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Comic-Besprechung - Long John Silver - Gesamtausgabe

Geschichten:
Text Mathieu Lauffray/Xavier Dorison
Zeichnungen und Farben: Mathieu Lauffray


Story:
Amazonas Gebiet Ende des 18. Jahrhunderts: Lord Hastings und eine kleinen Schar Männer dümpeln in einer Nussschale in einem der Seitenarme des großen Flusses. Fieber und Klima setzten den Männern zu. Sie sind auf der Suche nach der legendären Stadt Guyanacaapac, in der die Reichtümer des ganzen Kontinents gehortet worden sein sollen. Derweil kämpft seine Frau in England ums Überleben und gegen ihren finanziellen Ruin an. Als diese nun Nachricht erhält, dass ihr Mann bei seiner Suche erfolgreich war, macht sie sich auf den Weg zu ihm – allerdings nicht ohne Hintergedanken. Sie möchte die Reichtümer für sich alleine und rüstet eine entsprechende Expedition aus, um einerseits das Gold zu bergen und andererseits ihren Mann und seine Crew aus dem Weg zu schaffen. Wer wäre für einen solchen Plan ein besserer Partner, als Long John Silver, Pirat aus Stevensons „Schatzinsel“. Denn dieser ist, im Gegensatz zur landläufigen Meinung, nicht tot, sondern lebt als Koch einer kleinen Spelunke in Bristol. Silver besorgt kurzfristig einen Großteil der Mannschaft und die Reise ins Unbekannte kann beginnen.


Meinung:
Long John Silver, schillerndste Figur in dem Roman „Die Schatzinsel“, gehört sicherlich zu den faszinierendsten Schurken der Weltliteratur. Robert Louis Stevensons entwarf einen skrupellosen, durchtriebenen Piraten, für den ein Menschenleben nicht viel zählt. Schon immer haben nachfolgende Generationen an Kreativen ihren Gefallen gefunden an der Teerjacke. Eines der herausragendsten Werke hierzu ist die von Mathieu Lauffray und Xavier Dorison getextete und von Mathieu Lauffray gezeichnete Serie „Long John Silver“. Zwischen März 2009 und Oktober 2013 erschienen die vier Alben bei Carlsen, wo jetzt ein prächtiger Sammelband erschienen ist.
Das Artwork von Mathieu Lauffray hat genau die gebotene Wässrigkeit, um die Geschichte zu erzählen. Noch auf hoher See hört der Leser das Knarren der Rahen, schmeckt die Salzluft, spürt die um sich greifende Angst und riecht den Schweiß der Teerjacken. Dann im sumpfigen Amazonas kämpft sich der Betrachter durch den Morast. Moos, Flechten und ein undefinierbares Grün prägen die Seiten. Es ist der Stil von Lauffray, der diesen Band so einzigartig macht. Möglicherweise ist es von Vorteil, dass er schon am Skript mitgeschrieben hat und der Geschichte eine Richtung gab, von der er wusste, dass sie ihm Spaß machen würde zu zeichnen. Wenn dem so ist, sollte jeder Zeichner ins Skript eingreifen.
Die Seitenarchitektur ist überaus abwechslungsreich. Kleine Panels stehen im ständigen Wechsel mit ganzseitigen bzw. auch doppelseitigen Zeichnungen. Spätestens an diesen Stellen fällt der Betrachter in die Geschichte. Eben noch bewegte sich der Leser in den engen Schlucht einer felsigen Steilküste, stürmisches Meer, in kleinen Panels, da reißt der Zeichner beim Umblättern die ganze Enge ein und lässt das Schiff auf einer Doppelseite gemächlich auf eine sich öffnende Flusslandschaft gleiten.
Das Kreativteam Lauffray und Dorison entwerfen nicht nur eine geniale Hommage an den größten Piraten aller Zeiten, sie entwickeln den Charakter weiter. Silver wird menschlicher. Er ist keiner, der seine Taten von einst bereuen würde. Das würde die Person in den Augen der Leser auch völlig unglaubwürdig machen. Aber die Szenaristen entwerfen das Bild eines Mannes, der zwar skrupellos ist aber in seinem Rahmen ehrenhaft. Und auch die Charakterisierung der anderen Personen des Comics sind überaus gelungen. Keiner wirkt unglaubwürdig.
Zum Schluss sei noch erwähnt, dass es zwei Gründe gibt, warum sich ein Leser, der die Einzelbände im Regal stehen hat, den bibliophilen Sammelband holen sollte. Erstens ist er als wunderschöner Hardcoverband ein Blickfang in jedem egal. Die vier regulären Bände hatte Carlsen seinerzeit als Softcover auf den Markt gebracht. Der zweite Band liegt in dem Zusatzmaterial. Über 100 Ölgemälde und Skizzen, Entwürfe und Computeranimationen bilden den Abschluss des Prachtbandes. Diejenigen Leser, die angesichts der Schönheit der Zeichnungen mitunter die Schrift in den Bildern verfluchten, werden hier voll auf ihre Kosten kommen. 


Fazit:
Die vier Bände von Lauffray und Dorison bilden eine wundervolle Hommage an den berühmtesten Piraten aller Zeiten. Atmosphärisch sehr dicht, mit tiefen Charakteren ist dieser Prachtband sehr zu empfehlen, denn endlich hat damit die tolle Geschichte auch den würdigen Rahmen gefunden.


Long John Silver - Gesamtausgabe - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Long John Silver - Gesamtausgabe

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 39,99

ISBN 13:
978-3-551-73445-7

272 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Tiefe Charaktere
  • Gelungene Atmosphäre
  • Tolle Aufmachung
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 15.01.2018
Kategorie: Alben
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