SplashpagesSplashbooksSplashcomicsSplashgamesComicforumImpressumEntertainweb


In der Datenbank befinden sich derzeit 14.063 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...
Rezensionen Splash! Hits Covergalerie Checkliste Gesammelte Leseproben

Comic-Besprechung - Descender 3: Singularitäten

Geschichten:
Descender 3: Singularitäten (Descender:Singularities)
Autor: Jeff Lemire, Zeichner / Colorist: Dustin Nguyen


Story:
TIM-21 wird von seinem Roboterzwillung gejagt, der ihn aus Eifersucht töten will. Zudem verrät der Wissenschaftler um sein Leben zu retten, einige Geheimnisse seiner Gefährten. Die Situationen spitzen sich für alle Beteiligten zu.

Meinung:
Wie es im Nachwort zu diesem dritten Band der Serie Descender schön prägnant festgehalten wird: der kanadische Shooting-Star Jeff Lemire hat ein Faible für Außenseiter. Egal ob man nun seinen Beginn als unabhängiger Comiczeichner und Autor betrachtet, seinen Mittelweg zwischen Mainstream und Independent bei dem DC-Imprint Vertigo oder nun als viel beschäftigter Schreiber bei der DC Superheldensparte: Außenseiter sind sein roter Faden. In Essex County war es die Einsamkeit, das gefühlte „Nicht dazu gehören“ und bei Vertigo setzte Lemire mit The Nobody dem Thema des Unsichtbaren Mannes in Tradition von H. G. Welles ein Denkmal. Aber vor allem Sweet Tooth setzte da einen Glanzpunkt und die Jugendlichen und Kinder fühlen sich in ihrer Entwicklung nicht nur fremd, sondern sehen auch anders aus. Solche Aspekte findet man auch in den Superheldengeschichten. So formiert sich unter der Feder von Lemire die Justice League United etwa auch deswegen, weil sich die Mitglieder einzeln nicht wertgeschätzt fühlen und in den anderen Ligen keine Aufnahme fanden.

Allerdings setzt Lemire bei seiner Behandlung des Outsiders nicht allein auf die Exzentrik der Personen und dem damit verbundenen Humor wie es etwa Tim Burton in seinen Filmen tut, sondern untersucht vielmehr wie sie letztlich auf ihre Ausgrenzung reagieren. Denn eine solche Unterdrückung, mag sie auch unterschwellig sein, hat natürlich psychische Konsequenzen welche sich zwangsläufig auf die Handlungen und Reaktionen darauf auswirken. Ein Kreislauf also der zur Verstärkung des Ausgegrenzt Seins beitragen kann. Was immer wieder auch zu Tragik und Dramatik führt.

Für diese Konzepte benutzt Lemire durchaus die Genres und vernachlässigt nicht deren Konventionen, spielt aber mit ihnen. So erinnert Descender phasenweise sehr an A.I., dessen Drehbuch noch von Stanley Kubrick stammte aber von Spielberg realisiert worden ist. Dort wie hier geht es um Roboter welche menschliche Gefühle entwickeln. Doch ist es kein maschineller Entwicklungstraum, sondern wieder eine Außenseitergeschichte. Denn schließlich wurden nach dem Angriff von Riesenrobotern alle Roboter in der Galaxis verfolgt. Sie gründen eine Widerstandsbewegung und verstecken sich. Folglich werden sie gezwungermaßen zu Außenseitern.  Doch auch die anderen hier vorkommenden Figuren sind alle Außenseiter. Einer der menschlichen Helden ist Waise und somit aus der Gemeinschaft von Familie ausgeschlossen, während die Heldin sich in ihrer Familie nicht entfalten kann und gegen die inneren Strukturen rebelliert, was sie einsam macht. Und dann wieder gibt es diejenigen welche sich freiwillig zu Cyborgs machen und so eine Subkultur bilden die sich bewusst vom Mainstream abgrenzt.

Außenseiter überall. Und ihre Einstellung bestimmt natürlich das Handeln. So ist es hier etwa eine große Kunst das selbst Roboter menschlich wirken und auch die Maschinenwesen bekommen einige sehr bewegende Szenen spendiert die dem Leser durchaus nahe gehen. Die Handlung an sich stagniert aber in diesem dritten Band, da hier vornehmlich auf die individuelle Vergangenheit der Charaktere Bezug genommen wird .So wird gezeigt wie die Wege der bisher vorgestellten Charaktere zu dem Punkt führten wo die Handlung einsetzte. Was alle Schicksale erhellt und nicht nur dramatisch und bewegend, sondern einfach nur toll ist.


Fazit:
Auch wenn die Handlung an sich stagniert, so ist der Rückblick auf alle wichtigen Charaktere der Reihe sehr spannend und vor allem sehr bewegend. Toll.

Descender 3: Singularitäten - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Descender 3: Singularitäten

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 22,80

ISBN 10:
3958391680

ISBN 13:
978-3958391680

120 Seiten

Descender 3: Singularitäten bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • dramatisch und bewegend
  • gute Zeichnungen
  • Rückblick auf die Geschichte der Charaktere
Negativ aufgefallen
  • Haupthandlung stagniert
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
Keine Bewertung vorhanden
Bewertung
Du kannst diesen Comic hier benoten.

Persönlichen Bookmark setzen für diese Seite
Diese Seite als Bookmark bei Blinklist hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei del.icio.us hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Digg hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Fark hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Furl hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Google Bookmarks hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Mister Wong hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei myYahoo hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Netscape hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Newsvine hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Reddit hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei StumbleUpon hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Technorati hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Yigg hinzufügen  
Oder diesen Dienst benutzen: Social Bookmark Button

Rezension vom: 04.05.2017
Kategorie: Alben
«« Die vorhergehende Rezension
Venedig
Die nächste Rezension »»
No Exit 3
Leseprobe
Zu diesem Titel liegt derzeit keine Leseprobe vor. Sie sind Mitarbeiter des Verlags und daran interessiert uns für diesen Titel eine Leseprobe zu schicken? Dann klicken Sie hier...
Das sagen unsere Leser
Zu diesem Titel existieren noch keine Rezensionen unserer Leser.