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Comic-Besprechung - Hotel Hades

Geschichten:
Hotel Hades
Autor, Zeichner, Colorist: Katharina Greve


Story:
Martha, Florian und Peter werden vor einer Imbissbude erschossen und treten nun zwangsläufig die Reise in das Jenseits an. Schon zu Beginn sind sie überrascht, da die Einreiseformulare eine bürokratische Hürde darstellen. Aber Martha hat ein heiß begehrtes VIP-Ticket und Peter ist froh als Koch arbeiten zu können. Dabei stellt er aber schnell fest, dass das Jenseits auch nicht gerade das ist, was man erwartet hätte.


Meinung:
Die Idee ist schon gut und mag von vorneherein zu bestechen: wie sieht es eigentlich im Jenseits aus? Das ist natürlich eine Frage, die sich die Menschen seit Anbeginn der Zeiten stellen. Und so kristallisierten sich im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche Konzepte heraus, die aber alle etwas gemeinsam haben und im gewissen Sinne den Menschen und Hinterbliebenen immer Gerechtigkeit und Trost bieten und somit den Gedanken erfüllen, das das Leben nicht sinnlos sei.  Aber es gibt wahrscheinlich nicht nur die Bestrafungen der Hölle und die Vergnügungen des Himmels, denn ein Mensch ist ja nicht einfach nur böse oder einfach nur gut. Es muss Zwischenreiche geben, die diesem Graubereich Rechnung tragen. Zwar gibt es auch im christlichen Konzept ein Refugium für diejenigen Menschen die gut sind, aber aufgrund dessen, dass sie keine Christen sind oder nicht getauft worden waren nicht in die Hölle kommen, sondern in das Fegefeuer, aber gerade alte Konzepte haben in dieser Hinsicht deutlich mehr Unterschiede gemacht. So etwa die Griechen, welche nicht nur das Elysium und den Hades hatten, sondern auch jeweilige „Unterabteilungen“.

Katharina Greve nutzt die antike griechische Jenseitsvorstellung um eine wunderschöne Satire auf die Reglementierungen und die Bürokratie des Lebens zu werfen.  Der Clou ist dabei, dass das Jenseits ziemlich langweilig ist. Man schläft nicht mehr, man fühlt nichts mehr, man schmeckt nichts mehr, das einzige was man im Grunde tun kann, ist sich zu erinnern. Wenn man nicht gerade in der Hölle bestraft wird oder sich als guter Mensch im Elysium vergnügen darf, so hat man nichts vom Leben nach dem Tode. So sind viele Verstorbene dankbar dafür, dass sie ihrem zu Lebzeiten verhassten Beruf nachgehen können, da sie so immerhin eine Beschäftigung haben, die sie ablenkt. Aber wofür lohnt es sich denn noch zu arbeiten und zu streben, wenn man keine Freizeit hat und nichts mehr fühlt? Das einzige was man tun kann ist sich zu erinnern und so stürzen sich viele Verstorbene bereitwillig in das Vergessen. Allein schon dieser Aspekt ist ein Clou der das Lesen lohnt und deutlich macht, dass man jetzt das Leben leben soll und nicht auf Jenseitsversprechungen zu hoffen hat.

Gleichzeitig ist es wunderschön zu sehen wie ein modernisierter Hades funktionieren könnte. Es wird gemanagt und es gibt unterschiedliche Funktionen und Hades hält die Götter mit Anträgen und Verwaltungsaufgaben auf Trab, wobei dann auch etwas bürokratische Korruption hinein spielt.  Manches was eher am Rande vorkommt hätte man gerne etwas ausführlicher gelesen was für die hohe Qualität der Einfälle spricht, aber als Satire auf die Reglementierungen und die Bürokratie ist das allein schon sehr schön, wobei es eine köstliche Szene in der Beschwerdeabteilung gibt, welche die kafkaeske Absurdität der ausufernden Bürokratie auf die Spitze treibt.  Im gewissen Sinne ist das eine schöne Horrorvorstellung vom Jenseits und man sollte das Jetzt genießen. Ist manches als Kritik aber durchaus ätzend ausgefallen und sehr auf die Realität gemünzt, ist anderes erstaunlicherweise ohne Biss. So trifft man zusammen mit dem Antihelden einen der größten Verbrecher der Geschichte im Hades wieder. Allerdings ist die Bestrafung Hitlers in der Hölle etwas zu zahm ausgefallen.

Graphisch ist das mit einfachen Mitteln gestaltet und manchmal etwas kantig. Da merkt man den zeichnerischen Hintergrund Greves als Cartoonistin,  wird aber durch den hervorragenden Panelaufbau mit dem vermeintlich naiven Strich versöhnt.


Fazit:
Einige wunderschöne Ideen sorgen für eine intelligente und unterhaltsame Parodie, von denen man manche gerne etwas ausführlicher ausgearbeitet gesehen hätte. Anderes will nicht gerade zünden und die eigentliche Story hält sich auch in Grenzen, aber der hervorragende Panelaufbau und Geistesblitze machen das wieder wett.

Hotel Hades - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Hotel Hades

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Egmont Graphic Novel

Preis:
€ 19,99

ISBN 10:
377045507X

ISBN 13:
978-3770455072

128 Seiten

Hotel Hades bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • wunderschöne Ideen
  • Satire auf Bürokratie
  • hervorragender Panelaufbau
Negativ aufgefallen
  • nicht alles will zünden
  • von manchen Aspekten hätte man gerne mehr gesehen
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Rezension vom: 20.10.2014
Kategorie: One Shots
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