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Comic-Besprechung - Lady Killer 2

Geschichten:
Lady Killer 2 (Lady Killer 2 1-5)
Autor / Zeichner: Joelle Jones, Colorist: Michelle Madsen, Laura Allred


Story:
Josie Schuller ist mit ihrem Mann, den zwei Kindern und dem Hund in das sonnige Florida gezogen. Nach den Ereignissen in der alten Heimat, war es ihr unmöglich dort zu bleiben. Doch die nach außen bieder wirkende Josie ist insgeheim weiterhin eine Auftragsmörderin, die nun auf eigene Rechnung arbeitet. Da ihre ungeliebte Schwiegermutter um das Geheimnis weiß, wird es immer schwieriger das Doppelleben geheim zu halten. Als ein alter Bekannter als neuer Partner einsteigt, wird alles noch komplizierter.


Meinung:
Schon der erste Band wusste zu überzeugen. Trotz der Ähnlichkeit zu Jennifer Blood von Garth Ennis, mit dem sich Lady Killer das Kernthema teilt, konnte er als inovativ gelten. Man erinnere sich: die Heldin Josie ist eine Vorzeigeehefrau mit zwei Kindern, einem Mann, Hund und einem gepflegten Reihenhaus in einer amerikanischen Vorstadt in den USA der 1960er Jahre. Doch die Hauptfigur ist kein Heimchen am Herd, sondern insgeheim eine Auftragsmörderin deren Energie meist darin besteht, ihr Doppelleben geheim zu halten. Am Ende des ersten Bandes drohte das aufzufliegen und es konnte gerade noch verhindert werden. Nur die ungeliebte Schwiegermutter weiß um das Geheimnis und besitzt nun ein Druckmittel.

Im zweiten Teil von Lady Killer stehen  nun einige Veränderungen an. Vor allem weil die Killermutter nun nicht mehr für ein Syndikat arbeitet, sondern sich als freiberufliche Mörderin durchschlägt. Das hat durchaus eine satirische Schärfe. Den in den 1960ern machten sich die Frauen freier und begannen zunehmend, auch trotz einer Ehe, Berufe zu ergreifen. So ist es bitterböse, wenn die Heldin ihre sieben Prinzipien aufzählt, die genauso aus einem küchenpsychologischen Ratgeberbuch stammen könnten, sich aber allesamt auf Morde bezieht. Schon der Beginn ist wunderbar, wenn eine Tupperparty veranstaltet wird und das Verkaufsgespräch in ein Blutbad ausartet. Da gibt es einen bösen Kommentar auf den Kapitalismus, und später noch einen schwarzhumorigen Gag wenn  bei der Leichenentsorgung die Säge kaputt geht.

Das sind aber nicht die einzigen Probleme welche hier entstehen, denn es wird immer schwerer das Doppelleben aufrecht zu erhalten. Vor allem ein alter, nun ja, Kollege, sorgt für einigen Ärger und dass das ganze Leben der tapferen, jungen und schönen Frau ihr um die Ohren fliegt. Es wird blutig und am Ende herrscht ein neuer Status Quo.

Doch wie kann es sein, dass man mit der Hauptfigur mitfiebert, wenn sie eine Mörderin ist? Das liegt nun weniger an der Story, sondern an den herausragenden Zeichnungen. Joelle Jones schreibt nun ihre Serie ganz allein weiter und ihre historisch bis in das Penibelste ausgearbeiteten Zeichnungen sind ein einziger Genuss. Durch die Akribie, welche selbst die Tapeten in den Räumen und den Grundriss der Häuser betrifft, wird ein gutes und stimmiges Flair geschaffen. Die stetig wechselnden Perspektiven sind dramatisch und erhöhen die Spannung. Natürlich macht die Attraktivität der Hauptfigur diese sympathisch und trotz der verwerflichen Taten wünscht man ihr den Erfolg, da dieses eine pervertierte Form des Feminismus ist. Auch sind einige Szenen äußerst erotisch ohne jemals in eine Schmuddelecke zu rücken und benötigen überhaupt keine nackten Tatsachen, um die Phantasie zu erregen. Und das ist schon eine große Kunst.

Dazu kommt noch die Farbgebung von Michelle Madsen welche den Zeichnungen sowohl eine Patina als auch die knalligen Farben, wie man sie aus den 60ern kennt, verpasst. Aber gleichzeitig stellen sie sich auch in den Dienst der Story. Etwa während eines Mordes, bei dem eine Frau erwürgt wird, so stellt die Farbgebung die Grausamkeit noch deutlicher heraus, indem die Gesichtsfarbe des Opfers stetig verändert wird, was abscheulich wirkt.

Hier spielen die Zeichnungen, die Farbgebung und die Story wirklich ineinander und es fasziniert und ist spannend, zu lesen wie der Tonfall und die Fassade langsam bröckeln, was auch einen gehörigen Teil der Spannung ausmacht. Faszinierend.


Fazit:
Ein faszinierender Band trotz der grausamen Morde. Hier gehen die Zeichnungen und die Farbgebung wirklich eine gelungene Symbiose mit der Story ein und man folgt gebannt den Ereignissen die sich immer weiter zuspitzen.

Lady Killer 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Lady Killer 2

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,99

ISBN 10:
3741602744

ISBN 13:
978-3741602740

128 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen und Farbgebung
  • spannender Krimi mit Zeitkolorit
  • Sympathie gegenüber Heldin trotz böser Taten
  • schwarzer Humor
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 04.02.2018
Kategorie: Hefte
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