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Comic-Besprechung - The Death of Stalin

Geschichten:
The Death of Stalin
Autor: Fabien Nury, Zeichner: Thierry Robin, Colorist: Lorien Aureyre, Thierry Robin


Story:
Am Abend des 28. Februars 1953 erleidet der sowjetische Diktator Josef Stalin einen Schlaganfall. Eilig kommen die Mitglieder des Zentralkomitees der kommuistischen Partei an sein Krankenbett und noch bevor sie die Ärzte rufen, beginnt ein Schachspiel voller Intrigen um die Nachfolge Stalins. Jede Handlung dient nur noch dazu, die Gegner auszuschalten und selber an die Macht zu gelangen.


Meinung:
Die Graphic Novel The Death of Stalin ist zurzeit viel in den Medien präsent und verleitet zu dem Gedanken, dass sie in aller Munde ist. Was nicht zuletzt daran liegt, dass sie ziemlich bald nach ihrem Erscheinen verfilmt worden ist und nun, zumindest in Deutschland, die Veröffentlichung des Comics mit dem Start des Filmes zusammenfällt. Ob man sich nun gegenseitig das Wasser abgräbt, muss sich noch herausstellen, aber es ist insofern eine schöne Tatsache, dass auch abseits von den Superhelden eine Verfilmung Interesse für einen Comic zu wecken vermag. Was jedenfalls zu hoffen ist.

Denn die Graphic Novel ist schon stark und verdient die Aufmerksamkeit, welche man derzeit auch als einen Hype abtun könnte. Womit man die Qualität ignoriert. Schließlich liegt hier eine Satire auf die Politik vor, die sich historischer Tatsachen bedient. Die Autoren Fabien Nury und Thierry Robin wollten aber nicht  minutiös die historischen Ereignisse ablichten, sondern bedienten sich ihrer, um zu verdichten, zu variieren und satirisch zu überspitzen. Das wird allein schon an den Zeichnungen deutlich in denen die Charaktere wie Karikaturen ihrer selbst wirken. Was vor allem auf den Geheimdienstchef Beria zutrifft, der wie eine  aufgeblasene Kröte wirkt, was angesichts des monströsen realen Charakters, wohl einer der am meisten gefürchtetsten und verhasstesten Politiker in der Geschichte der Sowjetunion, durchaus passend ist und die moralische Deformation im Körper widerspiegeln lässt.

Da die Ereignisse aber nur leicht überspitzt dargestellt werden, kann man den Band nicht gerade als lustig bezeichnen. Es gibt keine Stelle an der man sich vor Lachen auf den Schenkel klopft oder auch nur zu Schmunzeln beginnt. Zu zynisch sind die Ereignisse, zu bizarr die Personen und ihre Handlungen. Dabei sind die geschilderten Fakten in den groben Zügen durchaus passiert. Als Stalin seinen Schlaganfall bekam, hatten alle zu viel Angst die Ärzte zu rufen und andere wollten sie nicht rufen, weil sie hofften, dass der Diktator sterben dadurch würde und es dürfte klar sein, dass diese Verzögerung in der Tat zu dem Tod beigetragen hat. Jedenfalls lag der sieche Stalin auf seinem Sofa, während um ihn herum schon angefangen worden ist die Nachfolge zu regeln und um Posten zu schachern. Diese Situation, die wirklich geschehen ist, hätte man hier gerne ausführlicher gelesen, da es eine kleine und perfide Art der Rache an einem der größten Massenmörder der Geschichte gewesen ist. Schließlich bekam Stalin das alles mit, konnte aber nicht reagieren. So weiß man hier aber nicht immer genau, was Fakten und was Fiktion ist. So ist das geschilderte Massaker nicht geschehen, aber die Anfangsszene im Moskauer Rundfunk und der Brief sind verbürgt. Die eruptive Reaktion von Stalins Sohn auf dessen Ärzte ist aber ebenso wenig erfolgt. Manche bizarren Ereignisse wie etwa die Einzelheiten der Einbalsamierung sind hingegen wahr. Es ist faszinierend wie bizarr und unglaublich die Realität sein kann, so dass sie schon selber als Satire dienen kann und sich selber bloßstellt, wenn man nur darüber berichtet. Manche Verdichtungen sind hier auch nur eine reine dramaturgische Notwendigkeit und nicht immer zu Zwecken der Satire gedacht. Letztere stellt sich eher in den Zeichnungen von Robin da, wie schon erwähnt, wenn in geradezu expressionistischer Manier die Figuren überzeichnet werden und die Perspektiven kippen. Zudem dient diese hektische, ja fahrige Linienführung auch hervorragend dazu, den politischen, emotionalen und psychischen Ausnahmezustand darzustellen. Insofern ergänzen sich Story und die Zeichnungen auf hervorragende Art und Weise. So ist die Graphic Novel packend, böse und trotz mancher künstlerischer Freiheiten auch historisch sehr interessant. Ein Pflichtkauf.


Fazit:
Eine wunderbare, böse, politische Satire die historische Tatsachen nur wenig überspitzt. Zwar nimmt man sich einige künstlerische Freiheiten, aber an der Aussage zu dem Machtwillen und wozu man bereit ist diese zu erlangen, nimmt das nichts.


The Death of Stalin - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Death of Stalin

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 29,80

ISBN 10:
3962191712

ISBN 13:
978-3962191719

144 Seiten

Positiv aufgefallen
  • satirische Überspitzung
  • bizarre historische Tatsachen
  • Spannung und Dramatik
  • expressionistisch anmutende Linienführung
Negativ aufgefallen
  • nicht deutlich genug gemacht, was Fakt und was Fiktion
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Rezension vom: 16.04.2018
Kategorie: Alben
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