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Comic-Besprechung - Broceliande - Der Walkd des kleinen Volkes 1: Die Quelle von Barenton

Geschichten:
Broceliande - Der Wald des kleinen Volkes 1: Die Quelle von Barenton
Autor: Olivier Peru, Zeichner: Bertrand Benoit, Colorist: Elodie Jacquemoire


Story:
In dem sagenhaften Wald von Broceliande leben viele verschiedene Fabelwesen. Doch zwei Korrigans agieren nicht  gerade harmonisch als sie den Kobold Orignace zwingen eine Geschichte zu schreiben. Doch ihm fällt nichts ein und so streift er durch den Wald, um die Inspiration zu wecken. Dort beobachtet er den Magier Merlin wie dieser um die schöne Adelstochter Viviane wirbt. Und wird in Ereignisse hineingezogen welche die Geschichte und Geschichten für immer ändern werden.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
In den letzten Jahren gab es einige Comicserien die eine thematische Gewichtung hatten, wobei alle einzelnen Alben aber für sich standen. Sie spielten im selben Setting, wurden aber nicht nur von unterschiedlichen Kreativteams gestaltet, sondern verknüpften sich inhaltlich sogar nur selten. Das betraf Elfen, Androiden und Die Meister der Inquisition sowie noch  andere Serien.

Nun startet Peru wieder eine solche Reihe mit einer thematischen Gewichtung. Mit Broceliande - Der Wald des kleinen Volkes könnte man nun eine Verknüpfung der einzelnen Alben erwarten, aber das ist noch zu früh zu sagen. Allen gemeinsam ist jedenfalls der Schauplatz: nämlich der Wald Broceliande. Aber das ist nicht irgendein Wald, sondern ein mythischer Ort der in den französischen Sagen und Mythen eine wichtige Rolle spielt, heutige Gebiete aus der Normandie und Bretagne umfasst und in dem einige mythische Gestalten umgegangen sein sollen. Oder es vielleicht heute noch tun? Es ist schon sehr geschickt diesen Ort auszuwählen. Nicht nur liegt es für französische Autoren nahe einen sagenumwobenen und mythischen Ort zu wählen der in ihrem Heimatland liegt und mit dessen Geschichten sie insofern vertraut sein dürften. Sondern durch diese Wahl entfällt auch ein grundlegendes Topoi aller Fantasy und damit ein Klischee: das der Quest. Normalerweise muss ein Held wider Willen eine Reise unternehmen, um sein Schicksal zu erfüllen, Gefahren überwinden und reift daran. Da der Wald als Handlungsort aber feststeht entfällt die Reise und die Geschichte muss anders gefüllt werden.

So ist die hier präsentierte Geschichte um Die Quelle von Barenton mehr ein Märchen denn eine Fantasygeschichte. Zwar gibt es durchaus Fabelwesen, Magie und Schurken, aber das Säbelrasseln kommt nicht vor. Eher ist es eine Liebesgeschichte und mit dem moralischen Ende hat es auch eine belehrende Funktion wie ein Märchen und bietet nicht einen reinen Eskapismus wie die typische Fantasygeschichte. Hier lernen sich der Zauberer Merlin und die schöne Adelstochter Viviane kennen und verlieben sich langsam ineinander. Oder besser: es kommt zu einigen humoristischen Aspekten da Merlin lange vergeblich um Viviane wirbt und sie mit der Magie vertraut machen wird. Merlin ist natürlich bekannt und ein Archetyp der Fantasy und der Ritterromane. Aber auch Vivane spielt später in der Artussage eine besondere Rolle auf die hier schon teilweise eingegangen wird. Wenngleich auch nur in einigen versteckten Zitaten. Jedenfalls ist es hier teilweise ein Prequel zu der Artussage und es wird geschildert wie Vivane zur Herrin des Sees wird aus dem sie später Merlin und Artus das legendäre Schwert Excalibur überreichen wird.

Aber abgesehen von diesen beiden Menschen, naja, jedenfalls teilweise, gibt es auch noch Feen, Kobolde und Korrigans wobei die Schurken hier drei menschliche Jäger sind und nicht die Fabelwesen. Und da wird es moralisch, denn die drei Brüder wissen die Natur nicht zu schätzen, sind blind gegenüber der Schönheit und des Erhabenen um sie herum, sprich der Magie, sondern sehen nur einen Ort den sie ausbeuten können und wollen, um mit Gold bezahlt zu werden. Sie sind die Kapitalisten und der ökologische Faktor spielt hier eine große Rolle, wobei auch der klassische Animismus eine Rolle spielt, also die Beseeltheit der Natur.

Aber dieser Subtext nimmt keine Überhand, da eine hohe Dynamik zwischen den Personen vorhanden ist und so die Lektüre trotz eines hohen Dialoganteils sehr witzig, actionreich, romantisch und spannend ausfällt. Zudem gibt es immer wieder  Wendungen und Überraschungen ohne dass es eines besonders ausgeklügelten Plots bedürfen würde.

Zudem erschaffen die Zeichnungen eine sehr märchenhafte Atmosphäre mit einigen Verweisen auf klassische Darstellungen von Fabelwesen so dass schon zu Beginn einiges vertraut wirkt, ohne das es einem wie eine Kopie erscheint. Zu dem Thema und dem Schauplatz passen die detailreichen Zeichnungen wunderbar und lassen die Fabelwelt lebendig werden. Eine sehr große Rolle spielt da auch die gelungene Farbgebung. Wobei die vielleicht größte Kunst sowohl in der Story als auch in der graphischen Gestaltung darin bestehen dürfte, dass der Kitsch vermieden werden konnte. Und die Bilder im Verbund mit den Dialogen machen sogar einen Off-Kommentar größtenteils überflüssig, sondern können den Erzähler inhaltlich einbinden. Wer also von den Topoi der klassischen Fantasy genug hat und mal wieder ein schönes Märchen lesen möchte ist hier genau richtig.


Fazit:
Wer genug von klischeehafter Fantasy hat, sondern mal wieder ein schönes, neues und erfrischendes Märchen lesen möchte ist hier goldrichtig. Eine charmante Story mit Verweisen, schönen Zeichnungen und traumhafter Farbgebung machen die Lektüre zu einem Genuß.


Broceliande - Der Walkd des kleinen Volkes 1: Die Quelle von Barenton - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Broceliande - Der Walkd des kleinen Volkes 1: Die Quelle von Barenton

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 14,80

ISBN 10:
9783962191573

ISBN 13:
978-3962191573

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Verweise auf bekannte Sagen
  • hohe Dynamik
  • Vermeiden von (Genre-) Klischees
  • gute Farbgebung und Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • manchmal überwiegen die Dialoge
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 25.11.2018
Kategorie: Alben
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