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Comic-Besprechung - Prez Volume 1: Corndog-in-Chief

Geschichten:
Corndog-In-Chief
Autor: Mark Russell, Zeichner: Ben Caldwell, Inker: Mark Morales, Colorist: Jeremy Lawson

The Democratic Circus
Autor: Mark Russell, Zeichner: Ben Caldwell, Inker: Mark Morales und Sean Parsons, Colorist: Jeremy Lawson

Adventures in Cabinetry
Autor: Mark Russell, Zeichner: Ben Caldwell, Inker: Mark Morales, Colorist: Jeremy Lawson

The Beast of War
Autor: Mark Russell, Zeichner: Dominike "Domo" Stanton, Inker: Mark Morales, Colorist: Jeremy Lawson

Apologies in Advance
Autor: Mark Russell, Zeichner: Ben Caldwell, Inker: Mark Morales, Colorist: Jeremy Lawson

Beware of Cat
Autor: Mark Russell, Zeichner: Ben Caldwell, Inker: Mark Morales, Colorist: Jeremy Lawson

Prez: Sneak Peak
Autor: Mark Russell, Zeichner: Ben Caldwell, Inker: John Lucas, Colorist: Jeremy Lawson

Prez Sketchbook
Zeichner: Ben Caldwell


Story:
Wir schreiben das Jahr 2036. Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in den USA entscheidet sich der Amtsinhaber, doch nicht wieder zu kandidieren. Schuld sind eher, ähm, persönliche Fotos von einem alten Nebenjob. Zur gleichen Zeit kokelt sich die neunzehnjährige Beth Ross beim Säubern eines Grills die Haare an. Das Video von ihrem Missgeschick wird ein Hit auf Twitter. Und einige politische Verwicklungen später... ist Beth Präsidentin! Aber hat ein Teenager überhaupt eine Chance, gegen mächtige Senatoren, einflussreiche CEOs und die Medien etwas zu erreichen - oder auch nur zu überleben?

Meinung:
In dieser Rezension wird der originale US-Comic in englischer Sprache besprochen.

DC Comics? Das sind doch die mit den Superhelden? Klar, Superman, Batman & Co. gehören zum "Stammpersonal" des Verlags. Aber dazwischen gibt es auch die kleinen Perlen für alle, die mit den Prügeleien der maskierten und/oder mutierten Muskelpakete nicht so viel anfangen können. "Prez" ist eine solche Perle, die praktisch komplett ohne das bekannte DC-Personal auskommt. Der einzige bekannte Name (wobei "bekannt" relativ ist) ist Preston Rickard. Der gab bereits in den 1970ern den Teenager-Präsidenten und steht hier Beth als Vize zur Seite. Einen seiner alten Nemesise hat der frühere "Prez" gleich mitgebracht. Außerdem gibt es einen Billionär namens Wayne - Jack Wayne, eher nicht austrainiert und soweit bekannt ohne Kindheitstrauma.

Statt Superhelden und viel Knall-Buff-Peng setzt "Prez" vor allem auf zwei Dinge: Sozialkritik und Humor. Das Amerika, das Autor Mark Russell ("God is Disappointed in You") zeichnet, ist in Vielem von der heutigen Realität logisch weitergedacht, schlicht ein Stück weitergedreht. Um die sinkende Wahlbeteiligung anzukurbeln, kann man beispielsweise auch auf Twitter seine Stimme abgeben. Altmodische Drohnen sind längst von ferngesteuerten Robotersoldaten abgelöst. Deren Operatoren fläzen sich im Sitzsack und haben vor allem im Kopf, den Highscore des Kollegen nebenan zu übertrumpfen. Und im Logistikzentrum des Megakonzerns wird die Toilettenpause der Mitarbeiter sekundengenau mitgestoppt und die, ähm, Hinterlassenschaften automatisch gewogen. Schließlich muss der Schichtleiter ja feststellen können, ob er der Ausrede, das große Geschäft habe halt länger gedauert als das kleine, glauben kann.

Diese Satire ist gelegentlich etwas dick aufgetragen, und auch sonst nicht immer leicht zu schlucken. Da ist es gut, dass die Geschichte mit Humor regelrecht gespickt ist. "Prez" verlässt sich dabei nicht auf Schenkelklopfer, sondern die Gags ergeben sich aus der Geschichte oder beleuchten eine weitere Facette. Es lohnt sich übrigens zu lesen, was auf den häufig auftauchenden Bildschirmen, Displays, Laufbändern und so weiter geschrieben steht.

