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Comic-Besprechung - Ein Stern aus schwarzer Baumwolle

Geschichten:
Text: Yves Sente
Zeichnungen: Steve Cuzor
Farben: Meephe Versaevel


Story:
Europa im Mai 1944. Ein Kontinent hält den Atem an. Die Spannung ist fast zu greifen, denn die Großoffensive der Alliierten steht unmittelbar bevor. Für Lincoln Bolten scheint allerdings jegliche Spannung und Action in weite Ferne gerückt zu sein. Er fristet sein Dasein weitab der Schlachtfelder und bewegt Panzeratrappen, um die Wehrmacht in die Irre zu führen. Denn er ist ein Afro-Amerikaner und damit nicht Teil der kämpfenden Einheiten. Heldentaten und Auszeichnungen gibt es für ihn keine. Bis zu dem Tag, an dem er mit einem kleinen Trupp eine besondere Fahne suchen soll: die erste Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika, die George Washington persönlich in Auftrag gegeben hat. Dieser Einsatz führt ihn und seine Handvoll Kameraden weit hinter die Front und damit tief in Feindesland. Aber eigentlich geht es hier auch gar nicht um die Fahne oder darum den deutschen Feind zu besiegen. Vielmehr will sich Lincoln gegen eine ungerechte Welt und Vorurteile erheben. 


Meinung:
Vermutlich wäre ich nie auf diesen Band gestoßen, wenn mich Ansgar Lüttgenau, Herausgeber All Verlag, nicht bereits sechs Wochen vor dem erscheinen darauf aufmerksam gemacht hätte. Es war nicht die übliche Begeisterung, die ein Verleger für seine Produkte hat. Da lag eine Vorfreude in seinem Blick und ein Stolz auf diesen Comic, der mich neugierig machte. Und als ich das Druckwerk dann endlich in den Händen halten konnte: Bämm! Selten knallte ein Comic so ihn meinen Kopf – eine Achterbahnfahrt an Emotionen. Aber der Reihe nach.
Yves Sente ist ein Meister der komplexen Geschichten. Das hat er bereits bei der Fortführung der Serie „XIII“, bei der fast völlig in Vergessenheit geratenen zweibändigen Geschichte „Sharbek“ (Schreiber und Leser Verlag) sowie bei diversen „Blake und Mortimer“-Abenteuern unter Beweis gestellt. Und auch bei „Ein Stern aus schwarzer Baumwolle“ entwirft Sente eine spannende und durchdachte Geschichte. Er erzählt vom Kampf um Gleichberechtigung auf zwei zeitlichen Ebenen: einerseits ist sein Plot in Philadelphia 1776 unmittelbar vor dem amerikanischen Bürgerkrieg angesiedelt und andererseits 1944. Die Bilder von Cuzor reichen nicht immer aus, um die Geschichte voranzutreiben. Was aber nicht an der Kunstfertigkeit des Franzosen liegt, sondern daran, dass sehr viele Informationen auf kleinstem Raum wiedergegeben werden müssen. Warum? Dazu gleich noch mal.
Im Gegensatz zu einigen Strecken vor allem bei Blake und Mortimer gelingt es Sente hervorragend mittels Brieftexten Zeitsprünge vorzunehmen und die Geschichte weiter zu führen. Er entwickelt dabei eine Leichtigkeit, die den textlastigen Passagen bei seinen „Blake und Mortimer“-Bänden gutgetan hätte. Der Text gliedert sich sehr schön in die ausdrucksstarken Bilder von Cuzor ein.
Wirklich Zeit beim Erzählen lässt sich hingegen der Autor – und hier kommt dann die ganze Brillanz des Artworks zur Geltung – bei den emotionalen Strecken: Häuserkampf, im Versteck vor der Wehrmacht oder auf dem Nachhauseweg von Lincolns Schwester. Dies sind Momente innerhalb der Geschichte, wo die Zeichnung über den Text siegt. Wärme, Geborgenheit, Kälte und Todesnähe: Cuzor vermittelt mit seinem Strich punktgenau die Stimmung. In Frankreich wurde das Album zunächst in einer schwarz-weißen Version und erst später als farbiges Album herausgegeben. Der All Verlag hat sich für die farbige Version entschieden. Wobei „farbig“ es nicht wirklich trifft, denn alle Seiten werden von einer einzigen Farben dominiert: mal ein sattes Braun, mal ein verschwommenes Grün um dann wieder zu einem unterkühlten Blau zu wechseln. 
Mit einem Format von 32 x 24 cm ist der Band bei 176 Seiten ein kleiner Prachtband. Druck und Bindung sind wunderbar geraten. Das zwischen den einzelnen Kapiteln stets eine blanko Doppelseite gesetzt wurde, auf der jeweils nur eine kleine der ausdrucksstarken Zeichnungen von Cuzor zu sehen ist, gibt dem Comic bereits beim flüchtigen Durchblättern eine edle Erscheinung. 



Fazit:
Einmal in die Hand genommen, lässt den Leser die Geschichte um Lincoln Bolten nicht mehr los. Sein Kampf um Gleichberechtigung, seine Auflehnung und teilweise seine Hilflosigkeit sind vom ersten bis zum letzten Panel packend. Unbedingte Kaufempfehlung.



Ein Stern aus schwarzer Baumwolle - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Ein Stern aus schwarzer Baumwolle

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
All Verlag

Preis:
€ 29,80

ISBN 13:
978-3-946522-16-4

176 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Packende, komplexe Geschichte
  • Wunderschönes Artwork
  • Edle Aufmachung
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 24.06.2018
Kategorie: Alben
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