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Comic-Besprechung - Schatten auf dem Grab

Geschichten:
Schatten auf dem Grab (Shadows on the Grave)
Autor: Richard Corben, Jan Strnad, Mike Shields, Beth Corben Reed, Zeichner: Richard Corben


Story:
In dieser Anthologie bekommen es die Schurken nicht mit dem weltlichen Gesetz zu tun, sondern oft mit übersinnlichen Bestrafungen. Da gibt es Monster welche Jäger jagen, Pflanzen die Menschen als Dünger nehmen, verzauberte Spiegel, Serienmörder, tödliche Puppen und viele mehr.

Meinung:
Im Alter von 78 Jahren kann sich der amerikanische Starzeichner und Autor Richard Corben nun wirklich aussuchen was er machen will. Angesichts des hohen Alters ist es auch verständlich wenn man sich auf seine Anfänge besinnt und so erklärt sich die Herangehensweise an Schatten auf dem Grab.

Diese Anthologie von Horrorgeschichten ist nämlich eine doppelte Rückschau bzw. Hommage. Sowohl als Fan als auch als Zeichner. Corben wuchs in den 1950er Jahren mit den Heften von EC auf welche damals mit ihren Horrorgeschichten für Furore und Aufregung sorgten und schließlich auch als Zielscheibe der Comichatz dienten. Aber was man als Kind liest, prägt einen und so hat Corben sein Faible für Horror nie verloren und immer wieder Ausflüge in das Genre unternommen. Zudem hat er zu Beginn seiner Karriere als Inker für die Magazine Creepy und Eerie gearbeitet und dort auch seine ersten Arbeiten veröffentlichen können. Auch in seinen Arbeiten für Metal Hurlant und dem amerikanischen Schwestermagazin Heavy Metal (und natürlich im deutschen Schwermetall) gab es immer wieder Horrorthemen.

Nach der letzten Anthologie mit Adaptionen von Geschichten von Edgar Allan Poe, Geister der Toten, kommt nun also Schatten auf dem Grab was keine Adaptionen beinhaltet, sondern originäre Geschichten von Corben selber und bei denen manchmal langjährige Weggefährten und Familienmitglieder ausgeholfen haben. Da die Geschichten als eine Hommage zu gelten haben, spielen sie nicht nur in den 1950er Jahren, sondern nutzen auch die Struktur der klassischen Erzählungen. Das lässt sie ein bisschen formelhaft werden und der schematische Ablauf lässt kaum Überraschungen zu. Jemand begeht etwas böses, auffällig oft Erbschleicher, und wird letztlich durch ein übersinnliches Geschehnis bestraft. Auch die längere Erzählung um den in der Antike angesiedelten Helden Danaeus orientiert sich an einer klassischen antiken Tragödie und greift das Threma der sich selbst erfüllenden Prophezeiung auf. Die Tragik entsteht dadurch, dass die Taten welche eine Prophezeiung verhindern sollen, eben erst zu dieser führen. Da auch hier klassische Elemente mit aufgegriffen werden, lässt die Form und die Struktur selber kaum Überraschungen zu. Bei Denaeus kommen natürlich auch viele Erinnerungen an DEN wieder hoch.

Dennoch sind die Erzählungen packend, was vor allem an den Zeichnungen liegt. Diese machen den Reiz aus da sie hervorragend eine schaurige Atmosphäre herstellen und auf gewalttätige Szenen verzichten. Hier herrscht weniger Splatter, wobei das ab und an vorkommen kann, sondern eher der Gothic Horror mit alten Friedhöfen und verwesenden Leichen. Die geschickt gestalteten Graustufen, woran auch Corbens Tochter gearbeitet hat, können immer überzeugen und sogar Lichteffekte setzen. Man meint, eine strahlende Sonne sehen zu können, obwohl es wieder nur eine Grauschattierung ist. Dazu kommen die plastischen Gestaltungen der Figuren welche gerade auch den übersinnlichen Wesen einen großen Effekt verleihen. Corben hat seinen ganz eigenen Stil der ihn unverwechselbar macht und den er hier souverän anwendet. Man merkt einfach die Liebe zu dem Genre und den traditionellen Formen und diese zieht den Betrachter in ihren Bann und löst die wohligen Schauer aus welche die Leserinnen und Leser dazu bringen werden, um die nächsten Friedhöfe einen großen Bogen zu machen.



Fazit:
Altmeister Corben legt eine Anthologie von Horrorgeschichten vor die einen wohligen Schauer auslösen und bei denen die größte Stärke die Zeichnungen sind. Denn der formelhafte Ablauf löst doch wenig Überraschungen aus.

Schatten auf dem Grab - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Schatten auf dem Grab

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
All Verlag

Preis:
€ 29,80

ISBN 10:
3946522246

ISBN 13:
978-3946522249

296 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • Einsatz der Graustufen
  • wohlige Schauer
Negativ aufgefallen
  • formelhafter Aufbau
  • kaum Überraschungen
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Rezension vom: 26.07.2018
Kategorie: Alben
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