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Comic-Besprechung - Reddition 66

Geschichten:
Reddition 66: Ein halbes Jahrhundert Carlsen Comics
Carlsen Comic Cultur: Wie alles begann

Autor: Eckart Sackmann

Spirou und Fantasio: Carlsens Topseller
Autor: Stefan Schmatz

Carlsen Comics wird unabhägig
Autor: Eckart Sackmann

Die "Ära Knigge"
Autor: Michael Hein, Jens R. Nielsen

Comicalben im Buchhandel
Autor: Peter Osterried

Carlsen jenseits des frankobelgischen Schwerpunktes
Autor: Peter Schimkat

Deutsche Zeichnerinnen und Zeichner bei Carlsen Comics
Autor: Bernd Hinrichs

Manga bei Carlsen
Autor: Jens R. Nielsen

Graphic Novel bei Carlsen
Autor: Falk Straub

Die "Carlsen-Elefantenrunde"
Autor: Volker Hamann


Story:
50 Jahre alt wird im Jahre 2017 der Carlsen Comics Verlag. Da der Verlag prägend für die Sozialisation ganzer Generationen von ComicleserInnen war, das Format des Comicalbums in Deutschland einführte, sowie einen nachhaltigen Einfluß auf die Entwicklung nicht nur der Verlagslandschaft hatte, betrachtet die neue Ausgabe der Reddition die Verlagsgeschichte etwas genauer.


Meinung:
Für jeden Comicfan ist es kaum zu übersehen: Carlsen Comics wird fünfzig. All überall liegen Broschüren und Gimmicks aus und in den Läden stehen Sonderausgaben beliebter Klassiker und schmucke Gesamtausgaben werden auf den Markt gebracht. Der Hamburger Verlag begeht seinen runden Geburtstag auf angemessene Art und Weise. Wobei der Carlsen Verlag an sich etwas älter ist und schon in den 1950ern in Deutschland einen Standort hatte. Im heimatlichen Dänemark wurde der Verlag sogar schon 1948 gegründet. Aber das Imprint Carlsen Comics steht „erst“ seit 1967 und so kann man auf ein halbes Jahrhundert zurück blicken.

Grund genug für die neue Ausgabe der Reddition den Carlsen Verlag und seine Geschichte zu portraitieren. Dabei hätte die Fachzeitschrift selber schon Grund zum Feiern, denn die aktuelle Ausgabe hat eine schöne Schnapszahl mit der 66. Natürlich kann man etwas an der Thematik zweifeln und darauf geht Volker Hamann auch im Vorwort ein. Allzu schnell kann man in eine Lobhudelei verfallen und damit Verlagswerbung betreiben. Natürlich gibt es viele harte Fakten und der Fokus liegt auf dem Verlag, aber dennoch kommen manche strittigen Themen zur Sprache. Auch wenn man dann manchmal zwischen den Zeilen lesen muss, aber man weiß ja nicht inwiefern ehemalige Mitarbeiter noch dem Betriebsgeheimnis verpflichtet sind. Auch wenn man sich bei scharfer Kritik zurückhält, so überwiegt doch eine kritische Distanz welche der Ausgabe gut tut.

Aber warum ausgerechnet ein Portrait von Carlsen Comics? Gut, fünfzig Jahre sind enorm, aber Panini Comics wird dieses Jahr 20 und schon letztes Jahr feierten einige Verlage ein Jubiläum. Die Antwort dürfte jeder etwas ältere Leser kennen. Denn 1967 brachte Carlsen Tim und Struppi nach Deutschland. Gegründet wurde der Verlag für das Segment der Kinderbücher und das ist bis heute ein Schwerpunkt, aber Ende der Sechziger kamen eben die ersten Abenteuer von Tim und seinem Hund hierher. Was einer kleinen Revolution gleichkam. Deswegen wird hier auch betrachtet wie das Format des Comicalbums entstand und wie prägend der Verlag im Laufe der Jahrzehnte eigentlich war. Gerade unter Andreas C. Knigge wurde das Comicsortiment enorm erweitert und viele heute etwas ältere Leserinnen und Leser erinnern sich bestimmt noch an die Zeiten als Carlsen schon fast ein Synonym für Comics war. An den Kiosk tummelten sich zwar noch andere Verlage, aber abseits von Lucky Luke, Asterix und den Heftserien wie Gespenster Geschichten standen die Ausgaben im größeren und edleren, wenngleich teureren, Format der Alben von Carlsen von vorneherein für eine höhere Qualität weil sie einen erwachseneren Eindruck machten und für viele Lesergenerationen zur Comicsozialisation gehörten. So können hier nicht nur Wissbegierige, sondern auch Nostalgiker auf ihre Kosten kommen.

Ein weiterer Grund für ein ausführliches Portrait ist die Tatsache, dass Carlsen oft ein Wegbereiter war. So machte er mit der Veröffentlichung von Frank Millers Der Dunkle Ritter kehrt zurück deutlich, dass auch im Superheldengenre Veränderungen stattgefunden hatten, der Begriff und die Sparte Graphic Novel wurde maßgeblich von Carlsen und seinen Veröffentlichungen geprägt  und last but not least brachten die Hamburger den Manga nach Deutschland. Wie man es dreht und wendet: der Verlag prägte nachhaltig nicht nur  die  Verlagslandschaft hierzulande, sondern vor allem auch die Leserschaft und machte den Comic nach den Anfeindungen der 1950er Jahre hoffähig.

Leider zehrt der Comic Imprint heute etwas von seinem einstigen Ruhm und hat sein Alleinstellungsmerkmal verloren. Das betrifft vor allem auch den Output von Veröffentlichungen. Man beschränkt sich auf die Pflege der Klassiker und der Stammautoren aber die Innovationen kommen mittlerweile woanders her und man muss in der aktuellen Reddition gerade in dieser Hinsicht mit der Lupe nach den kritischen Aspekten suchen. Wie schon erwähnt: wer zwischen den Zeilen lesen kann, kann aber noch einiges entdecken und für sich selber Schlüsse ziehen.

Wer sich für die Geschichte des Comic in Deutschland aus verlegerischer Sicht interessiert und sich selber darin entdecken kann, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen, da auch die verlegerische und wirtschaftliche Seite der Comicproduktion gut und übersichtlich zur Sprache kommt. Ein spannender Einblick.


Fazit:
Ein interessanter und spannender Einblick in das Wesen eines Comicverlages, bei dem auch die wirtschaftlichen Aspekte nicht zu kurz kommen. Nostalgiker können schwärmen, Wißbegeriege werden bedient und es gibt eine wohltuende kritische Distanz, die aber in Hinsicht der neuesten Verlagsgeschichte etwas zu brav ist.

Reddition 66 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Reddition 66

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Edition Alfons

Preis:
€ 10

ISBN 10:
394626607X

ISBN 13:
978-3946266075

81 Seiten

Reddition 66 bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • wirtschaftliche Aspekte der Comicproduktion
  • kritische Distanz
  • Entwicklung Verlag und Leserschaft verzahnt
Negativ aufgefallen
  • bei Kritik zu neueren Entwicklungen zu brav ausgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 29.06.2017
Kategorie: Reddition
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