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Comic-Besprechung - Kick-Ass 3 Gesamtausgabe

Geschichten:
Kick-Ass 3 Gesamtausgabe
Autor: Mark Millar, Zeichner: John Romita Jr., Inker: Tom Palmer, Colorist: Dean White, Michael Kelleher


Story:
Nach den blutigen Ereignissen um den Superschurken Motherfucker steht Dave vor den Trümmern. Hit-Girl sitzt im Gefängnis und alle Versuche sie zu befreien, scheitern kläglich. In der Öffentlichkeit ist es verboten Masken zu tragen, was aber Dave und seine Freunde nicht davon abhält, zu versuchen Gutes zu tun. Auch wenn manche das Heldendasein nur als Spiel ansehen. Aber es droht ernst zu werden, denn es kommt ein Mafiosi nach New York, der alle Gangs der Ostküste unter seinem Kommando vereinen will. Was Dave nicht gelegen kommt, da er mittlerweile anderes im Kopf hat, als ein Held zu sein.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Mit diesem dicken Sammelband, der alle Kapitel des dritten Teils der Kick-Ass-Reihe beinhaltet, kommt die Serie nun zu einem Ende. Besonders erfreulich ist es, dass dies einen mehr als würdigen Abschluss darstellt. Es wäre sehr einfach gewesen, einfach alle angestauten Emotionen und Konflikte in einem riesigen großen Finale kulminieren zu lassen, währenddessen kein Stein auf dem anderen bleibt. Soweit das was man von einer normalen Superheldengeschichte erwartet hätte. Doch Mark Millar schreibt keine normalen Superheldengeschichten, sondern bedient sowohl das normale Heldengewerbe, wie etwa mit den Ultimativen X-Men, die er dennoch durch den Fleischwolf dreht, als auch die Dekonstruktionen des Genres. Hier seien nur etwa Nemesis und Superior erwähnt.

Doch waren letztere  Mini-Serien eher die Umkehrung bekannter Elemente. Nemesis etwa war ein Bruce Wayne der nicht zu Batman sondern zu einer Art Joker wird. Kick-Ass hingegen untersucht wie es wohl wäre, wenn man sich  in unserer Realität, also frei von mächtigen Wesen, dafür  entscheidet als Superheld zu agieren. Insofern werden die bekannten Muster geerdet und ein Realismus eingebaut der weh tut. Wenn hier jemand geschlagen wird, so hat das massive Folgen und man steht nicht im nächsten Panel wieder auf und tut so als wäre nichts geschehen. Besonders Hit-Girl, der Fanliebling der Reihe, geht kompromisslos vor und ist nichts weiter als eine Soziopathin die emotionalen und psychischen Missbrauch ausgesetzt war und nicht mehr in der Lage ist, ein normales Leben zu führen. Und der eigentliche Held, Dave, musste mehr Verluste hinnehmen als das er wirklich etwas erreicht hätte.  Hit-Girl sitzt zu Beginn dieser Storyline im Gefängnis und Dave versucht an seinem Traum ein Held zu sein festzuhalten. Doch der Onkel von Red Mist kommt zurück in die USA und möchte alle Gangs der Ostküste unter seinem Oberbefehl zusammenschließen.

Das folgende geht gewohnt brutal zu und ist mit einem zynischen Witz versehen. Dabei muss man sich etwas in Geduld üben, denn die eigentliche Action beginnt relativ spät. Wichtiger ist die Entwicklung der Figuren, denn es geht ja schließlich auf das Ende zu. So zeigt Millar hier die Reifung der Figuren auf und das sie langsam erwachsen werden. Insbesondere Dave wacht aus seinem Nerd-Traum auf. Er lernt eine Frau kennen, verliebt sich und allein das verschiebt schon seine Prioritäten. Nun könnte es sich Millar einfach machen und den Wunsch ein Superheld zu sein als Fantasie sexuell unerfahrener, folglich frustrierter, unreifer Teenager darzustellen, die hier aufgrund eigener Unzulänglichkeitsgefühle Allmachtphantasien ausleben. Was auch eine Beleidigung des Publikums wäre. Aber Millar betreibt in Kick-Ass keine Dekonstruktion der Superhelden, sondern fordert nur eine differenzierte Sichtweise ein.

Millar bedient ja durchaus manche Erzählmittel des Heldengenres. Auch wenn die Einflüsse des Punisher deutlicher sind als welche von Superman. Punisher ist eben realistischer. Aber übersetzt in eine Realität die der unseren gleicht werden diese Mechanismen als unrealistisch dargestellt. Kick-Ass bezieht sich ja eben darauf was wäre wenn man in unserer Gegenwart so handeln würde wie in den Comics. Und kommt zu dem Ergebnis das es nicht funktionieren kann. Dennoch werden die Superhelden damit nicht abgetan. Abgesehen von dem einfachen Vergnügen  sie zu lesen macht Millar deutlich das man durchaus von den Strumpfhosenträgern  etwas zu lernen vermag. Und sei es einfach nur die Tatsache das man angesichts von Widrigkeiten nicht aufgibt. Gerade Dave lernt diesen Aspekt und findet und sucht einen neuen Weg. Es macht dann durchaus ein bisschen wehmütig, da man so auch von Idealen der Jugend und Kindheit Abschied nimmt. Aber  das gehört zum Erwachsenwerden dazu und die Comics haben immer die Sichtweisen gelehrt, dass man anderen immer helfen kann.

Das ist ein unerwartetes Ende. Mit seinem Balanceakt zwischen Dekonstruktion und Würdigung der Superhelden stellt es einen wirklich krönenden Abschluss dar und ist sehr viel intelligenter als ein reines Metzelfinale. Dennoch gibt es auch hier, wie gewohnt, viele Opfer und es geht durchaus brutal zu. Am Ende steigt die Leichenanzahl rapide an, aber bis dahin ist alles sehr viel mehr dialogorientiert. Action gibt es am Ende mit Hilfe von Hit-Girl massig und doch ist sie hier dann kein Selbstzweck, sondern stellt eine Konfrontation der jeweiligen Entwicklungsstufen dar.

Sehr gut und weniger final fatal als gedacht.

Fazit:
Ein mehr als würdiger Abschluss der Reihe indem die Entwicklungen der Figuren aufgezeigt werden und dieses zu finalen Handlungen führt. Es dauert ein bisschen bis die Action anfängt, aber die Mischung aus Dekonstruktion und Würdigung des Superheldengenres überzeugt auf ganzer Linie.

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Kick-Ass 3 Gesamtausgabe

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,99

ISBN 10:
3957985676

ISBN 13:
978-3957985675

248 Seiten

Kick-Ass 3 Gesamtausgabe bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Dekonstruktion und Würdigung zugleich
  • Action und Dramatik
  • Entwicklung der Figuren
  • Meta-Ebene
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 17.09.2015
Kategorie: Hefte
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