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Comic-Besprechung - Alfonz 2/2015

Geschichten:
Fokus

Andreas C. Knigge: Nous sommes Charlie?
Didier Pasamonik: Lettre de France
Elfen: Konzeptserien und ihre Vorläufer
Das Marsupilami: Wundertier und Superheld
Das Nest. Interview mit Jean-Louis Tripp
Der Araber von morgen
Die Idee der Freiheit. Interview mit Paco Roca
Sex Criminals
Bessy
Andreas Platthaus: Sind Comics über Kunst auch Comickunst?
Schiffbrüchige der Zeit
Lindbergh

Rubriken und Kolumnen
Speed Lines. Der nordamerikanische Markt
Die obligatorische Kampfszene: Peanuts
Zeitreise: Vor 50 Jahren: 1965
Sammlermarkt
Shitlist 

Die zwölfte Ausgabe des Alfonz steht erklärtermaßen im Zeichen des Anschlags auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo. Gleich zwei Artikel beschäftigen sich zu Beginn des Heftes aus ganz unterschiedlicher Perspektive mit den Vorgängen. Der Belgier Didier Pasamonik gibt in seiner Kolumne eine Zusammenfassung der Ereignisse des 7. Januars und außerdem einen Überblick über die Geschichte des Magazins Charlie Hebdo. Andreas C. Knigge hingegen hält es in seinem Leitartikel weit weniger sachlich; er lässt seinem Zorn auf alle möglichen Leute (Fundamentalisten, Muslime, Politiker, Ebay-Verkäufer, Journalisten) freien Lauf, und es überrascht kaum, dass am Ende allein Ralf König unbeschadet aus dem polemischen Bildersturm hervorgeht (Knigge ist Königs Agent). Um Missverständnisse zu vermeiden: Knigges Wut ist verständlich, desgleichen seine Sorge dem womöglich etwas unbedarften Schützling gegenüber, ebenso seinr Zorn auf Presseleute, die mitunter alles andere als untadelig arbeiten; was demgegenüber nicht ganz so verständlich ist, ist, warum sich die Redaktion von Alfonz entschlossen hat, dieses „Stimmungsbild“, wie es im Editorial genannt wird, ohne weitere Überarbeitung und Ergänzung zu übernehmen. Vier Monate nach dem Anschlag und gefühlte tausend Berichte später hätte man sich etwas zu lesen gewünscht, was über das bereits Bekannte und zur Genüge geäußerte - und dazu zählt ja Knigges Text - hinausgeht.

Der übrige Teil des Alfonz ist ganz „business as usual“, auch wenn in dem Artikel über Riad Sattoufs Der Araber von morgen und im Interview mit dem Spanier Paco Roca erneut politisch brisante Themen angeschnitten werden. Der Artikel zum eigentlichen Titelthema der Ausgabe, den sogenannten Konzeptserien, will nicht recht überzeugen, zumal es letzten Endes vor allem darum geht, zwei seichte Splitter-Fantasy-Serien – Elfen und Orakel – durch ein paar beliebig zusammengestellte historische Hinweise ästhetisch zu adeln. Da ist die Entfernung des gedanklichen Niveaus zu den beiden sehr lesenswerten Artikeln von Andreas Platthaus über Kunst im Comic und von Ole Frahm über Ahndongshiks Lindbergh doch recht groß, obgleich man beiden Autoren vielleicht auch vorwerfen könnte, dass ihre Schreibe gelegentlich einen zu akademischen Ton annimmt. Im Grunde genommen stört das aber nicht, es trägt im Gegenteil zur inhaltlichen und stilistischen Vielfalt des Alfonz bei, die ja überhaupt den großen Reiz des Magazins ausmacht: Hier schreiben Forscher und Fans gemeinsam über das, was sie beschäftigt. Deshalb gibt es diesmal auch einige reizvolle Artikel, die eher Nostalgisches zum Gegenstand haben: die Marsupilami etwa, Bessy oder die Neuauflage der Schiffbrüchigen der Zeit.

Freilich, eine Art Wermutstropfen im ansonsten bewährten Service-Teil des Alfonz sind nach wie vor die Rezensionen, denn die sind viel zu kurz und deshalb in der Regel kaum aussagekräftig.Wenigstens ein paar umfangreichere Rezensionen wären hier wünschenswert, wofür man auf die Nonsens-Rubrik Shitlist durchaus verzichten könnte. Ansonsten - dabei bleibt es auch in dieser 12. Ausgabe - ist der Alfonz gemeinsam mit seiner älteren Schwester Reddition eine empfehlenswerte Lektüre für jeden, der über Comics auf dem Laufenden bleiben möchte und außerdem auch ein historisches und theoretisches Interesse am Medium selbst hat. 



Alfonz 2/2015 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Alfonz 2/2015

Autor der Besprechung:
Marco Schüller

Verlag:
Edition Alfons

Preis:
€ 7.95

84 Seiten

Alfonz 2/2015 bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Vielfalt der Artikel und Rubriken
  • Für Fans, Sammler und theoretisch Interessierte gleichermaßen empfehlenswert
Negativ aufgefallen
  • Die Rezensionen sind grundsätzlich zu kurz
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Rezension vom: 25.04.2015
Kategorie: Alfonz
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