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Comic-Besprechung - Spirou und Fantasio 52: Der Page der Sniper Alley

Geschichten:
Spirou und Fantasio 52: Der Page der Sniper Alley
Autor: Fabien Vehlmann, Zeichner: Yoann, Colorist: Laurence Cox


Story:
Spirou, Fantasio und Pips staunen nicht schlecht als unvermutet Don Cortizone bei ihnen auftaucht und ihnen einen Auftrag erteilt den sie nicht ablehnen können. Es gilt einen archäologischen Schatz zu bergen. Der Haken an der Sache: der Standort befindet sich in einem Kriegsgebiet.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Spätestens mit diesem Band sollten alle Zweifler verstummen, welche die legendäre Reihe schon am Ende sahen. Sicher, der Run von Morvan und Munuera war nicht der große Wurf, aber so schlecht auch wieder nicht. Oft bemängelte man da Kleinigkeiten und der Schatten und die Fußstapfen von Zeichnern und Autoren wie Franquin, Fournier, Tome und Janry waren wohl zu groß. Da hat es niemand leicht und es liegt der Verdacht nahe, dass man den Nachfolgern Unrecht tat. Zudem die glücklosen Morvan und Munuera mit Sillage eine herausragende Serie ihr Eigen nannten.

Seit einiger Zeit sitzen nun Vehlmann und Yoann am Drücker, die erst mit ihrem Abenteuer um die steinernen Riesen die erfolgreiche und faszinierende Spirou Spezial Reihe geschaffen haben. Das prädestinierte sie offenbar für das Original und nach anfänglichem Fremdeln sollte man ihnen eine Chance geben.

Die sie durchaus zu nutzen wissen, denn hier liegt ein fulminantes Abenteuer vor, was auf 48 Seiten so viele Ideen abbrennt, was andere in ganzen Serien nicht besitzen. Dabei gelingt der Mix aus klassischen Elementen und Figuren und einer Modernisierung derselben. So trägt Spirou immer noch, oder schon wieder, sein Pagenkostüm. Aber es wird inhaltlich begründet  und Spirou selber passt seine Kleidung überhaupt nicht, da sie doch lächerlich und überholt wäre. Auch andere Figuren wie der Graf von Rummelsdorf treten auf und es gibt noch ein Wiedersehen mit anderen Personen. Zudem wird der Archäologe aus Die steinernen Riesen auch in das „reguläre“ Spirou-Universum geholt und somit eine Brücke zwischen den Serien geschlagen. Was wohl zu einigen Kontinuitätsproblemen führen könnte.

Da übrigens die Rechte an manchen Figuren von Franquin mittlerweile an den Verleger Dupuis zurückgefallen sind, kann es hier einen Gastauftritt von Gaston geben und eines Überraschungsgastes ganz am Ende. So viel sei verraten: ein gewisses Schwarz-gelbes Tier wird bald wieder an den Abenteuern von Spirou teilhaben können. Auch Gaston soll wiederholt auftreten.

Aber auch hier können die drei Helden ihr Abenteuer bestehen und direkt am Anfang gibt es schon Anleihen an Indiana Jones die später noch deutlicher werden, aber auch eine wundervolle Hommage oder Persiflage an die Actionchoreografie von Filmen. Da tanzen die Figuren im Kugelhagel mit deutlichen Balletposen, um den Schüssen auszuweichen und es fehlen eigentlich nur noch die Tutus. Pips kommentiert das passend: „Das ist ja wie bei John Woo“. Der ja einer der herausragenden Actionregisseure der 1980er und frühen 1990er war (und seitdem seiner Form hinterherhinkt). Aber es gibt trotz aller Anleihen und Zitate immer wieder Überraschungen.

Fournier war mit seinen Geschichten schon recht sozialkritisch und die neuen Autoren überraschen mit einer starken politischen Ausrichtung. So gibt es allein schon mit dem Titel des Bandes eine deutliche Bezugnahme auf den Bosnienkrieg, aber auch eine deutliche Anleihe an die Konflikte und Kriege in Irak und Syrien. Vor allem dahingehend wie die Politik und Militärs vorgehen. Etwa die Tatsache, dass hauptsächlich Söldner die Arbeit übernehmen, da man gefallene Soldaten nicht der Öffentlichkeit verkaufen kann. Da wird dezent ernstes mit humoristischem vermischt. So rastet ein Soldat aus, als der Korken einer Sektflasche geöffnet wird, was zum Lachen reizt, aber das Posttraumatische Stresssyndrom beinhaltet. Man spürt die Wut der Autoren, aber doch ist das ganze Abenteuer sehr komisch und lustig ausgefallen, wobei dann die satirischen Elemente besonders bissig geraten sind, aber auch nie dermaßen überhand nehmen als das die Unterhaltung vergessen würde. Aber der Tonfall sorgt dafür, dass nichts verniedlicht oder geschönt wird. Zudem gibt es noch wunderbare graphische Ideen, so dass man jedes Panel durchaus länger betrachten könnte, um alles zu entdecken. Allein schon die graphische Vorbereitung des Auftritts von Vito ganz am Anfang ist hervorragend und man muss schon etwas genauer hinsehen.

Im Grunde vereint dieses Abenteuer alles, was die Serie so besonders macht: die anarchischen Witze und skurrile Figuren eines Franquin, der kritische und satirische Blick eines Fournier, die detaillierten und einfallsreichen Zeichnungen sowie der Slapstick von Tome und Janry sowie die moderne Herangehensweise der Reihe Spirou-Spezial an die Charaktere und die Handlung. So wie hier kann es die nächsten Jahre durchaus weitergehen.


Fazit:
Ganz hervorragend. Hier werden mehr Ideen, inhaltlich wie auch graphisch, abgebrannt als manche Serien in ihrer ganzen Laufzeit haben. Es strotzt nur so vor Anspielungen und Themen, wobei es überrascht, dass die Autoren durchaus politisch werden. Aber das tut der Unterhaltung keinerlei Abbruch.

Spirou und Fantasio 52: Der Page der Sniper Alley - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Spirou und Fantasio 52: Der Page der Sniper Alley

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 9,99

ISBN 10:
3551774625

ISBN 13:
978-3551774620

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Einfallsreichtum sowohl inhaltlich als auch graphisch
  • rasante Story
  • politische Bezugnahmen
  • Satire
  • gelungener Mix aus Tradition und Moderne
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 08.04.2015
Kategorie: Spirou + Fantasio
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