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Comic-Besprechung - Friends

Geschichten:
Friends
Autor, Zeichner: Jan Soeken


Story:
Zwei Freunde sind auf dem Weg zu einem Aufnahmeritual des deutschen Ku-Klux-Klan. Mitten im Wald verlaufen sie sich allerdings und werden voneinander zunehmend genervt. Als sie einem eingesperrten Hund begegnen eskaliert die Lage.


Meinung:
Angeblich beruht die kleine aber feine Graphic Novel Friends auf einer wahren Begebenheit, die auf der Homepage des deutschen Ku-Klux-Klans zu finden ist. Da stellt sich natürlich die Frage, ob man sich bei den Kapuzenträgern bewusst darüber ist, wie sehr man sich hier selber demontiert, wenn man sie selber online stellt. Als Anekdote ist es natürlich gelungen, wenn man davon erzählt das zwei potentielle Mitglieder auf dem Weg zum Treffen sich verlaufen und eine Auseinandersetzung mit einem eingesperrten Hund haben, aber Jan Soeken gelingt ein kleines Kunststück. Ohne eine offensichtliche Wertung vorzunehmen und die Protagonisten zu demontieren, erzählt er einfach die Geschichte. Ohne große Ausschmückung, gerade darauf los. Er gibt keine Hintergründe, psychologisiert nicht und gibt auch keine soziokulturelle Abrisse. Soeken erzählt einfach und indem er seine Protagonisten sagen lässt was sie sagen und schildert was sie tun, demontieren sich die Figuren stellvertretend für den ganzen Klan. Dabei steht hier nicht einmal der Rassismus im Vordergrund. Die Politik wird komplett ausgeklammert, stattdessen dient der Klan für die beiden Figuren eher dazu, Anschluss zu finden und ihr geringes Selbstbewusstsein zu kompensieren. Insofern ist es ein schadenfreudiges Vergnügen zu sehen, wie sie hier scheitern. Allerdings bleiben sie einem auch fremd und so kann keine Empathie entstehen. Jedenfalls ist nichts von einem Machotum und Übermenschgetue zu finden.

Die beiden Möchtegernklanmitglieder stolpern in der Wildnis über weit mehr als nur über Baumwurzeln, sondern vor allem über sich selbst. Hier sind vor allem die Dialoge gut geraten, wenngleich die Handlung an sich doch etwas dürftig ausgefallen ist. Stilistisch wird alles mit einem sehr einfachen, ja geradezu naiven Strich transportiert. Doch es gibt nichts vorne und nichts hinten und so ist die Graphic Novel von der Form her eindeutig eine Kurzgeschichte. Mit dem unbefriedigenden Ergebnis das dann oft auftritt da man mehr erfahren möchte.

Leider gibt es für eine Form von Parodie keine lauten Lacher, sondern eher mal ein Schmunzeln über die Unbeholfenheit der Figuren. Das hätte gerne etwas bissiger ausfallen dürfen. Aber vielleicht ist es auch eine gelungenere Kritik an dem Gedankengut von Rechten, wenn man sie einfach erzählen lässt und sie beobachtet und sie sich dadurch mehr schaden als wenn man sie frontal angeht. Aber dazu gehört ein großes Vermögen zur Reflektion und so ist es ein guter Schachzug das Gedankengut auszuklammern. Denn wenn die Figuren lächerlich sind, so kann man deren Ideologie auch nicht ernst nehmen.


Fazit:
Die Story ist sehr dünn, aber indem einfach nur geschildert wird, was die Charaktere tun und sagen, werden sie und ihr Gedankengut demontiert. Was sehr geschickt ist, aber irgendwie beim Lesen ein unbefriedigendes Gefühl hinterlässt.

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Friends

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Avant Verlag

Preis:
€ 10,00

ISBN 10:
3945034140

ISBN 13:
978-3945034149

48 Seiten

Friends bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Story
  • Demontage durch einfache Schilderung
Negativ aufgefallen
  • für Parodie nicht bissig genug
  • naiver Stil gewöhnungsbedürftig
  • keine Hintergründe und somit keine Empathie
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Rezension vom: 26.12.2014
Kategorie: One Shots
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