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Comic-Besprechung - Unwritten 7: In der Unterwelt

Geschichten:
The Unwritten oder das wirkliche Leben 7: In der Unterwelt (The Unwritten 36-49)
Autor: Mike Carey, Peter Gross, Zeichner: Peter Gross, Dean Ornston, Rufus Dayglo, Colorist: Chris Chuckry


Story:
Die Fiktion ist langsam am Absterben. Das hat nicht nur Konsequenzen für die Textdimensionen, sondern auch für die Menschen an sich, die ohne diesen schöpferischen Kanal langsam wahnsinnig werden. Als ob das noch nicht schlimm genug wäre, verschwinden in Australien regelmäßig Menschen die mit der Kirche von Tommy zu tun haben und bei anderen werden die ausgedachten Erzählungen blutige Realität. Tom Taylor muss dringend Leviathan heilen. Doch dafür braucht er Lizzie, die sich allerdings in der Unterwelt befindet.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Mancher mag überrascht sein, das es von der genialen Serie The Unwritten überhaupt noch einen siebten Band gibt. Schließlich gab der sechste Teil eine deutliche Zäsur und die eigentliche Handlung war so ziemlich beendet. So konnte man den Eindruck bekommen, dass die Serie an sich zu Ende ist.

Zum Glück nicht, denn hier beginnt ein neuer Zyklus. Anders kann man das nicht nennen. Er baut direkt auf die bisherigen Geschehnisse auf, weswegen er nicht gerade einsteigerfreundlich ist. Alles wird als bekannt vorausgesetzt und man bekommt auch nebenher, oft nur in einem Panel, Figuren zu sehen die in den ganzen Bänden vorher mal aufgetaucht sind. Jedenfalls startet es mysteriös und es ist schon recht gewagt in dem Auftakt, der ein ganzes US-Heft umfasst, den Helden nicht auftreten zu lassen. Generell kommt er erst sehr viel später vor und der Fokus wird auf neu eingeführte Charaktere verschoben. Ein Grund mehr anzunehmen, dass etwas Neues erzählt wird. Doch das stimmt nicht. Leviathan ist verletzt und verblutet ganz langsam. Das könnte einen wenig betreffen, da er in einer anderen Dimension lebt.

Doch mit dem langsamen Sterben des weißen Wals fängt auch die Fiktion an zu sterben und die Phantasie der Menschen zu versiegen. Die entstehende Leere können nicht alle ertragen und die Selbstmordrate steigt, Buchhandlungen schließen und die Menschen wenden sich Tratsch, Reality-Shows und Nachrichten zu wofür sie keine Phantasie benötigen. Dabei wird alles nur noch schlimmer werden, wenn Leviathan sterben sollte. Schließlich besteht alles aus Geschichten. Auch ein Mensch definiert sich durch seine Erfahrungen, welche nichts anderes sind als Geschichten und auch Erinnerungen speichern sich als kohärente Erzählungen die anhand einer Episode grundlegend prägendes der Vergangenheit zusammenfassen. Wenn es keine Geschichten mehr gibt, so stirbt alles.
Bislang betreffen das Geschichtensterben aber die alten, die Klassiker. Sie werden langsam vergessen, was man durchaus heutzutage schon beobachten kann. Wer hat schon Stolz und Vorurteil, Don Quichote, die Shakespeare-Dramen etc. wirklich gelesen. Der Kreis der Kenner wird immer kleiner und stattdessen wird neues hoch gehypt wie etwa die Twilight-Saga welche ein verwässertes, religiös fundamentalistisches Wiederkäuen alter Symbole ist. Mike Carey macht das ganz geschickt, indem er die alten Klassiker in den Zeichnungen von Peter Gross als Anspielungen auftreten lässt und somit den Leser sie selber entdecken lässt. Statt der alten ehrwürdigen Klassiker kommen stattdessen neue Erzählungen welche die alten verdecken und sich direkt auf das Leben auswirken. Die Symbolik altehrwürdiger Monster wie etwa die der Vampire wurde durch Zombies abgelöst, der unheimliche Fremde ist nun ein sadistischer Serienkiller. Der Verdacht liegt nahe, dass Symbolik nicht mehr immer verstanden wird und die starken Anleihen an die Realität eine Krücke der Phantasie wird. Hier werden neue Geschichten, die deutlich expliziter sind als die früheren, dazu benutzt eine Krimihandlung einzuführen. Sie wirken sich direkt auf die Hirne aus und zerstören diese, weil sie anscheinend nicht die Fantasie anregen. Ein fetter Seitenhieb auf den aktuellen Literaturmarkt.

Auf letzteren wird permanent angespielt und, wie schon erwähnt, gerade in den Zeichnungen sind da viele Details zu finden. Man kann sich auf die literarische Spurensuche machen und dadurch auch den Protagonisten besser folgen. Sehr deutlich wird das indem das Fandom auf die Spitze getrieben wird, indem es sich zu einer Kirche ausweitet. Hier wird es weit übertrieben und auch ansonsten ist es wie gehabt sehr komplex. Jedes Kapitel beinhaltet so viele verschiedene Themen, dass man sie gar nicht sofort erfassen kann. Aber so hat jede erneute Lektüre wieder ihren ganz eigenen Reiz. Nicht nur aufgrund der hohen Komplexität ist das hier sehr spannend, sondern zudem mit einem schönen dezenten Witz versehen und besitzt überdies fantasievolle Zeichnungen. Unwritten ist keine Lektüre für zwischendurch, sondern man muss es mehrfach lesen, um alles erfassen zu können. Und welche Comicserie kann das schon für sich reklamieren? Allein deswegen ist sie schon ein Klassiker. Den aber wohl vor allem diejenigen zu schätzen wissen, die sich in der Literatur und deren Geschichte auskennen.


Fazit:
Komplex, spannend, gut. Die Serie wird nahtlos weitergeführt und auch diesmal gibt es vielfältige Themen und Anspielungen und manche dramaturgische Überraschungen. Ein moderner Klassiker.

Unwritten 7: In der Unterwelt - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Unwritten 7: In der Unterwelt

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 29,99

ISBN 10:
395798257X

ISBN 13:
978-3957982575

304 Seiten

Positiv aufgefallen
  • literarische Anspielungen
  • satirische Verweise
  • Spannung und Dramatik
  • hohe Komplexität
  • interessante neue Charaktere
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 24.08.2015
Kategorie: Hefte
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