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Comic-Besprechung - Tex: Die letzte Grenze

Geschichten:
Tex: Die letzte Grenze
Autor: Claudio Nizzi, Zeichner / Colorist: Goran Parlov


Story:
Jesus Zane besitzt einen rachsüchtigen Charakter der seinen Hass auf alle Weissen auslebt und seit Jahren von der berittenen Polizei Kanadas gejagt wird. Als er wieder einmal entkommen kann und einige Mounties tötet und den Colonel schwer verletzt, ruft dieser seine alten Freunde Tex und Kit Carson zu  Hilfe. Prompt scheinen sie eine vielversprechende Spur zu Zane gefunden zu haben als ihnen schon die Zeit wegzulaufen droht.


Meinung:
In dem Vorwort des Verlegers, Sergio Bonelli, der  italienischen Serie Tex, übrigens mit 52 Jahren eine äußerst langlebige, wird dem großen Comicstar Hugo Pratt gehuldigt. Bonelli rühmt sich, den Meister getroffen zu haben und auch ein Original von ihm zu besitzen und bezeichnet sich als ein Fan des Abenteuers Der Mann aus dem Norden welcher in der Reihe Ein Mann, ein Abenteuer erschienen war und die Mounted Police in Kanada thematisierte. Von Beginn an war der vorliegende, in sich abgeschlossene, Band von Tex: Die letzte Grenze, als eine Hommage an Pratt und sein erwähntes Abenteuer angelegt. Seit längerer Zeit schon werden von Tex Sonderbände aufgelegt, die mittlerweile von Panini nach Deutschland gebracht werden, und von unterschiedlichen Starzeichnern realisiert werden und die von der eigentlichen Heftserie losgelöst sind. Da sie zudem in sich abgeschlossen sind, braucht man als Leser auch kein Vorwissen, sondern kann jeden einzelnen Band für sich genießen.

Diesmal konnte der Autor Claudio Nizzi den Zeichner Goran Parlov für sich gewinnen, den die meisten von seinen Abenteuern mit dem Punisher her kennen dürften. Aber der hier zugrundeliegende zeichnerische Stil erinnert weniger an den amerikanischen Mainstream, sondern durchaus an Pratt was eben zu dem Geist der Hommage passt. Nicht nur wecken die verschneiten Wälder Kanadas und die Mounties Assoziationen an den schon erwähnten Band, sondern auch das der Schurke Jesus Zane heißt, ist eine Hommage an den Charakter Jesuit Joe von Pratt und auch an den Westernautor Zane Grey. Parlov kann sich hier wunderbar an Pratt anlehnen ohne dass es wie ein Plagiat wirkt. Doch die Bewegungsabläufe, innerhalb der Panels sehr dynamisch, wirken wie von Pratt und die Mimik und die Körperhaltungen sind eine geschickte Mischung aus Parolvs eigenem und Pratts Stil. So geht die Hommage nicht auf Kosten des eigenen Stils was eine schwierige und hier sehr gut gelöste Gratwanderung darstellt. Leider lässt das starre Panelschema die Handlung recht statisch erscheinen obwohl innerhalb der Panels Dynamik vorherrscht.

Mit Jesus Zane Hier liegt ein wahrlich hassenswerter Schurke vor der zu einem gehörigen Teil von Tragik umweht wird, aber in seinem verblendeten Hass, und auch der ebenso verblendeten Liebe, genauso handelt wie sein Vater den er verachtet und der den Samen für all den Hass gesät hat. Jesus Zane ist zu blind um zu erkennen, dass er die Taten seines Vaters widerholt, was eine Katastrophe auslöst. Dem gegenüber bleiben alle anderen Figuren sehr blass. Was auch den Titelhelden betrifft der kaum Tiefe besitzt und in anderen Sonderbänden, wie etwa in dem von Serpieri, deutlicher herausgestellt worden ist. Tex ist im Grunde ein Anachronismus und in weiten Teilen der moralisch integre gute Held der 1950er Jahre geblieben. Auch wenn er immer wieder gebrochen wird, um moderner zu wirken. Etwa wenn hier Gangster verprügelt werden, um Informationen zu gewinnen.

Gerade da die Story ziemlich dünn ist, fallen die flachen Charaktere umso deutlicher ins Gewicht. Im Grunde ist es eine einzige Verfolgungsjagd bei denen die Jäger die Zeit ausgeht. Und das sie relativ schnell erledigen können wofür die Mounties zehn Jahre brauchten ist etwas unlogisch, wird aber nur, deus ex machina lässt grüßen, mit Glück erklärt. Zudem ist der Umfang zwar erfreulich mit über 200 Seiten (plus Extras wie einem Nachwort und einem Interview mit Goran Parlov), aber es ist gleichzeitig aufgebläht, da sich hier die Substanz einer Kurzgeschichte den Charakter eines Epos geben will und sich damit etwas verhebt. Immerhin kann man sich an den stimmungsvollen Zeichnungen erfreuen und tief in die verschneiten Wälder eintauchen die aber auf Dauer auch etwas eintönig und wenig abwechslungsreich in Szene gesetzt worden sind. Man fragt sich, was ein Yves Swolfs damit gemacht hätte. Der Band weiß durchaus zu gefallen, kann aber einen nicht begeistern. Wozu auch die teilweise haarsträubende Küchenpsychologie noch beiträgt.


Fazit:
Der Band weiß zu gefallen aber nicht zu begeistern. Es liegt ein hohes Tempo mit einem charismatischen Schurken vor und die Atmosphäre kann überzeugen, aber die Story ist doch recht dünn und die meisten Charaktere sind zu flach.


Tex: Die letzte Grenze - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Tex: Die letzte Grenze

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 35

ISBN 10:
3741606715

ISBN 13:
978-3741606717

240 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Atmosphäre
  • Hommage an Hugo Pratt
  • hohes Tempo
  • charismatischer Schurke
Negativ aufgefallen
  • starre Panelanordnungq
  • dünne Story
  • flache Charaktere
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Rezension vom: 19.08.2018
Kategorie: Alben
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