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Comic-Besprechung - Fire Punch 1

Geschichten:
Fire Punch 1
Autor / Zeichner: Tatsuki Fujimoto


Story:
Die Welt ist in ein frostiges Ödland verwandelt, in der das Recht des Stärkeren gilt und Nahrung knapp ist. Immer wieder werden Kinder geboren welche besondere Gaben besitzen. So können Agni und seine Schwester Luna sich regenerieren und nutzen diese Fähigkeit einer kleinen Dorfgemeinschaft zu helfen. Als sie eines Tages einen anderen Gesegneten begegnen müssen sie feststellen das nicht alle so hilfreich eingestellt sind. Luna muss dafür bitter bezahlen und Agni ist fortan von dem Wunsch nach Rache beseelt.


Meinung:
Der Auftakt der neuen Manga-Serie Fire Punch ist in mehrfacher Hinsicht sehr schockierend und somit richtet er sich völlig zu Recht an ein älteres Publikum was den Aufkleber auf der Schutzfolie erklärt.

Denn schon der erste Band rührt an einigen Tabus und  bricht sie sogar. Die Handlung spielt in einer apokalyptischen Welt welche von Eis bedeckt ist und wo Nahrung knapp ist. Das Recht besitzt der Stärkere und die Schwachen werden versklavt oder getötet. Zudem gibt es sogenannte „Gesegnete“, Menschen die eine  besondere Gabe besitzen. So wie Agni und seine Schwester Luna die regenerative Fähigkeiten haben. So wächst ihnen auch ein abgehackter Arm schnell nach. So versorgt Agni eine kleine Dorfgemeinschaft mit Fleisch, da er sich selber immer wieder was abschneidet. Hier wird also das Tabu des Kannibalismus nicht nur angedeutet, sondern explizit thematisiert. Aber den letzten Schritt, in dem Sinne dass man hier in den Zeichnungen sehen würde wie wirklich menschliches Fleisch gegessen wird,  bleibt einem immerhin erspart. Innerhalb des Storybogens ist der Kannibalismus sogar logisch und greift reale Fälle des Zwangskannibalismus auf. Etwa der berühmte Fall des Flugzeugabsturzes in den Anden bei dem die Überlebenden das Fleisch ihrer Toten essen mussten. Zudem kommt hier im Comic noch ein möglicher Inzest zur Sprache. Zwar wird auch hier der letzte Schritt nicht vorgenommen, man sieht ihn also nicht, aber die ernsthafte Möglichkeit dazu und die Implikation dürfte manche schon aufregen.

Auch abseits dieser Tabus wird hier nicht gerade zimperlich vorgegangen. In Hinsicht der Gewalt wird vor expliziten Szenen nicht zurückgeschreckt und da kommen einige durchaus härtere Stellen vor und der Anblick von verbrannten Leichen ist nicht gerade angenehm. Aber storytechnisch gesehen ist auch das in sich stimmig da nicht rein auf den Effekt Wert gelegt wird, sondern mit diesen Szenen die gnadenlose und tabulose Welt zum Leben erweckt wird.

Dabei fällt leider die Story deutlich ab da es im Grunde auf eine reine gradlinige Rachegeschichte hinausläuft. Es stellt sich die Frage wie sich hier daraus eine längere Serie entwickeln soll, wenn sich am Ende schon die Kontrahenten gegenüber stehen.

Der größte Nachteil des Bandes ist aber der typische komische Sidekick, der unbedingt ein Kind sein muss, und dem widerstrebenden Helden folgt, pausenlos plappert, einen hohen Niedlichkeitsfaktor erfüllt und auf Süßigkeiten versessen ist. Die Konstellation zwischen diesen beiden Hauptfiguren und die Nebencharaktere sind pure Klischees und findet man oft in Mangas. Es ist mehr als deutlich das dieser Junge die sehr düstere Serie aufhellen soll, ist aber für das angepeilte ältere Publikum ein großer Nervfaktor.

Eigentlich könnte, wie oben schon kurz erwähnt, der erste Band hier auch schon das Ende der Serie sein. Zwar wird noch eine Handlungsoption eingeführt die aber nicht sonderlich zwingend erscheint und nicht gerade als ein Cliffhanger bezeichnet werden kann. Auch die Zeichnungen sind manchmal durchwachsen. Im Grunde ist die Grafik so stark wie der Inhalt wenn auf Albernheiten verzichtet, die Action geschickt aufgebaut und alles sehr dynamisch in realistische Bilder gesetzt wird. Aber manchmal ist die Zeichnung des ewig brennenden Helden sehr unausgegoren und man erkennt nicht wirklich die Flammen und zudem ist die Gestaltung des Helden nicht einheitlich. So gibt es einige Elemente welche den Band zu einer packenden Lektüre machen, aber einige die zu stark an Konzessionen an den Verlag und die Vermarktung erinnern, welche einiges an Wucht rausnimmt und sich Klischees nicht verweigern kann. Aber einen Blick ist der Band allemal wert.


Fazit:
Manche Konzessionen an den Verlag und die Vermarktung verwässern die düstere und brutale Story die erstaunlich oft an Tabus rührt und auch vor expliziter Gewalt nicht zurückschreckt. Einen Blick ist die Serie allemal wert auch wenn man sich fragt wie sie noch ausgebaut werden kann.


Fire Punch 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Fire Punch 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Kazé

Preis:
€ 7,50

ISBN 10:
2889510085

ISBN 13:
978-2889510085

208 Seiten

Positiv aufgefallen
  • anrühren von Tabus
  • Action und Spannung
  • keine Albernheiten
  • düstere Story
Negativ aufgefallen
  • Figuren und Konstellation sind Klischee
  • dünne Story
  • nerviger Sidekick
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Rezension vom: 18.06.2018
Kategorie: Mangas
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