem natürlich sofort in die Augen was auch an dem geschilderten Milieu liegt, denn hier spielen die Geschichten oftmals in der oberen Schicht New Yorks und so gibt es schön ausgestattete Wohnungen und Frauen mit Modebewusstsein, was sich zwangsläufig in den Zeichnungen widerspiegelt. Da hätten sie dann schnell allzu glatt und steif wirken können, was aber zum Glück nicht der Fall ist. Schließlich sind sie auch sehr dynamisch mit lebendigen Schraffuren und stetig wechselnden Gesten und die Schraffuren, welche Raymond nutzt, sorgen für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Manchmal aber verfallen die weiblichen Personen in Pin-Up Posen welches zwar nett aussieht wenn sie sich dem Leser zuwenden, aber das wirkt insofern etwas gestellt da sie sich in derselben Situation von dem Gesprächspartner abwenden und somit einen theatralischen Effekt auslösen.

Das führt auch zu einer gesteigerten Melodramatik. Den Hang dazu kann man der ganzen Serie nicht absprechen. Aber das ist drei Aspekten geschuldet: zum einen natürlich der Zeit. Man muss immer im Auge behalten das die Strips Ende der 1940er Jahre entstanden sind und zum anderen auch ein breites Publikum ansprechen müssen da sie in Zeitungen erschienen und die Herzenswirrungen zielen dabei auch auf ein weibliches Publikum die irgendwie emotional abgeholt werden müssen während sich Männer wohl vorrangig für die Krimiaspekte interessierten. Drittens ist die Melodramatik auch dem geschilderten Milieu geschuldet. Da die meisten Geschichten in der gesellschaftlichen Oberklasse spielen ist ein Hardboiled-Thema mit schiesswütigen Gangstern unangebracht und wäre fremdartig.

Stattdessen hat es Kirby mehr mit Erpressern, Dieben und Entführern zu tun. Aber gerade hier gibt es einige humorvolle Einschübe wenn sich etwa Kirbys Diener in seine Briefbekannte verliebt oder die Kleptomanin sich zu rechtfertigen sucht und sie zwar ansatzweise lächerlich gemacht wird, aber doch ihre Krankheit ernst genommen wird. Das klingt nach einem Paradox, unterstreicht aber die Zwangshaftigkeit ihres Verhaltens da sie sich  des unmoralischen bewusst ist und sie wird wirklichen Gangstern gegenübergestellt. Überhaupt ist diese Episode eine der bisher besten. Nicht nur in der Mischung von Komik, Melodramatik und Action sowie Sozialkritik, sondern auch von den Zeichnungen her ein Musterbeispiel wenn ein Teil der Story während einer Modenschau spielt und so die Eleganz thematisiert wird, aber auch die Szenen im Schnee sind einfach wundervoll und stimmungsvoll.

Überhaupt gelingt es immer auch dezent Sozialkritik einzustreuen wenn etwa fatale Gerüchte eine wichtige Rolle spielen und üble Rede ganze Leben zerstören kann. Aber die ganze Geschichte um das ausgerissene Mädchen ist doch etwas, aus heutiger Sicht jedenfalls, abgeschmackt und man kann sich gut vorstellen das Alex Raymond Shirley Temple vor Augen hatte die eine solche Rolle im Kino hätte spielen können. Es ist unübersehbar das manche Aspekte veraltet sind, aber das geht schließlich jedem Klassiker so. Und wer sich an der Melodramatik nicht stört sollte auf jeden Fall zugreifen. Die schöne Aufmachung und die Seitengröße welche die Wucht eines jeden Panels zur Geltung bringt sowie der redaktionelle Anteil machen die Serie wieder zu einer gelungenen Gesamtausgabe im Bocola Verlag.


Fazit:
Zwar geht es hier etwas melodramatisch zu, aber die Spannung und der Witz sowie die anklingende Sozialkritik im Verbund mit den hervorragenden Zeichnungen machen das mehr als wett.

Rip Kirby 1948-1950 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Rip Kirby 1948-1950

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Bocola

Preis:
€ 25,90

ISBN 10:
3946842135

ISBN 13:
978-3946842132

156 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Aufmachung und Größe des Bandes
  • Zeichnungen
  • Mix aus Sozialkritik, Spannung und Humor
Negativ aufgefallen
  • teilweise sehr melodramatisch
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Rezension vom: 07.12.2018
Kategorie: Alben
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