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Comic-Besprechung - Stups und Steppke

Geschichten:
Text und Zeichnungen: Herge

Story:
164 Geschichten liefert die als Gesamtausgabe angekündigte Edition „Stups und Steppke“. Entweder in einem stabilen schönen Schuber mit zwei Bänden oder in zwei Einzelbände. Die durchgängig 2-seitigen Gags sind alle in Farbe. So schließt sich verlegerisch der Kreis, denn nachdem Carlsen bereits zwischen 1981 und 1982 die Jungenstreiche von Herge mit nur mäßigem kommerziellem Erfolg veröffentlichte, war das Lausbubenpaar zwischenzeitlich bei Ehapa (1991 bis 1994), nicht minder erfolglos, untergekommen und ist nun wieder in Hamburg ansässig.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Die Ankündigung vom Carlsen Verlag ließ großartiges vermuten: „Bei Carlsen erscheint die Gesamtausgabe der Abenteuer von `Stups und Steppke` in zwei Bänden im Hardcover, die einzeln erhältlich sind oder zusammen im Schuber.“ Endlich hatten der Verlag bzw. die Lizenzinhaber in Belgien ein Einsehen und brachten die Stups und Steppke Geschichten vollständig heraus. Die Ernüchterung wich allerdings, als feststand, dass es sich durchweg um farbige Geschichten handelt. Damit ist klar, dass diese große Lücke im Oeuvre Herges auch mit dieser Ausgabe nicht gefüllt wird.
Zum Hintergrund: Fast auf den Tag genau ein Jahr, nachdem der belgische Ausnahmekünstler seinen „Tintin“ in die Sowjetunion schickte, erblickten in der Jugendbeilage „Le Petit Vingtieme“ zwei Lausbuben das Licht der Welt. Stups und Steppke, oder Quick und Flupke, wie sie im Original heißen, trieben seit dem 23. Januar 1930 ihr Unwesen. Bis Anfang 1940 entstanden laut Herge-Biograph Benoit Peeters etwa 310 ein- oder zweiseitige Geschichten. Bis 1935 in einer wöchentlichen Erscheinungsweise, nahmen die anderen Projekte den Zeichner so in Anspruch, dass sie ab da nur noch unregelmäßig erschienen. So sind für 1937 sechs Geschichten, für 1938 fünf, für 1939 sieben und für 1940 gar nur eine Geschichte vermerkt. Dann war Schluss mit den beiden Jungs. Bis sie 1947 vom Studio Herge für das jüngst lancierte Comicmagazin „Tintin“ wieder herausgeholt wurden. Bei dieser Wiederbelebung wurden die alten Geschichten mittels einer Kolorierung modernisiert. Die neue Ausgabe des Carlsen Verlages, wie auch die vorherigen Ausgaben versammelt nun eben die bis 1952 in dem Comicmagazin veröffentlichten Geschichten.
Zwei Dinge sind es, die das Fehlen einer echten Gesamtausgabe so schade machen. Da ist beispielsweise einerseits die politische Dimension der Geschichten. Herge nutzte vor allem in den Anfangsjahren „Stups und Steppke“, um die europäischen Faschisten, wie Adolf Hitler oder Benito Mussolini zu parodieren. Des Weiteren zeigte sich auch öfter in den Gags, dass der Zeichner durchaus in der Lage war mit dem Medium Comic und seinen Grenzen zu spielen. 
So viel zur Historie. Es ist sicherlich schade, dass es keine vollständige Gesamtausgabe ist, allerdings lohnen sich die Abenteuer von Stups und Steppke auch unvollständig. Denn die beiden sind das absolute Gegenteil von dem, was Herge so erfolgreich gemacht hat. Sie zeigen einen komplett anderen Comickünstler. Statt virtuos ausgetüftelter, hoch komplexer Geschichten, bietet sich ihm die Gelegenheit innerhalb von maximal zwei Seiten einen Gag aufzubauen. Bei „Stups und Steppke“ gibt es kein vorher und kein nachher. Nur der Moment des Witzes. Diese Übung, mit wenigen Panels eine Geschichte aufzubauen und mit einer guten Pointe anzuschließen, kam dem belgischen Zeichner auch später bei einigen Tim und Struppi-Abenteuern zu gute. Erinnert sein beispielsweise an die Sequenz mit dem Pflaster, welches Kapitän Haddock in einem Flugzeug quälte. 
Das Figurenkabinett, das bei tim schier ein unglaubliches Ausmaß hat, ist bei „Stups und Steppke“ auf ein Minimum reduziert. Neben den beiden Jungs ist es vor allem immer wieder Wachtmeister Nummer 15, der ins Rampenlicht rückt – mal als mahnender Polizist, aber immer wieder auch als verspielter Mann, der von den Jungs begonnene Streiche aufgreift und fortführt.
Die Ausgabe selber überzeugt durch eine Hochwertigkeit, wie sie den Comics angemessen erscheint. Stabile Bindung, ggf. schöner Schuber, guter Druck und haptisch ein Genuss. Was allerdings fehlt, ist ein redaktioneller Teil, der einmal mehr auf die Besonderheiten des Werkes aufmerksam macht. Das wäre gerade bei „Stups und Steppke wichtig“, damit die Serie aus dem Schatten ihres übergroßen Bruders Tim treten kann – und das hätte sie längst verdient.
Noch ein Wort zu den fehlenden Geschichten: In der oft verschmähten Herge Werkausgabe – und hier im Band 3 – gibt es immerhin vier doppelseitige schwarz-weiß Geschichten, die später von Herge nicht wieder veröffentlicht wurden.



Fazit:
Trotz inhaltlicher Schwächen und dem Fehlen von redaktionellen Seiten gebe ich eine Kaufempfehlung für die neue Stups und Steppke-Ausgabe. Denn Herges Lausbubengeschichten sind ein Klassiker in der europäischen Comicgeschichte und vor allem hierzulande leider noch völlig unterbewertet.



Stups und Steppke  - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Stups und Steppke

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 50

ISBN 13:
978-3-551-71499-2

336 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Aufmachung
  • Klassiker wieder lieferbar
Negativ aufgefallen
  • Fehlendes redaktionelles Material
  • Unvollständig
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Rezension vom: 22.09.2018
Kategorie: Alben
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