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Comic-Besprechung - Die großen Seeschlachten 2

Geschichten:
Skagerrak 1916
Text und Zeichnungen: Jean-Yves Delitte
Farbe: Douchka Delitte


Story:
Der 1. Weltkrieg hatte viele Ursachen. Eine war der Wille des Deutschen Kaisers, der englischen Royal Navy ihren maritimen Führungsanspruch streitig zu machen. Dennoch dauerte es zwei Jahre, bis die Hochseeflotte des Kaiserreichs den Kampf mit der Grand Fleet der Royal Navy suchte. Erst im Frühjahr 2016 kam es im Skagerrak, einem Seegebiet zwischen Dänemark und Norwegen, zur Schlacht. Der zweite Band der Serie „Die großen Seeschlachten“ schildert detailliert und sehr authentisch, wie es zur größten Seeschlacht des 1. Weltkrieges kam. Dabei bleibt Delitte seiner Linie aus dem ersten Band treu und berichtet einerseits aus Sicht der beteiligten Entscheidungsträger vor Ort und andererseits, wo sein eigentlicher Schwerpunkt liegt, von den Schicksalen der Matrosen, Kanonieren und Heizer. Ein ausführlicher redaktioneller Teil zur Seeschlacht rundet den Band ab.



Meinung:
In einer neuen Serie widmet sich der belgische Zeichner Jean-Yves Delitte den großen historischen Seeschlachten. Von der auf 18 Bände angelegten Serie, sind im franko-belgischen Raum bisher fünf erschienen. Die Serie erscheint nicht chronologisch. Delitte, der wird im Titel des Bandes „Offizieller Marinemaler der französischen Marine“ sowie „Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste & Wissenschaften des Meeres“ genannt wird, widmet sich mit der Serie einem seiner Lieblingsthemen.
Mehr noch als im ersten Teil – wobei der Serie in Frankreich ohne Nummerierung erscheint – gelingt es Delitte bei „Skagerrak“ die Ohnmacht des Menschen gegenüber der von ihm entwickelten Tötungsmaschinerie darzustellen. Besonders deutlich wird dies in den immer wieder eingeschalteten Dialogen von Erik und Hans, die als Matrosen ihren Dienst auf einem deutschen Torpedoboot leisten. Einerseits fasziniert von den technischen Möglichkeiten, die die neuen Waffen bieten und andererseits voller Angst, dass sie aus dem Gefecht nicht lebend zurückkommen könnten. Erik, der eigentlich lieber mit Flugzeugen zu tun haben würde, macht ständig darauf aufmerksam, dass sie eigentlich im Kampf keine Chance haben, da ihre Torpedos maximal eine Reichweite von zwei Kilometern haben und die Kanonen der großen Schlachtschiffe bis zu zehn Kilometer weit schießen können.
In der Schilderung ihres Endes offenbart Delitte den ganzen Irrsinn der Schlacht. Ihrem Torpedoboot gelingt ein Treffer. Unmittelbar danach erhalten sie selber einen Volltreffer und gehen mit alle Mann unter. Ende der Schlacht für Erik und Hans. Gleichzeitig stellt der belgische Comickünstler die unverhohlene Arroganz der führenden Eliten heraus. Menschenleben spielen in ihrem Weltbild keine Rolle, wo es um Ehre und monarchischem Pflichtgefühl geht.
In diesem Zusammenhang erweist sich auch das 7-seitige Essay am Schluss des Bandes, von Delitte zusammengetragen, als sehr hilfreich. Hier hat er ein paar wesentliche Fakten zur Skargerrakschlacht zusammengefasst. Vor allem die Schiffstypen und ihre Bewaffnung stehen im Mittelpunkt. Ein weiter Punkt, der hier leider etwas untergeht, ist die Frage nach der Deutung der Schlacht: Zahlenmäßig hat die Deutsche Hochseeflotte die Seeschlacht für sich entscheiden können. Allerdings waren sie selber so stark angeschlagen, dass sie in der Abenddämmerung den Rückzug antraten und ihren sicheren Hafen in Wilhelmshaven anliefen. Sie sollte bis zum Kriegsende nicht mehr auslaufen. Dieser Sachverhalt – bereits auch in der Comicgeschichte aufgegriffen – wird nun seit über 100 Jahren diskutiert. da wäre eine etwas ausführlichere Darstellung des Streites unter Militärhistorikern sehr schön gewesen. 
Graphisch ist der Band in der Tradition der Marinemaler gehalten. Alexander Kircher oder ähnlich scheinen hier Pate gestanden zu haben. Es ist eindrucksvoll zu sehen – und da trägt definitiv auch das Überformat bei – wie Delitte das Gemetzel an Skagerrak darstellt. Immerhin bemüht er viermal eine Doppelseite, um das ganze Grauen und die ganze Zerstörung einfangen zu können.
Die Aufmachung des Bandes ist wieder vorbildlich: schönes Papier, feste Bindung und Überformat.



Fazit:
Ein Buch nicht nur für Militärhistoriker. Der Zeichenstil von Delitte macht jedes Panel zu einem Genuss. Dazu kommt seine Genauigkeit in der Darstellung der historischen Abläufe. Wobei er es nicht versäumt die Geschehnisse auf die menschlichen Einzelschicksale herunterzubrechen.



Die großen Seeschlachten 2  - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die großen Seeschlachten 2

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Finix Comics

Preis:
€ 15,80

ISBN 13:
978-3-945270-71-4

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Aufmachung
  • Authentische Erzählung
  • Detailgenauigkeit
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 17.09.2018
Kategorie: Alben
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