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Comic-Besprechung - Taschen Mosaik 1 bis 8

Geschichten:
Reprint der MOSAIK-Ausgaben 1 (Dez. 1955 bis 29 (Apr. 1959)
Text und Zeichnungen: Hannes Hegen und das MOSAIK-Kollektiv


Die Ankündigung kam überraschend. Im August ´17 gab der Tessloff Verlag bekannt, dass die Abenteuer der Digedags noch einmal in die Bücherläden gebracht werden. Gut, dort stehen die Sammelbände sowieso seit Jahren in immer neuen Auflagen, von daher konnte man sich schon fragen, was dieser neue Clou nun bezwecken soll.
Doch mit einem Hosentaschenformat und einem kleinen Preis zielt der Verlag auf neue Käuferschichten, die vielleicht sogar mit dem MOSAIK an sich bisher garnichts am Hut hatten. Da wird das Zugreifen natürlich auch durch den Umstand, dass hier von Heft 1 an die Abenteuer der Digedags in chronologischer Reihenfolge abgedruckt werden, erleichtert.
Und in der Verleugnung des seit einigen Jahren immer mehr zunehmenden Trends zu hochpreislichen Gesamtausgaben und Integrals mit Exlibris, Hardcover, Limitierung und und und erscheint dann dieser Nachdruck auch noch im schlichten Softcover ohne zusätzliche Schmankerl. Da kommen folglich nur Komplett-Sammler oder Neueinsteiger auf ihre Kosten. Doch man darf schon annehmen, dass der Tessloff-Verlag seine Hausaufgaben gemacht hat und hier ein abzuschöpfendes Potential sieht.

Aus der Sicht eines Neueinsteigers dürften jedoch gerade die ersten Ausgaben gewöhnungsbedürftig sein. Die Story rund um die drei Kobolde Dig, Dag und Digedag strotzt hier nur so vor Slapstick ohne viel Inhalt. Der Leser begleitet die Figuren bei einer Verfolgungsjagd mit den Häschern eines Sultans, wobei die Digedags noch die ausgebeutete Bevölkerung helfen. Da das MOSAIK-Kollektiv anfangs noch mit Tierfiguren in der Serie experimentierte finden sich in den Sammelbänden natürlich auch diese Storys, die so rein garnichts mit den Reisen der Digedags zu tun haben.

Doch schon nach wenigen Heften und somit spätestens ab der dritten Taschenbuchausgabe, wo die Digedags auf einer Südseeinsel aktiv sind, geht der Spaß auch für die Neueinsteiger unter den MOSAIK-Lesern los. Die Geschichten sind nun viel komplexer und basieren nicht mehr allein auf witzige Momente. Spannung kommt auf, aufsehenerregende Experimente werden durchgeführt und viele neue Figuren eingeführt. Nun kann man auch verstehen, worin die bis heute nicht nachlassende Faszination an dieser Comicreihe begründet ist. Und spätestens mit dem Wechsel von der Südsee nach Rom zu Ende der Ausgabe 4 (entspricht Heftnr. 13 vom Dez 1957) ist der Leser unweigerlich in dem mosaikschen Kosmos gefangen.

Bei der Ankündigung des Taschen-MOSAIKs kam seitens der Fans zu Recht der Gedanke auf, wie die Comicseiten auf das kleine A6-Format reduziert werden sollen. Man erwartete eine schlechte Lesbarkeit und daraus resultierend eigentlich auch kein großes Comicvergnügen. Doch überraschenderweise ist das vorliegende Ergebnis gelungen. Die Texte in den Panels sind ohne weiteres lesbar, die Grafiken gut zu erkennen und Qualitätseinbußen sind kaum zu verzeichnen. Lediglich bei Wimmelbildern und doppelseitigen vollgepackten Zeichnungen geht bei diesem kleinen Format die Übersichtlichkeit verloren, dies tut der Lesefreude aber keinen Abbruch.

An langjährige Fans dürfte diese Neuauflage sicherlich vorbei gehen, Neueinsteiger und interessierte Leser, die bislang immer vor der langen Historie der Heftreihe zurückschreckten, sollten sich aber angesprochen fühlen. Für wirklich schmales Geld gibt es hier die ostdeutsche Comicreihe zu lesen, wofür die Personen im MOSAIK-Kollektiv nicht ohne Grund auch noch heutzutage ausgezeichnet und verehrt werden. Wenn es darum geht, der Leserschaft ein niederschwelliges Kaufangebot zu unterbreiten, dann hat der Verlag alles richtig gemacht.

Und um noch einmal auf den Inhalt zu sprechen zu kommen: Der Ideenreichtum mit dem die Abenteuer im Römischen Reich oder auf dem futuristischen Neos umgesetzt wurden sind, macht beinah sprachlos. Gerade die von der DDR-Obrigkeit geforderte Weltraum-Serie überrascht durch eine extreme Detailverliebtheit bei der Gestaltung der Städte, Autobahnen und der gesamten Architektur auf dem Planeten Neos. Und weil eine einfache Darstellung wohl nicht ausgereicht hat, werden bestimmte Sachen (Raumschiff, Stadt, Schnellzug) in aufwendigen Schnitten und Ansichten mit vielen Erläuterungen extra vorgestellt. Auch nach über 60 Jahren muss man vor einer derartigen Zeichenkunst den Hut ziehen. Bravo!

Die Ausgaben 1 bis 8 des Taschen-MOSAIKs wurden zeitgleich veröffentlicht. Nun muss der Markt zeigen, ob die Digedags auch abseits der gealterten Leserschaft noch Käufer finden. Die hier abgedruckten Heftausgaben 1 bis 29 machen auf jeden Fall Lust auf die drei Kobolde und auch auf eine baldige Fortsetzung der Reihe!



Taschen Mosaik 1 bis 8 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Taschen Mosaik 1 bis 8

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Tessloff Verlag

Preis:
€ jeweils 5,95

ISBN 13:
978-3-7302-2023-8

Positiv aufgefallen
  • chronologischer Nachdruck zu einem fairen Preis
  • fesselnde Comic-Abenteuer, mit aberwitzigen Ideen und vielschichtigen Situationen
  • aufgrund des kleine Formats und des geringen Gewichtes zum spontanen Lesen überaus geeignet
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(3 Stimmen)
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Rezension vom: 10.01.2018
Kategorie: Mosaik
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