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Comic-Besprechung - Hier Selbst

Geschichten:
Hier Selbst
Autor: Jean-Claude Forest, Zeichner: Jacques Tardi


Story:
Arthur Selbst hat nach mehreren Prozessen seinen Familiensitz Mornemont an skrupellose Verwandten verloren, die sich den Besitz in meherer Grundstücke aufgeteilt haben. Doch Selbst gehören noch die Grenzen und so lässt er die Grundstücke von Mauern umgeben auf denen er wohnt und fungiert als bezahlter Torwächter. Mit dem eingenommenen Geld will er wieder den Prozess aufrollen. Doch die Liebe und die nationale Politik kommen ihm in die Quere.


Meinung:
Mit dem Band Hier Selbst haben sich zwei Großmeister des französischen Comics zusammengetan: Jaques Tardi und Jean-Claude Forest. Die Namen lassen natürlich mehr als aufhorchen. Tardi wurde mit den verrückten Abenteuern seiner Adele bekannt und Forest trug wesentlich dazu bei, einen erwachsenen Comic in Frankreich zu etablieren, indem er seine Heldin Barbarella auch erotische Abenteuer erleben ließ. Und angesichts dessen, das beide Comickünstler nicht nur starke Frauen als Hauptfiguren genommen haben und mit ihnen berühmt wurden, ist beiden auch eigen, dass sie gerne Absurditäten in ihre Geschichten eingebunden haben. Letztlich ist also eine Zusammenarbeit bei genauerem Hinsehen weniger überraschend als man zuerst gedacht hätte.

Überraschend ist vielmehr das es so lange gedauert hat, Hier Selbst auf Deutsch veröffentlicht zu sehen. Manchem mag es schon aufgefallen sein, dass hier keine neue Geschichte vorliegt, denn  Forest ist leider schon seit einigen Jahren verstorben. So nimmt es natürlich kein Wunder das hier kein neuerer Band vorliegt, sondern eine Geschichte welche schon 1979 in Frankreich erschienen ist. Aber nicht in einem Albumformat, sondern in Fortsetzungen in einem Magazin. Was einige inhaltliche Sprünge und einen teilweise fehlenden roten Faden erklärt. So kann man nämlich auch jedes Kapitel für sich lesen ohne wesentliche Aspekte der Handlung zu verpassen. Einzig in der zweiten Hälfte wird einiges miteinander verknüpft und zu einem Abschluss geführt.

Ursprünglich war der Stoff ein Filmdrehbuch von Forest und es ist eigentlich kein Wunder das es nicht verfilmt worden ist. Was keinesfalls als qualitative Aussage zu verstehen ist. Aber für einen Film wäre der Stoff zu surreal gewesen. Angesichts auch der damals schon recht hohen Produktionskosten, jedenfalls im Vergleich zu Comics, von Filmen wäre es von der Produzentenseite her ein ungeheures Risiko gewesen. Aber gerade mit einem Comic hat man für den Stoff ein mehr als geeignetes Medium gefunden. Ja, in der Betrachtung kann man sich nur schwer vorstellen, dass es jemals für ein anderes Medium vorgesehen worden war.

Vor allem wenn Tardi zeichnet. Denn, wie schon erwähnt, hat er mit Forest gemeinsam, dass es immer wieder etwas Absurdes in den Storys gibt. Tardi flechtet diese Elemente gerne wie nebenbei ein. Man wähnt sich in einem Realismus und dann wird es surreal. Wobei ein Realismus hier auch gar nicht vorgesehen ist. Schließlich geht es um einen Mann, der auf einer Mauer lebt und sein Erbe wiedererlangen will. Allein schon die Story ist ziemlich absurd und gibt auf den ersten Blick nicht so viel her. Aber auch wenn Forest es in seinem Vorwort verneint, so ist hier doch auch eine politische Satire zu finden. Aber nicht nur auf Politik, sondern auch auf menschliche Eigenheiten, Kapitalismus, Traditionalismus und das Großbürgertum. Und das ist wohl mit das erstaunlichste an diesem Band: dass er nichts von seiner Aussage verloren hat. So ist Hier Selbst vor allem eine zeitlose Satire die gleich auf vielen verschiedenen Ebenen funktioniert.


Fazit:
Zwei Großmeister des französischen Comic, Absurditäten, Surrealismus, eine zeitlose Satire. Immer noch nicht den Band gekauft?


Hier Selbst - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Hier Selbst

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Edition Moderne

Preis:
€ 29

ISBN 10:
3037311576

ISBN 13:
978-3037311578

200 Seiten

Hier Selbst bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • zeitlose Satire
  • Absurdität
  • Überraschungen
Negativ aufgefallen
  • kein roter Faden
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Rezension vom: 21.12.2016
Kategorie: Alben
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