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Comic-Besprechung - Last Man 3

Geschichten:
Last Man 3
Autor: Balak, Bastien Vivès, Michael Sanlaville, Zeichner: Bastien Vivès,  Michael Sanlaville

Story:
Marianne reist mit ihrem Sohn Adrian dem Dieb des königlichen Pokals, Richard Aldana, hinterher. Dabei verlassen sie die Grenzen des bekannten Reiches und gelangen in einen Teil der Welt, welcher ihnen komplett fremd ist. Schon kurz nach der Grenze machen sie eine unliebsame Bekanntschaft mit der örtlichen Polizei welche ein verdrehtes Rechtssystem durchsetzt. Dabei entdeckt Adrian an seiner Mutter bislang unbekannte Seiten.


Meinung:
Mancher potentielle Leser könnte angesichts des Titels Last Man etwas verwirrt sein, da es ja bereits mit Y – The Last Man eine ähnlich klingende Serie gibt. Allerdings haben die beiden nichts miteinander zu tun. Während die geniale Serie von Brian K. Vaughan schon seit einiger Zeit ausgelaufen ist, handelt es sich bei dem vorliegenden letzten Mann um ein aktuelles Projekt dreier Franzosen von denen zumindest Bastien Vivès schon mehreren bekannt sein dürfte. Und vor allem sollte, da er einer der Shootingstars der letzten Jahre ist und herausragende Graphic Novels wie In meinen Augen, Polina und Der Geschmack von Chlor veröffentlicht hatte. Alle von hoher Qualität und randvoll mit innovativen zeichnerischen Ideen.

In diesem Projekt zusammen mit Balak und Sanlaville, welche beide Erfahrungen im Trickfilm und mit Storyboards haben, wird versucht zwei Stilrichtungen miteinander zu verbinden. Ganz offensichtlich will man die Mangaleser für sich gewinnen. Schon das Äußere zielt darauf ab: zwar in westlicher Leserichtung konzipiert, ist die Serie in einem etwas größeren Format als ein Taschenbuch gehalten und grenzt sich so schon von den üblichen Albenausgaben ab. Nur die ersten Seiten sind koloriert, dann geht es in schwarz-weiß weiter wie man es auch von den Mangas her kennt.  Zudem wird die Action auf mehrere Panels gestreckt und auch inhaltlich mit der Mischung aus Action und Science-Fiction ist man voll auf Manga eingestellt. Das hat durchaus etwas Anbiederndes. Vor allem da der Stil unverkennbar von Vivès ist, der elegant und mit schönen Einfällen gerade die Zerbrechlichkeit der Frauen, die zu täuschen weiß, einfangen kann. Seine Figuren und seine Art zu zeichnen haben rein gar nichts mit einem Manga gemeinsam. Allein die stetig wechselnden Perspektiven welche auch ungewöhnliche Blickwinkel einnehmen gehen wieder in die östliche Tradition. Allerdings ist das Sujet nicht so anbiedernd wie man zunächst denken mag, sondern reiht sich eher in die seligen Zeiten der Zeitschrift Metal Hurlant ein.

Aber es gibt nicht gerade viele Bezüge auf eine Sozialkritik wie sie in den Geschichten in Metal Hurlant durchaus zu finden waren. Wenn man einmal von dem hier geschilderten Rechtssystem absieht, kommen viele skurrile Aspekte vor die einem immer auch irgendwie bekannt sind. Das absurde Rechtssystem kann man als Parodie und als Kritik auf die Gerichtsshows im Fernsehen nehmen, in denen die Rechtsprechung als Spektakel inszeniert wird. Ansonsten erinnert das hier zu lesende, wieder einmal, an Mad Max. Die Heldin reist  mit ihrem kleinen Sohn einem Dieb hinterher und kommt in eine fremde Stadt mit merkwürdigen Sitten. Ihre Ankunft löst Ereignisse aus, die nicht mehr zu kontrollieren sind und am Ende ist der Status Quo in der Stadt ein anderer. Mehr passiert von der Grundstruktur her eigentlich nicht und das ist auch in jedem zweiten Western zu sehen. Man hat beim Lesen ein permanentes Déjà-Vu. Was nicht heißen soll, das der Band etwa schlecht ist. Es kostet ihn nur einige Haltungspunkte. Aber die Rasanz der Handlung und die Figuren vermögen durchaus zu überzeugen und es gibt einige Überraschungen und verquere Ideen, so dass die Lektüre sehr angenehm ausfällt.


Fazit:
Die Mischung aus französischer Erzähltradition und Manga hat leicht etwas Anbiederndes. Zudem erinnert die Story in ihren Grundzügen an tausende vorher gelesene und gesehene Stoffe. Aber die Details und die schönen Zeichnungen von Vivès sowie die Rasanz der Handlung und die Figuren liefern eine angenehme Lektüre.

Last Man 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Last Man 3

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Reprodukt

Preis:
€ 18

ISBN 13:
978-3956400674

208 Seiten

Positiv aufgefallen
  • absurde Ideen
  • Zeichenstil
  • Rasanz der Handlung
  • sympathische Figuren
Negativ aufgefallen
  • Mischung westlichen und östlichen Stil ist anbiedernd
  • permanentes Déjà-Vu
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Rezension vom: 26.10.2015
Kategorie: Rezensionen
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