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Comic-Besprechung - Spirou in Berlin

Geschichten:
Text und Zeichnungen: Flix
Farben: Marvin Clifford


Story:
Wir befinden uns im Jahr 1988. Fantasio ist auf der Suche nach einer richtigen Story. Er muss unbedingt mal wieder eine Titelgeschichte schreiben. Da trifft es sich ausgezeichnet, dass Graf von Rummelsdorf eine Einladung zu einem internationalen Mykologenkongress bekommen hat. Denn der Kongress soll in Ost-Berlin stattfinden und Fantasio hofft auf eine gute Reportage von der anderen Seite der deutsch-deutschen Grenze. Aber der Graf ist nicht geneigt, in die DDR zu reisen. Als er dann doch plötzlich verschwunden ist, folgen ihm Spirou und Fantasio nach Ost-Berlin. Dort geraten sie natürlich sofort ins Visier der Staatssicherheit. Schnell finden die beiden Freunde heraus, dass der Graf sich nicht freiwillig in der Stadt aufhält, sondern entführt wurde. Bevor die beiden aber herausbekommen, was wirklich hinter der Sache steckt, werden sei noch in die Aktivitäten einer Untergrundorganisation hineingezogen.



Meinung:
Ein Raunen ging durch die deutsche Comiclandschaft, als sich die ersten Gerüchte bestätigten, dass es einen deutschen Zeichner geben wird, der ein Abenteuer von Spirou und Fantasio umsetzen soll. Das Staunen wurde nicht weniger, als klar wurde, dass es sich bei dem Künstler um den Münsteraner Flix, d.i. Felix Görmann, handelt. Der Dupuis Verlag setzt damit seine professionelle Vermarktung des Zugpferdes fort. Neben der Original-Reihe erscheint mittlerweile „Spirou Spezial“, in der sich unterschiedliche Autoren und Zeichner in überwiegend One-Shots der Figur des Pagen annehmen, „Spirou präsentiert…“, „Die Abenteuer des kleinen Spirou“ und und und. Für den begeisterten Sammler ein unerschöpfliches Betätigungsfeld – bei ausreichendem Budget. Mit der Flix-Ausgabe gibt der Verlag nun seinen ausländischen Lizenznehmern die Möglichkeit, nationale Zeichner und Autoren an einen Spirou-Plot zu setzen – natürlich in Abstimmung mit Dupuis. „Spirou in Berlin“ ist der erste deutsche Wurf hierzu.
Das Flix ein hervorragender Gagschreiber ist, hat er schon in seinen vorherigen Veröffentlichungen gezeigt. Er versteht es eine Situationskomik aufzubauen, in der die Pointe auf den Punkt genau zum Krachen kommt. Dieses Talent beweist er auch an vielen Stellen in seiner Spirou-Version. Beispielsweise wenn die beiden Helden ganz am Anfang des Bandes den Grafen von Rummelsdorf aufsuchen und aus seinem Haus der laute Schrei „Die Mauer muss weg“ ertönt. Im Folgenden wird dann ersichtlich, dass es sich um ein Gespräch zwischen dem Grafen, der an seinem Schloss diverse Renovierungs- oder Umbauarbeiten durchführen will, und einem Handwerker handelt. Der Wortwitz zieht sich durch den ganzen Band und trägt wesentlich dazu bei, dass es sich lohnt den Comic zu kaufen.
Der Plot der Geschichte ist ok, aber nicht wirklich ein Umhauer. Spirou und Fantasio wurschteln sich durch Ost-Berlin und haben es da mit Geheimpolizisten, hohen Parteifunktionären und Widerständler zu tun. Nicht sehr originell, aber unterhaltend. 
Was den Plot jedoch wieder sehr lesenswert macht, sind seine Anspielungen. „Hommage ja, peinliche Vergötterung nein“, so könnte das Motto lauten, unter dem der Comickünstler gearbeitet hat. Denn zunächst bietet der Band einen wilden Ritt durch das ausgehende Jahrzehnt und das Spirou-Universum. Da treffen die beiden Helden nicht nur zwei Mitglieder der Band „Die Ärzte“ in der U-Bahn, da ist dann beispielsweise auch noch auf der vierte Seite der Dinosuarier von Franquin – bekannt aus dem elften Band der Serie: „Ein eisgekühlter Gast taut auf“, der passenderweise in Deutschland 1986 veröffentlicht wurde. Lauter Anspielungen. In den Affenlauten („Hunga Hop Hop“) findet sich das „Huba Huba Hop Hop“ des Marsupilami wieder. Und auch Zantafio hat seinen Auftritt.
Flix gelingt es aber dennoch, das ganze Werk nicht als eine einzige Hommage-Aneinanderreihung verkommen zu lassen. Er verliert nicht den roten Faden seiner Geschichte und bleibt stets Herr im Haus der so übermächtigen Comicfiguren. 
Der Band ist hochwertig gestaltet, versucht dabei aber alles, um nicht in die gängigen französischen Spirou-Bände eingegliedert werden zu können. Dupuis scheint klar zu machen: hier der franko-belgische Spirou, da euer. So ist der Band als schickes Hardcover auf dem Markt und auch die sonst üblichen redaktionellen Seiten fehlen ebenso wie das Blau auf der Titelseite. Sei es drum, das ist Verlagspolitik und tut dem Band keinen Abbruch.



Fazit:
Ein witziger Spirou-Band aus Deutschland mit vielen lustigen Anspielungen und tollem Wortwitz. Flix erstarrt nicht vor der Tradition und aus Ehrfurcht, sondern liefert ein rasantes Album, das in der Geschichte vielleicht etwas flach ist, aber durch einen exzellenten Wortwitz überzeugt.



Spirou in Berlin - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Spirou in Berlin

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 16

ISBN 13:
978-3-551-72115-0

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Wortwitz
  • Anspielungen
  • Spirou vom deutschen Zeichner
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
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Rezension vom: 18.09.2018
Kategorie: Alben
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