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Comic-Besprechung - Shit is real

Geschichten:
Shit is real
Autor / Zeichner: Aisha Franz


Story:
Selma ist am Boden zerstört. Nicht nur hat sie gerade keinen Job, sondern ihr Freund Max hat auch noch Schluß gemacht und sie aus der gemeinsamen Wohnung geworfen. Selmas Freundin Yumi ist auch keine große Hilfe, da sie mit ihrem eigenen Leben beschäftigt ist. Als Selma in ihrer neuen Wohnung aus Versehen ein Loch in die Wand schlägt, nimmt ihr Leben eine unerwartete Wendung.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Shit is real ist ein Buch für Singles. Oder besser nicht, da es einen dann noch zusätzlich etwas herunterziehen könnte. Aber gerade wenn man schon einmal ein solches Gefühl der Verlassenheit erfahren hat, wie es Singles nur allzu gut kennen, kann man die Erlebnisse der Heldin sehr viel mehr nachvollziehen und sich teilweise sogar selbst darin wieder erkennen. Was nicht zwangsläufig ein gutes Gefühl ist.

Aber es gehört zu den absoluten Stärken der Graphic Novel von Aisha Franz, dass sie dieses Gefühl der Einsamkeit nachvollziehbar macht. Auch für all diejenigen die ein ausgeprägtes Sozialleben haben. Damit wird eine Bresche geschlagen, was unter anderem dadurch ermöglicht wird, dass sich Franz nicht in einer weinerlichen Nabelschau ergeht wie man es sonst so oft im autobiographisch geprägten Bereich der Graphic Novels findet, sondern durch eine starke und effiziente Symbolik das Gefühl erkennen lässt wie es Leuten ergeht die sich nicht zugehörig fühlen. Schon der Beginn ist da sehr schön symbolisch ausgefallen und gerade die Abstraktion erfasst das wesentliche. Auf der ersten Seite befindet sich die Heldin in einer Wüste. Nach einem beschwerlichen Weg, bei dem man selber meint den Hunger und den Durst zu spüren, kommt sie an ihrer Wohnung an, die sie mit ihrem Freund teilt. Diese erscheint als eine Oase und wird auch so geschildert. Die Ernüchterung erfolgt aber sogleich, denn der Freund macht Schluss und alles bricht zusammen und zerfällt wie eine Luftspiegelung. Die Heldin steht dann im wahrsten Sinne des Wortes vor den Trümmern. Umgeben von der Wüste.

Schon bei diesem Einstieg wird deutlich wie sehr hier das Thema Einsamkeit in all seinen Facetten geschildert werden wird. Die Heldin, arbeitslos und Single, die Freundin ist mit ihrem eigenen Leben vollauf beschäftigt, fühlt sich vom Leben an sich ausgegrenzt und sehnt sich danach sich zugehörig zu fühlen. Was auch dazu führt, dass sie sich mit anderen vergleicht. Sie geht hier sogar soweit sich in das Leben anderer zu träumen. Sie befindet sich aber weniger in der Fantasie wie es wohl wäre mit einem bestimmten Mann zusammen zu sein, sondern geht sogar so weit, eine fremde Wohnung zu besetzen und zu beginnen, das Leben ihrer Nachbarin zu leben. Obwohl diese Fantasie nicht produktiv ist, weil das nichts an ihrer eigenen Situation ändert.

Aber auch für den Leser wird die Grenze zwischen Traum, Fantasie, Ersatzleben und der Realität immer verwirrender. Franz gestaltet hier gekonnt ein Spiel mit verschiedenen Realitätsebenen und Traumsequenzen. Manchmal kann man auch als Leser nicht zwischen denen unterscheiden und am Ende ist fraglich was überhaupt wirklich war und was ein Traum der Sehnsüchte der Heldin. Einzig eines sicher: Shit is real.

Immerhin macht die Graphic Novel auf eine schöne Art und Weise wieder einmal deutlich wie die eigene Befindlichkeit und Situation die Wahrnehmung der Welt prägt. Die Zeichnungen tragen neben der Symbolik auch stilistisch dazu bei, indem sie teilweise recht naiv gehalten sind und in Bleistift und Kohle gestaltet wurden was dem Ganzen eine gewisse flüchtige Note verleiht. Aber der Eindruck den diese Lektüre hinterlässt ist dauerhaft.


Fazit:
Eine starke und effizient eingesetzte Symbolik macht das Gefühl der Verlassenheit nachvollziehbar und es entwickelt sich ein gekonntes Spiel mit Realitätsebenen. Stark.

Shit is real - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Shit is real

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Reprodukt

Preis:
€ 24,00

ISBN 10:
3956400631

ISBN 13:
978-3956400636

300 Seiten

Positiv aufgefallen
  • effiziente und starke Symbolik
  • Spiel mit Realitätsebenen
  • Gefühl der Einsamkeit wird nachvollziehbar
Negativ aufgefallen
  • teils naiv angehauchter Zeichenstil
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Rezension vom: 25.07.2016
Kategorie: Alben
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