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Comic-Besprechung - Spirou und Fantasio Spezial 26

Geschichten:
Spirou oder: die Hoffnung – Teil 1
Text und Zeichnungen Emil Bravo: 
Farben: Fanny Benoit


Story:
Mit seinem neuen Spirou-Album setzt Emil Bravo da die erzählung vor, wo er sie bei „Porträt eines Helden als junger Tor“ beendet hatte. Seinerzeit war das Album als Band 8 der Reihe „Spirou und Fantasio Spezial“ erschienen. Die Resonanz, selbst hierzulande, auf die Geschichte war seinerzeit überwältigend. Das Abenteuer spielt im Sommer 1939, unmittelbar vor Ausbruch des 2. Weltkrieges. Spirou arbeitet als Page im Hotel Moustic in Brüssel, wo sich Spione die Türklinke in die Hand geben. Ganz Europa ist in Aufruhr und wie ein Schmelztiegel fungiert das Hotel als kleine Bühne für die großen Ereignisse der Weltpolitik. In „Spirou oder: die Hoffnung – Teil 1“ wird der Plot fortgeschrieben. Januar 1940. Das Deutsche Reich beginnt seine Nachbarn zu überfallen. Belgien beruft sich auf seine Neutralität und hofft verschont zu werden. Eine Hoffnung die trügt. Der Page Spirou und sein Freund der Reporter Fantasio versuchen alles, um in diesen unruhigen Zeiten 



Meinung:
Wie schon Band 1, so dürfte auch Band 2 auf viel positive Resonant stoßen. Denn emil Bravo gehört derzeit nicht nur zu den besten Geschichtenerzählern, sondern vor allem ist er einer der angesagtesten Zeichner, die die Comicbranche zu bieten hat. Das gilt auch – und vielleicht sogar in besonderem Maße – für den neuen Spirou-Band. Denn Bravo lässt sich Zeit beim Erzählen. Der Leser fließt mit den Helden durch die Ereignisse. Ich möchte hier den Vergleich zu alten Kinofilmen bemühen. Wer sich einen alten Film mit James Steward ansieht und ihn vergleicht mit den aktuellen Blockbustern, wird zwangsläufig feststellen, dass sich die Regisseure und Drehbuchautoren früher mehr Zeit beim Erzählen gelassen haben. Ihre Charaktere hatten mehr Tiefe und die Geschichten bauten sich langsamer auf. Bravo ist definitiv mehr James Steward, als Venom.
Sein Spirou und sein Fantasio sind reife Charaktere. Ihr Handeln ist schlüssig und durchdacht. Daraus resultiert aber nicht, dass der Plot langweiliger ist. Im Gegenteil: ihre Glaubwürdigkeit verleiht der Geschichte eine Eindringlichkeit, wie sie in der 9. Kunst selten vorkommt. Gutes Beispiel ist hierfür beispielsweise das Chaos, das ausbricht, als die deutschen in Belgien einfallen. Bravo lässt den Leser teilhaben an dem Unglauben der Menschen, an ihrer Verzweiflung und an ihrer Kraft, auch aus dieser Situation das Beste zu machen. In diesen Sequenzen entwickelt Bravo seine ganze Stärke.
Dabei ist seine Auffassung, wie eine Geschichte erzählt werden soll schlicht und lehnt sich an Herge an. Denn als Heranwachsender waren es die Klassiker der franko-belgischen Comicelite, die sein Verständnis für das Medium prägten: Goscinny, Herge, Morris, Franquin und Peyo gehörten zu seinen Favoriten. In späteren Jahren kamen noch Hugo Pratt und Yves Chaland hinzu. Vor allem seine Liebe zu Herge zeigt sich deutlich in der Art seines Erzählens. Ihm, wie seinem großen Vorbild, geht es darum, eine Geschichte voranzubringen, klar und schnörkellos. Diese Vorgehensweise bringt er auch in dem neuen Spirou-Abenteuer auf den Punkt.
Wie auch schon bei „Porträt eines Helden als junger Tor“ erfüllte sich Bravo mit dem neuen Band nicht nur den Wunsch, seiner historischen Passion zu folgen, sondern es ging ihm auch darum, seine Sicht der Geschichtsauffassung mitzuteilen. Und als großer Erzähler weiß er, dass die Historie die Menschen nicht einteilt in „schwarz“ und „weiß“. Es sind vor allem Menschen mit Fehlern, Sehnsüchten und Träumen – und da liefert Bravo die passende Geschichte zu.



Fazit:
Für Spirou-Fans ist dieser Band natürlich ein Mus. Bravo erzählt eine hinreißend gute Geschichte voller Tiefe und Emotionen. Aber auch wer mit dem Hotelpagen nichts anfangen kann, sollte zumindest einmal einen Blick in den Band werfen. Artwork un Storytelling werden ihn überzeugen. 



Spirou und Fantasio Spezial 26 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Spirou und Fantasio Spezial 26

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 14

ISBN 13:
978-3-551-77656-3

92 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Unaufgeregte, emotionale Geschichte in aufregenden Zeiten
  • Artwork
  • Tiefe Charaktere
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 30.10.2018
Kategorie: Alben
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