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Comic-Besprechung - Jeremiah – Integral Bd. 4

Geschichten:
Bumerang

Explosive Beute

Julius & Romea

Text und Zeichnungen: Hermann



Story:
Der 4. Band der Integral-Reihe des alten Zack-Helden Jeremiah enthält drei Geschichten. In „Bumerang“ befindet sich Jeremiah in den Hochzeitsvorbereitungen mit Lena. Dumm für das noch immer frisch verliebte Paar ist nur, dass in derselben Stadt Kurdy Malloy seine Runden dreht und dringend an seiner finanziellen Situation arbeiten muss. Dabei gerät er mitten hinein in einen lokal-politischen Machtkampf. Als Kurdy eine Falle gestellt wird, bekommt Jeremiah einen Tipp und er weiß, dass er sich entscheiden muss: Kurdy oder Lena. In „Explosive Beute“ sind die beiden Freunde wieder Seite an Seite. Lena hat für Jeremiah entschieden. Wieder frisch vereint, drücken sie allerdings weiter finanzielle Sorgen. Ein Coup in einer alten Raffinerie soll hier endlich Abhilfe verschaffen. Mit einer wild zusammengewürfelten Truppe wollen sie das Ding drehen und handelt sich dabei ein paar falsche Fünfziger ein. In „Julius & Romea“ landen Jeremiah und Kurdy als Hilfsarbeiter in der Stadt des geheimnisvollen „Präsidenten“. Während Jeremiah einem amourösen Abenteuer mit einer vernachlässigten Ehefrau nachgeht, lässt Kurdy nichts unversucht, um in diesem Stadtstaat aus der Rolle zu fallen. Dabei spielen dann noch ein bekannter Häftling, ein Liebespaar und ein schwarzer Engel mit. 



Meinung:
Zunächst einmal die gute Nachricht: es ist großartig, dass der Erko Verlag auch bei der Jeremiah Integral-Ausgabe das Erbe der Kult Editionen übernimmt. Dort waren 2012 und 2013 in der Reihe „Deluxe“ bereits die ersten drei Bände erschienen. Nun also setzt der Verlag von Ervin Rustemagic die Reihe fort. Sammler, die ein steriles Buchrückenbild mögen, werden als erstes darüber die Nase rümpfen, dass der Titelschriftzug auf dem Buchrücken genau um 180 Grad gedreht ist, gegenüber den ersten drei Bänden.
Und wo wir gleich beim Nasen rümpfen sind, denn ein solchen Fauxpas mag für den einen oder anderen sehr ärgerlich sein, stört aber insgesamt das Lesevergnügen nicht. Schade ist hingegen, dass die erläuternden Nachworte der ersten drei Bände im neuen Band komplett fehlen. Bisher hatte Volker Hamann kenntnisreich und kurzweilig in die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte von „Jeremiah“ eingeführt. Darauf müssen wir nun leider verzichten. Wer trotzdem Infos zu "Jeremiah" haben möchte, muss dann jetzt eben auf die entsprechenden Themenhefte der Reddition zurückgreifen. Dafür bleiben dem Band eine paar zusätzliche Illustrationen und die einleitenden Worte von Hermann vor jeder Geschichte erhalten. Immerhin etwas. 
Nun aber genug geärgert. Kommen wir zum wirklich angenehmen teil: der eigentlichen Comics. Denn mit den hier vorgelegten Bänden bewegt sich die Serie auf ihren künstlerischen Höhepunkt zu. Klar ist natürlich, das Hermann nicht zu den großen Erzählern gehört. Seine Plots bewegen sich irgendwo zwischen Mad Max und einem durchschnittlichen Italo-Western. Von Mad Max sind die düstere Atmosphäre und die kalte Zukunftsvision geblieben. Brutalität und Zynismus erinnern an den Spaghettiwestern.
Wobei hier und da auch mein sein Erzählkönnen aufblitzt. Beispielsweise in der Liebesgeschichte „Julius & Romea“, wo er die männliche und die weibliche Rolle vertauscht. Oder die Idee mit dem eingesperrten Stonebridge, der mit seinem Kerkerwärter die ganze Geschichte am Bildschirm verfolgen muss. 
Absolut beeindruckend ist in jedem Fall das Artwork der Geschichten. Hermann spielt mit hell-dunkel-Kontrasten und die Farben sind in der 9. Kunst einmalig. Besonders kommt dies in der Geschichte „Explosive Beute“ heraus. Ein Großteil der Geschichte spielt in einem zerstörten Fabrikgebäude. Das einfallende Licht gibt dem belgischen Künstler reichlich Gelegenheit seiner Kunst zu frönen. Für mich das absolut schönste Panel ist der Halbseiter auf S. 79. Jeremiah klettert über Rohre, Licht fällt hier und da durch geborstene Scheiben, Pflanzen erobern sich das Gebäude. Unendliche Tiefe und Atmosphäre nur in einem einzigen Bild - sicherlich auch dank der neuen digitalen Überarbeitung der Seiten. Chapeau Hermann!     



Fazit:
„Jeremiah“ gehört ohne Frage zu den Klassikern der 9. Kunst. Gut das der Erko-Verlag die Integral-Reihe endlich fortsetzt. Hoffentlich folgen die nächsten Bände in nicht zu großem Abstand. Etwas mehr redaktionelles Material, wie in den drei vorangegangenen Bänden wäre schön. Aber alles in allem bleibt es dabei: Comics mit einem Hermann in Bestform sind immer ein Genuss!


Jeremiah – Integral Bd. 4 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Jeremiah – Integral Bd. 4

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Erko-Verlag

Preis:
€ 29,95

ISBN 13:
978-961-94395-2-4

144 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Unglaubliches Artwork
  • Solide Aufmachung
  • Fortsetzung der Kult Editionen-Reihe
Negativ aufgefallen
  • Fehlender ausführlicher redaktioneller Teil
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Rezension vom: 27.08.2018
Kategorie: Alben
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