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Comic-Besprechung - Liebe auf Iranisch

Geschichten:
Liebe auf Iranisch
Autor: Jane Deuxard, Zeichner / Colorist: Zac Deloupy


Story:
Das Journalistenduo welches unter dem Pseudonym Jane Deuxard veröffentlicht, bereiste schon mehrmals den Iran und führte heimlich Interviews mit jungen Leuten. Das erlaubt einen intimen Einblick in das Liebesleden welches untrennbar mit dem politischen Regime und den gesellschaftlichen Zwängen verwoben ist.

Meinung:
Man könnte meinen, dass hier wieder ein autobiographischer Comic in der Tradition von Persepolis vorliegen würde. Wobei das natürlich nicht der schlechteste Vergleich ist, zeigt er doch auf wie sehr Persepolis das Bild vom Iran prägte und wie einflussreich die Graphic Novel war. Doch Liebe auf Iranisch hat mehr von den Comicreportagen von Joe Sacco denn von Marjane Satrapi. Denn es handelt sich bei dem vorliegenden Comic um eine journalistische Reportage im Comicformat und nicht um eine Autobiographie oder eine Graphic Novel. Hier überwiegen Interviews welche ein Journalistenpaar heimlich im Iran durchgeführt haben und beleuchten das Alltagsleben und die Liebe und das Leid in der Gesellschaft. Diese Interviews sind dann einfach anhand von Zeichnungen von Deloupy illustriert worden.

Nun ist bekannt, dass sich Joe Sacco oftmals sehr naiv an die komplexen Themen heranwagte und offenbarte eine oft ärgerliche Tendenz. Zum Glück ist diese vorgefertigte Meinung die man anhand der Beobachtungen verifizieren will, hier nicht zu finden. Okay, man kann eine gewisse Tendenz nicht bestreiten, aber das liegt in der Natur der Sache. Man will herausfinden wie das Alltagsleben im Iran so funktioniert. Aber die Mullahs lassen so etwas nicht zu und das Duo musste hier auch unter Pseudonym Jane Deuxard zeichnen, um ihre Gesprächspartner und sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. So ist es wenig erstaunlich, dass ausnahmslos alle Interviewpartner unter dem Regime und der Gesellschaft leiden. Es gibt kein Interview mit einem Befürworter der Verhältnisse was die klassische Objektivität, die man von einem seriösen Journalismus erwartet, aushebelt. Aber einen solchen konformen Partner hätte man auch nicht finden können ohne das gesamte Projekt zu gefährden. So nimmt man eine Subjektivität in Kauf, macht das aber deutlich, indem man einfach die Personen erzählen lässt und so auch alle Gegensätze und Widersprüche stehen lässt. Auch als während eines Gesprächs ein Streit unter Liebenden ausbricht, so sagt dieser mehr aus als eine vermeintliche Objektivität. Indem die einzelnen Individuen immer im Mittelpunkt stehen, wird die Subjektivität mehr als deutlich. Was nicht die Qualität und die Leistung mindert. Vielmehr gibt es so einen intimen Einblick in das alltägliche Leben.

Da es sich hier um bebilderte Interviews handelt, sehen sich die Zeichnungen starken Beschränkungen gegenüber.  Da sind ihnen einfach Grenzen auferlegt. Manchmal gelingt es Deloupy, symbolische und satirisch angehauchte Zeichnungen unterzubringen, ansonsten sind sie rein beobachtend, zeigen aber die Alltagswelt die uns so fern ist.

Die Interviews an sich sind sehr interessant und machen die Restriktionen sehr deutlich und wie wichtig Freiheit nicht nur als Wort ist, sondern wie sehr sie uns selbstverständlich geworden ist. So sehr, dass wir sie teilweise schon fast wieder aufgeben wollen. Wohin das führen kann und was das für die einzelnen Menschen bedeuten kann, wird hier sehr eindrücklich beschrieben. Insofern sollte man hier durchaus zugreifen.


Fazit:
Ein intimer und schockierender Einblick in das Alltagsleben im Iran welches einem alle Illusionen rauben kann. Gleichzeitig ist es ein unpathetischer Ruf nach Freiheit der zutiefst beeindruckt.

Liebe auf Iranisch - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Liebe auf Iranisch

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 19,80

ISBN 10:
3958395430

ISBN 13:
978-3958395435

144 Seiten

Liebe auf Iranisch bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Thematik
  • aufwühlende Interviews
  • Plädoyer für die Freiheit
  • Einblick in eine ferne Gesellschaft
Negativ aufgefallen
  • Zeichnungen haben Mühe adaquäte Bilder zu finden
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Rezension vom: 07.07.2017
Kategorie: Alben
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