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Comic-Besprechung - Alix – Gesamtausgabe 3

Geschichten:
Der letzte Spartaner
Das Etruskergrab
Der zornige Gott 

Text und Zeichnungen: Jacques Martin


Story:
Die in diesem Band versammelten Geschichten wurden bereits zwischen 1974 und 1975 im Carlsen Verlag, die mit „Der letzte Spartaner“ ihre Alix-Reihe begannen, und zwischen Januar 2001 und März 2001 bei den Kult Editionen veröffentlicht. In der  „Der letzte Spartaner“ treffen wir auf Alix, wie er sich als Schiffbrüchiger an die ionische Küste rettet. Hier macht er sich sogleich auf die Suche nach seinem Freund Enak. Er findet ihn in einer rätselhaften Waldfestung und wird bei dessen Befreiung selber gefangen genommen. In „Das Etruskergrab“ entdecken Alix und Enak die bestialischen Riten einer geheimnisvollen Sekte. Der semitische Gott Moloch verlangt nach Menschenopfer. Als ihre Freundin Lydia geopfert werden soll, nehmen die beiden den Kampf auf. Auch in „Der zornige Gott“ geht es um religiösen Wahn. Alix, Enak und Heraklion – den „letzten Spartaner“ – nach Apollonia gelockt. Hier stoßen sie auf eine rätselhafte Gottheit, die sich in einer Statue manifestiert – wundersam und rächend.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Ich kann mich noch gut erinnern, als ich meinen ersten Alix-Band in den Händen hielt. 12 oder 13 muss ich gewesen sein, es war „Der zornige Gott“ und beim ersten Durchblättern damals dachte ich: „Oh Gott, ist das viel Text!“. Alix dürfte eine der Text intensivsten Comicreihen sein. Und aus heutiger Sicht, ist die Erzählweise, die Seitenarchitektur und der Erzählfluss einfach nur antiquiert zu nennen. Dennoch bereitet die Alix-Gesamtausgabe unglaublichen Spaß – nicht nur wegen der sentimentalen Kindheitserinnerungen.
Mit der Gesamtausgabe in der Egmont Comic Collection, von der bereits der dritte Band erschienen ist, hat ein großer Klassiker der franko-belgischen Comickunst eine neue Heimat gefunden. Die wohlfeile Ausgabe ist mit umfangreichem redaktionellem Bonusmaterial bestückt, in dem die Vorgeschichte und Rezeption des in der jeweiligen Ausgabe abgedruckten Bandes erläutert wird. So entsteht nach und nach ein kompletter Überblick über die wichtigste Serie von Jacques Martin. Dabei liefern die Texte eine ganze Reihe von interessanten Anstößen, die es lohnenswert machen, sich noch einmal mit der Serie vom den gallischen Sklaven zu beschäftigen. So beispielsweise die kritische Auseinandersetzung des französischen Literaturkritikers Emmanuel Todd mit der Serie. Für Todd steht fest, dass alte rassistische Vorurteile in den Comics überlebt haben. Er wirft Martin und auch seinem Kollegen Edgar Pierre Jacobs vor, dass sie weiterhin ihre Schurken mit dunklem Teint und Hakennase zeichnen. Martin reagiert entsetzt auf diese Anklage und rechtfertigt sich in einem offenen Brief. 
Ebenso entsetzt und missverstanden fühlte er sich, als sein französischer Verleger versucht im europäischen Ausland weitere Lizenznehmer der Serie zu finden. Sein Augenmerk fällt auf Griechenland, das Ende der 1960er-Jahre von einer Militärjunta regiert wird. Und dort stößt die Arbeit des Comickünstlers auf wenig Verständnis, denn das damals aktuelle Album „der letzte Spartaner“ stehe im Gegensatz zur historischen Wahrheit und „das Tun und den Charakter der Griechen entstellt und eine Geisteshaltung vertritt, die Griechenland herabwürdigt“. Auch hier sah sich Martin gezwungen zu reagieren und zu betonen, dass es sich bei „Alix“ um Fiktion handelt.
„Alix“ bietet spannende Abenteuer, die sich an ein junges Publikum richteten und den Lesern die Gelegenheit gab – gerade in den Anfangsjahren der Serie – das Triste des Nachkriegs-Europa zu verlassen. Dabei war es Martins Anliegen nicht nur spannende Geschichten zu erzählen, sondern seinen zumeist jugendlich-männlichen Lesern eine neue Welt zu erklären. Martin führt uns eine strahlende und ehrbare antike Welt vor. Gerald Munier hat es in seiner Dissertation zur Geschichte im Comic wie folgt formuliert: „Zumeist wird dem jugendlichen Held eine historisch verbürgte Figur zur Seite gestellt, erlebt dann deren handeln als Richtschnur mit und kann hier partiell gestaltend eingreifen, ohne aber letztlich das große ganze zu beeinflussen“.


Fazit:
Es ist gut, dass mit der Gesamtausgabe von „Alix“ Egmont eine wichtige Lücke schließt. Denn die Serie ist nicht nur im Kontext der europäischen Comicgeschichte wichtig, sondern bietet – trotz ihres Alters und der für den heutigen Leser mitunter umständlichen Erzählweise – spannende Unterhaltung. Band 4 soll im August erscheinen.


Alix – Gesamtausgabe 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Alix – Gesamtausgabe 3

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Egmont Comic Collection

Preis:
€ 35

ISBN 13:
978-3-7704-3945-4

200 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Klassiker
  • Detaillierte Darstellung
  • Hochwertige Ausgabe
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 04.04.2018
Kategorie: Alben
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