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Comic-Besprechung - Die Unheimlichen – Berenice

Geschichten:
Text: Edgar Allan Poe
Zeichnungen: Lukas Jüliger


Story:
In der Reihe „Die Unheimlichen“ interpretieren deutsche Comiczeichner klassische und moderne Schauergeschichten neu. Herausgegeben wird die „Serie“ von der Comickünstlerin Isabel Kreitz. In Berenice wird der Ich-Erzähler getrieben von der Liebe zu einem Mädchen, mit der seinen ersten Kuss erlebte. De Geschichte gibt ausschließlich seine Gedanken wieder. Monologe finden nicht statt. In seinen Gedanken findet er seine Jugendliebe nach Jahren im Internet wieder. Sie ist ein Cam-Girl im Cosplay-Look. Wie viele andere User beobachtet er sie Nach für Nacht.


Meinung:
1835 veröffentlichte Edgar Allan Poe seine Erzählung „“Berenice“, in der er das langsame Abrutschen des Ich-Erzählers in einen Zustand geistiger Umnachtung oder geistiger Krankheit beschreibt. Bei Poe wohnen der Erzähler und Benice in einem Schloss, sie sind verwandt und sich zugetan. Beide trifft allerdings eine Krankheit, die das Mädchen dahinrafft und den Erzähler in den Wahnsinn treibt. Jüliger katapultiert diese Geschichte ins 21. Jahrhundert und insofern ist die Autorenschaft des Bandes etwas irreführend, denn im Grunde haben einzig einige Poesche Grundelemente überlebt.
Da wären beispielsweise die Zähne des Mädchens. Bei Poe bricht er sie am Ende der Geschichte aus der Leiche von Berenice heraus. Bei Jüliger ist der Ich-Erzähler fasziniert von „der Lücke zwischen ihren Schneidezähnen“. Poe schreibt in seiner Erzählung: „Ich konnte stundenlang von der belanglosesten Textstelle oder Randglossen eines Buches gefesselt werden“. Bei Jüliger wird daraus die Welt des Internets, die Welt der Anime-Figuren und der modernen Popkultur. Und der Zeichner gibt sich redlich Mühe, selbst in dieser klaren, hellen, trashigen Welt das Unheimliche aufleben zu lassen.
Seine grün-schwarzen Panels schaffen es auch eine Atmosphäre der Unruhe zu zaubern. Und vor allem noch auf den ersten Seiten gelingt ihm das vortrefflich. Aber je mehr Cosplay und Anime in die Geschichte einfließen, umso weniger gelingt es ihm mit seiner Linienführung den Leser zu ängstigen. Keine Frage, das Artwork von Jüliger ist großartig. Allerdings bleibt er bis zur letzten Seite des Bandes die Antwort schuldig, warum es denn nun unbedingt notwendig war, die genial-schaurige Geschichte von Poe in die Moderne zu übertragen.
Ich habe vor dem Lesen des Comicbandes, der wie die anderen in der Reihe im handlichen 12,5 x 19,5 cm-Format erscheint, noch einmal die Originalgeschichte von Poe gelesen. Vielleicht war das ein Fehler, denn an den Großmeister der Schauergeschichten kommt Jüliger mit seiner Adaption nicht heran. So muss man die Werke wohl möglich völlig getrennt voneinander betrachten. Und dann bietet der deutsche Künstler einen wunderschön gezeichneten kleinen Comicband.


Fazit:
Wer hier eine originalgetreue Poe-Adaption erwartet, wird enttäuscht werden. Jülinger transportiert das Werk in die moderne Popkultur, was der Geschichte nicht unbedingt guttut. Wer hier allerdings keine originalgetreue Poe-Adaption erwartet, kann ein kleines fein gezeichnetes Comickleinod entdecken.



Die Unheimlichen – Berenice - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Unheimlichen – Berenice

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 12

ISBN 13:
978-3-551-71348-3

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Artwort
  • Aufmachung
Negativ aufgefallen
  • Poes Grusel verliert sich zwischen Anime und Cosplay
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Rezension vom: 17.06.2018
Kategorie: Alben
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