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Comic-Besprechung - Runaways Megaband

Geschichten:
Runaways Megaband (Runaways 1-18)
Autor: Brian K. Vaughan, Zeichner: Adrian Alphona, Takeshi Miyazawa, Inker: David Newbold, Craig S. Yeung, Colorist: Brian Reber, Christina Strain


Story:
Einmal im Jahr treffen sich sechs Elternpaare, um eine Spendengala zu organisieren. Deren Kinder sind davon nicht sonderlich begeistert, da sie immer mitgeschleppt werden und kaum etwas miteinander gemeinsam haben. Dieses Jahr entschliessen sie sich aber dazu, ihre Eltern heimlich zu belauschen. Voller Entsetzen beobachten die Teenager einen Mord und müssen erkennen, dass ihre Erzeuger Superschurken sind. Die Kinder reissen aus und müssen auch über sich selber unangenehme Wahrheiten und Fähigkeiten erkennen, während sie von den Schurken, ihren Vasallen und sogar Superhelden gejagt werden.


Meinung:
Brian K. Vaughan ist ein Superstar des amerikanischen Comics. Dabei ist diese Bezeichnung keine Folge eines Hypes, sondern an harten Fakten abzulesen. Nicht nur hat er so viele Preise gewonnen, dass man meinen könne, er habe ein Abo darauf, sondern seine Serien und Graphic Novels sind nicht nur bei Kritikern beliebt, sondern auch bei den Fans, weswegen sie auch finanziell erfolgreich sind. Viele Comicautoren gäben etwas darum, solche Reihen wie Y-The last Man, Ex Machina, Saga und Graphic Novels wie Die Löwen von Bagdad in ihrem Portfolio haben zu dürfen. Allesamt Meisterwerke in deren Schatten man durchaus Storys für die Superhelden finden kann.

Schon 2003 schuf Vaughan nämlich für Marvel eine achtzehnteilige Serie. Nämlich die Runaways wobei der erscheinende Megaband die komplette Serie beinhaltet. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist natürlich kein Zufall, da die Maxi-Serie gerade als eine Staffel für das TV adaptiert wird. Aber diese werbende Unterstützung nimmt man gerne in Kauf, wenn man die Ausreißer nun endlich als deutsche Erstveröffentlichung lesen kann.

Subversives oder radikales darf man hier aber nicht erwarten, da Marvel schließlich seinen Autoren sehr viel stärkere erzählerische Fesseln auferlegt als beispielsweise Vertigo bei denen sich die Schöpfer austoben durften (und in dem etwa Y erschienen ist). Dennoch ist die Saga um die jugendlichen Ausreißer die feststellen müssen, dass ihre Eltern Superschurken sind und deren Plan sie vereiteln wollen, durchaus mitreißend. Und unterhaltsam. Wenn die Kinder ihre Eltern bekämpfen ist das natürlich eine mehr als deutliche Symbolik für ein Coming of Age. Alle Charaktere befinden sich im Alter zwischen dreizehn und achtzehn und gerade die jüngsten von ihnen sind hier Mutanten, was gut den Beginn der Pubertät widerspiegelt, da man sich dort zunehmend von seinem sich entwickelnden Körper entfremdet. Alle Kinder entdecken ihre ureigenen Fähigkeiten, also die Talente und Fertigkeiten welche ihr Leben bestimmen kann, und sie nabeln sich von ihren Eltern ab. Sie treten aus deren Schatten und suchen ihren eigenen Weg. Natürlich ist das in einem Superheldenkosmos voller Action und mit radikaleren Schritten versehen, wenn die Kinder ihre eigenen Eltern nicht nur psychisch und emotional, sondern eben auch physisch bekämpfen. Dabei verlaufen die Kämpfe zahm genug, um nicht in eine moralische Zwickmühle zu geraten oder gar die Eltern komplett zu verteufeln was die angepeilte Leserschaft verunsichern und verstören könnte. Denn der böse Masterplan der Erwachsenen sieht im Grunde vor, eine bessere Welt für die Kinder zu schaffen. Ein Argument so alt wie die Menschheit. Und in einer bezeichnenden Szene schimpft auch ein Runaway darüber, dass Eltern immer schon die Welt besser machen wollten für ihre Nachkommen, dabei aber immer alles schlimmer machten.

Aufgrund der Protagonisten und der symbolischen Bedeutung ihrer Taten, richtet sich die Geschichte deutlich an ein jüngeres Publikum, vor allem also Teenager, da diese sich sehr gut mit den Charakteren und den Ereignissen und der Stimmung identifizieren können. Aber allein schon der witzige Einstieg und viele andere kleinere Seitenhiebe auf die Popkultur, die Dramatik und die Dynamik der Geschichte machen diese auch für ein älteres Publikum interessant. Schade nur, dass man die Zeichnungen schnell als Dutzendware abhaken kann und mit dem Einfluss von Mangas eher anbiedernd wirkt und selten wirklich eigenständige Ideen haben. Gebrauchsgrafik halt, bei der immerhin Fehler vermieden werden.


Fazit:
Ein dynamischer Band der sich an ein jüngeres Publikum richtet, aber mit den Seitenhieben auch ältere Leser ansprechen kann die eine mehr als symbolische Coming-of-Age Geschichte im Superheldenkosmos geniessen können. Einzig die uninspirierten Zeichnungen sind ein Manko.

Runaways Megaband - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Runaways Megaband

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 39

ISBN 10:
3741606294

ISBN 13:
978-3741606298

432 Seiten

Positiv aufgefallen
  • symbolische Coming-of-Age Geschichte
  • Figurendynamik
  • überraschende Wendungen
Negativ aufgefallen
  • uninspirierte Zeichnungen
  • deutlich spürbare Konzessionen an den Mainstream
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Rezension vom: 05.05.2018
Kategorie: Hefte
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