Das Artwork passt gut zur Geschichte. Zeichner Ben Caldwell ("Justice League Beyond") und Inker Mark Morales ("X-Force", "Secret Invasion") haben einen graphischen Tonfall gefunden, der die Balance zwischen Realismus und Karikatur nie verliert. Die Karikatur unterstützt den Humor der Geschichte, der Realismus erleichert (oder ermöglicht) es, ihr emotional zu folgen. Unterstützt wird Caldwell von Dominike "Domo" Stanton ("Chozen"), Morales von Sean Parsons ("Aquaman", "The 99") und John Lucas ("Valkyries", "Star Trek", "X-Men Unlimited"). Für die Farben zeichnet Jeremy Lawson ("Bill & Ted Go to Hell", "Teen Titans Go!") verantwortlich, für das Lettering Travis Lanham ("Batman: Arkham Unhinged", "Swamp Thing"), Marilyn Patrizio ("Harley Quinn/Power Girl", "Batman & Robin Eternal") und Sal Cipriano ("Hellblazer", "Teen Titans").

Dieses Trade-Paperback umfasst die sechs Hefte der ersten Miniserie um Beth Ross. Dazu kommt eine Geschichte aus einem Online-Preview und ein Anhang mit Skizzen, nicht umgesetzten Ideen und Variantcovern. Letzterer ist nicht nur aus sich selbst heraus interessant, sondern bietet auch neue Einblicke in den "eigentlichen" Comic. Beispielsweise ist auf einer Seite gesammelt, wie viele Logos Caldwell für die verschiedenen Firmen, Produkte und Label gestaltet hat, die sich im "Prez"-Universum tummeln. Beim ersten Lesen dürfte vielen so manches davon entgangen sein. Überhaupt sollte man diesen Band mindestens zweimal lesen, damit man auch alle lustigen und/oder klugen Details mitbekommt.

"Prez" ist ein Comic, der zum Nachdenken anregt, dabei aber nicht den erhobenen Zeigefinger zu dominant 'rausstechen lässt. Als leichte Lektüre für das bisschen Eskapismus nach Feierabend eignet der Band sich aber eher nicht. Eine zweite Miniserie mit sechs weiteren Heften ist bereits angekündigt, und auch einer weiteren Verlängerung gegenüber haben sich die Allgewaltigen von DC in den sozialen Medien nicht ganz abgeneigt gezeigt. "Prez" mag kein Klassiker sein, der aus sich selbst heraus noch in Jahrzehnten seine Fans findet. Aber es ist ein Comic, der gerade in der aktuellen politischen Situation auf kluge und witzige Weise zum Nachdenken anregt und bedenkenswerte Fragen aufwirft. Das ist mehr als man von so manchem Knall-Buff-Peng-Band erhoffen kann. Zu hoffen bleibt, dass auch Paninicomics sich von Beth Ross überzeugen lässt und "Prez" auf Deutsch eine Chance gibt. Aber auch falls nicht, ein noch halbwegs funktionierendes Schulenglisch sollte ausreichen.

Fazit:
Ein kluger Comic, der reale, aktuelle Entwicklungen einfach ein Stück weiterdenkt. Die stellenweise etwas plumpe Sozialkritik wird dabei mit reichlich Humor verdaulicher gemacht. Wer sich etwas Eskapismus für den Feierabend nach dem langen Tag im Büro erhofft, ist hier eher falsch. Wer sich aber von einem Comic auch mal zum Nachdenken anregen lassen und dabei gut unterhalten lassen will, kann eigentlich unbesorgt zugreifen.

Prez Volume 1: Corndog-in-Chief - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Prez Volume 1: Corndog-in-Chief

Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Sonstige

Preis:
€ 14,25

ISBN 13:
978-1-4012-5979-2

144 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Ein Comic, der auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken anregt...
  • ...und dabei praktisch komplett ohne Prügeleien von muskelbepackten Superhelden auskommt
  • Vieles, was in Prez absurd erscheint, ist die Realität gar nicht mal so viel weitergedreht
Negativ aufgefallen
  • Gelegentlich kommt die Sozialkritik etwas plump daher
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Rezension vom: 12.03.2016
Kategorie: One Shots
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