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Comic-Besprechung - Als wir gegen die Deutschen verloren haben

Geschichten:
Als wir gegen die Deutschen verloren haben
Autor, Zeichner: Guido van Driel, Übersetzung: Annelie David

Story:

Es ist der 8. Juli 1974. Am vorherigen Tag haben die Niederlande gegen Deutschland im Finale der Fußball Weltmeisterschaft verloren. Und die beiden Schüler Jonas und Daan versuchen den Tag irgendwie herumzubringen.



Meinung:

Der Titel "Als wir gegen die Deutschen verloren haben" erweckt Interesse. Man fragt sich beim Lesen unwillkürlich, wer wir ist. Und wann die Geschichte dieses Comics überhaupt stattfindet. Es gibt schließlich viele Momente, auf die die Bedeutung des Titels zutreffen könnte.

Wenn man dann einen Blick auf das Cover des Comics wirft, den Guido van Driel entworfen hat, sieht man, dass die Handlung in der Moderne angesiedelt ist. Man sieht ein Mädchen, das auf einen roten Hüpfball in der Luft schwebt. Eine Momentaufnahme. Die luftige Kleidung und die Sandalen lassen auf einen Sommer als Handlungszeitraum schließen. Und der ungefähre Handlungsort ist auch klar, da eine kleine niederländische Fahne zu sehen ist.

Bereits anhand des Covers weiß man also, dass der Plot in den Niederlanden stattfindet, zu einem relativ erst kurz zurückliegenden Zeitpunkt und dass es Sommer ist. Dadurch wird zumindest schon mal das Interesse an dem geweckt, was einem im Inneren des Bandes erwartet.

Die Geschichte, die sich dort dann einem offenbart, hat fast Slice of Life-Charakter. Es ist der 8. Juli 1974 und im Rahmen der Fußball-WM haben die Niederlande am Vortag gegen Deutschland verloren. Für die beiden Schüler Jonas und Daan ist dies eines der vielen Gesprächsthemen, mit denen sie den Tag verbringen. Denn sie haben Schulferien und jede Menge Freizeit. Ein anderes Thema ist das Verschwinden einer Mitschülerin, der Helene. Und die Polizei sucht bereits nach ihr.

Slice of Life Geschichten sind vor allem durch die Mangas populär geworden. Es handelt sich um ruhige Erzählungen, die den Fokus mehr auf normale Alltagssachen legen, als auf eine spannungsgeladene, zusammenhängende Story. Es sind einfache Ausschnitte aus dem Leben normaler Personen.

Auch "Als wir gegen die Deutschen verloren haben" versteht sich als eine solche Geschichte. Spannung kommt in diesem Fall aus zwei Details: Der Tatsache der Niederlage. Und dem verschwundenen Mädchen. Wobei ersteres deutlich im Vordergrund steht, derweil zweites eher im Hintergrund aktiv ist.

Es ist die Story zweier Jungen. Auf der einen Seite hat man Jonas einen Sohn aus einer mittelständischen Familie, der sehr an der Vergangenheit und Geschichte interessiert ist. Er hat sogar ein eigenes, kleines Museum, das er mit lauter Fundstücken aus der Gegend ausgestattet hat. Und auf der anderen Seite hat man Daan, dessen Familie in einem Hochhaus wohnt und der die anderen quält. Er ist ein Rabauke, der mehr an Krawall interessiert ist. Und trotzdem sind die beiden Jungs miteinander befreundet.

Es ist ein interessanter Kontrast, der die beiden auszeichnet. Und man spürt, dass die Freundschaft wohl eher von Daan forciert worden ist, als von Jonas. Der immerhin das Beste aus der Situation macht, auch wenn das nicht immer klappt, angesichts der Aggressivität seines Freundes.

Überwiegend macht der Comic Spaß. Vor allem, weil im Hintergrund das Mysterium um das Verschwinden eines jungen Mädchens existiert. Hauptsächlich drängt sich dieser Plot nie in den Vordergrund. Er ist einfach da, ein zusätzliches Merkmal, dass diese Graphic Novel eben ausmacht.

Doch gegen Ende bricht Gudo van Driels mit der Erzählung. Es ist ein vollständiger Bruch, auch zeichnerisch. Zuvor war die Story farbig und jetzt auf ein Mal wird es schwarz/weiß, was auch daran liegt, dass der Erzähler wechselt. Leider wirft dieser Wechsel einen komplett aus der Story. Und leider erholt sie sich davon nicht.

Es wird einiges geklärt, was gleichzeitig der Story Wirkung raubt. In diesem Falle wäre es nämlich gut gewesen, dass keine Aufklärung gebracht werden würde. So ist man am Ende enttäuscht.

Die Illustrationen von Guido van Driels erinnern etwas an die Malarbeiten von Kindern. Vor allem bei den Menschen macht sich das bemerkbar, da deren Gesichtszüge schief sitzen. Ansonsten sind seine Panels voll mit Details und die Kolorierung ist stimmig.

Man sollte in diesen Comic am besten selber "Reinschauen".



Fazit:

Mit "Als wir gegen die Deutschen verloren haben" liegt jetzt die Graphic Novel von Guido van Driel vor. Es handelt sich um eine Slice of Life-Story, die in den Niederlanden am Tag nach der Niederlage der niederländischen Fußballnationalmannschaft gegen die deutsche Mannschaft im Finale der WM stattfindet. Es ist die Erzählung zweier Jungen, die trotzt eines starken Kontrasts zwischen ihnen, gut befreundet sind. Im Hintergrund existiert das Mysterium um das Verschwinden eines jungen Mädchens. Die Story wird überwiegend aus der Sicht von dem Jungen Jonas erzählt, wobei es gegen Ende einen ziemlichen Bruch in der Geschichte gibt. Sowohl narrativ als auch stilistisch wechselt Guido van Driel, was einen aus dem Lesen des Bandes rauswirft. Und den Gesamteindruck schmälert.



Als wir gegen die Deutschen verloren haben - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Als wir gegen die Deutschen verloren haben

Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Avant Verlag

Preis:
€ 19,95

ISBN 13:
978-3-945034-38-5

96 Seiten

Als wir gegen die Deutschen verloren haben bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Slice of Life Erzählung
  • Ein gut gemachter Comic
  • Interessante Gestaltung
Negativ aufgefallen
  • Stilistischer und narrativer Bruch am Ende
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Rezension vom: 11.07.2016
Kategorie: One Shots
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