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Comic-Besprechung - Zauber 4

Geschichten:
Zauber 4
Autor: Jean Dufaux, Zeichner: Jose Luis Munuera, Colorist: Sedyas


Story:
Der Krieg ist gewonnen. Eigentlich können Blanche d`Entremonde und der ehemalige Fürst der Unterwelt Maldoror sich nun zurücklehnen. Doch die Ereignisse sind nicht ohne Auswirkungen auf den Charakter geblieben und alle müssen ihren Weg in der von ihnen neu gestalteten Welt finden. Das geht nicht ohne Verluste und neues Leid vor sich. Alte Feinde werden zu Verbündeten und alte Verbündete zu neuen Feinden.


Meinung:
Es ist schon sehr überraschend, dass Jean Dufaux und Jose Luis Munuera überhaupt nach dem dritten Teil noch eine neue Ausgabe von Zauber vorlegen. Denn eigentlich war im Vorgängerband schon alles beendet. Der Krieg ist für die Helden gewonnen, die Bösen besiegt und man kann sich zurücklehnen und den Frieden genießen. Aber Dufaux hat immer schon in seinen Serien die gängigen Klischees ausgehebelt und Archetypen auf den Kopf gestellt. Selten war es aber deutlicher als in Zauber. Der dritte Band konnte etwa schockieren, indem die Heldin einen Muttermord begeht. Doch meistens enden die Erzählungen aus einer Fantasy- und Märchenwelt damit das die Guten obsiegen und ihren Sieg feiern.

Selten aber wird geschildert wie es ihnen danach ergeht. Kann man etwa nach dem Krieg auch den Frieden gewinnen? Was geschieht mit den Unterstützern der Bösen? Lehnen die sich einfach zurück und nehmen ihre Niederlage hin? Kommen die Helden unbeschadet aus den Abenteuern? Schließlich sind deren Erlebnisse prägend gewesen. Und was geschieht mit den Zweckbündnissen?

Hier geht es eben darum wie es ansonsten weitergehen mag und was üblicherweise verschwiegen wird. Insofern wird eine reine Metaebene geschaffen was Abenteuer und Erlebnisse mit Figuren anstellen. Keiner ist hier mehr so wie vorher. Dafür waren die Ereignisse zu prägend und nicht immer ist der Wandel vorteilhaft. Gerade die Hauptpersonen machen keinen guten Eindruck. Macht korrumpiert und die Realpolitik verlangt Entscheidungen welche Verbündete und Freunde brüskieren und neue Konflikte erschafft. Versprechen werden gebrochen und der eigentlich sympathische Versuch einstige Gegner zu versöhnen und in die Zukunft einzubinden stößt auf wenig Gegenliebe.  Aber auch charakterlich ist man teilweise nicht gewappnet, um den neuen Umständen entgegen treten zu können. So ist nun ein Soldat ein Baron und sorgt für den selten vorkommenden Witz, da er sich bemüßigt so zu sprechen wie er meint, das Adelige eben sprechen müssten. Gerade die Heldin ist unfähig den Frieden zu genießen und besitzt nach den Kämpfen eine große innere Leere. Zu sehr hat sie sich an den Kampf gewöhnt, als das sie sich nun dem Tagesgeschäft widmen könnte. Das ist ihr zu profan.

Vor allem wird die Liebesgeschichte anders weitergesponnen wie man es ansonsten kennt. Meistens entsteht die Liebe während des Konfliktes, aber findet man Gemeinsamkeiten, wenn der Kampf vorüber ist? Besitzt die Beziehung eine Basis? Man wünscht sich zurück, um die Liebe ausleben zu können, aber der Charakter hat sich schon zu stark gewandelt. Und so kommt es zu einigen Überraschungen, welche manche Leser befremden dürften. Aber einfach mal das Garn weiterzuspinnen ist schon ein kleiner Geniestreich. Vor allem da der cartoonartige Stil von Munuera eine Harmlosigkeit suggeriert, welche die Handlung nicht besitzt. So erinnert etwa die böse Hexe rein optisch an diejenige aus dem Disney-Spielfilm Schneewittchen. Und prompt wird hier auch ihr Charakter umgedeutet. Alles steht Kopf und die letzte Seite macht das wunderschön deutlich. Zugreifen.


Fazit:
Ein starker Band, der erzählt, was oft im Genre ausgeblendet wird. Dadurch wird nicht nur eine Metaebene geschaffen, sondern auch ein starkes Stück Erzählkunst.

Zauber 4 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Zauber 4

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Egmont Comic Collection

Preis:
€ 15

ISBN 10:
3770437683

ISBN 13:
978-3770437689

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Metaebene
  • Kollision Zeichenstil mit Inhalt
  • Dramatik und Spannung
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 04.04.2016
Kategorie: Alben
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