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Comic-Besprechung - East of West 1

Geschichten:
East of West 1 (East of West 1-5)

Autor: Jonathan Hickman
Zeichner: Nick Dragotta
Colorist: Frank Martin


Story:
Die vier Reiter der Apokalypse erstehen erneut, um die Welt zu richten. Vier? Nein, nur drei sind zu finden und so machen sich die drei Reiter auf, um den vierten, ausgerechnet Tod, zu finden und zu strafen. Doch Tod selber ist auf einer Suche, denn seine menschliche Frau wurde ihm genommen.


Meinung:
Was für eine bestechende Idee, oder nein, was für zwei bestechende Ideen diesem Band zu Grunde liegen. Zum einen geht es um nichts Geringeres als die vier Reiter der Apokalypse die untereinander in Konflikt geraten, wobei man dann eine apokalyptische Szenerie erwarten kann und zum anderen wird das mit Steampunk verbunden.

Letzterer wird häufig in einem viktorianischen England angesiedelt und mit Science-Fiction-Elementen versehen. Hier ist der Steampunk aber rein amerikanisch, denn im Grunde ist das hier der Wilde Westen mit Science-Fiction-Elementen. Zudem gibt es noch alternative historische Abläufe. So konnte Mao den Bürgerkrieg in China nicht gewinnen, sondern schuf auf dem Territorium der USA einen eigenen Staat und auch andere Abläufe gingen ganz anders vonstatten.

Erst mutet also alles in diesem Start der neuen Serie East of West von Jonathan Hickman frisch und anders an. Bei genauerer Betrachtung ist es aber nicht. Steampunk einfach in die USA zu versetzen funktioniert nicht ganz reibungslos, denn das viktorianische England ist unter anderem deswegen zu faszinierend, da sich dort historische gesehen reaktionäre Traditionen und der Aufbruch in die Moderne in einem Zwiespalt befanden, wobei die Ausarbeitung der Sci-Fi-Elemente durchaus passte, da das Genre auch in der Zeit erst richtig geboren wurde. In Amerika war man zu dem Zeitpunkt noch zu sehr damit beschäftigt die Indianer auszurotten und das Land zu erschließen. Also eher die Flegeljahre als eine reife Entwicklung auszumachen war. Somit wirkt das hier bewusst bemüht und in der Durchmischung historisch verschiedener Elemente zwar interessant und spannend, aber nicht homogen.

Zudem ist im Grunde alles schon bekannt und Leser die nicht nur US-Produktionen lesen, werden sich an vieles erinnern. Die starken Science-Fiction-Elemente erinnern teilweise an Akira (vor allem ein Panel ist schon ein direktes Zitat), der Western als Genre spielt eine große Rolle und zitiert sich nur noch wieder selbst und Preacher lässt angesichts mancher Dialoge und Gewaltexzesse auch grüßen. Die alternative Zeitlinie ist keine neue Erfindung und das Faible der Amis für Nahost inklusive Martial Arts und Mystik hat schon  bei Frank Miller ihren Höhepunkt gehabt. Dann kommt noch die religiöse Mystik hinzu und verbündet sich mit den dramaturgischen Grundkonzepten aufs Nahtlose. Schließlich geht es um die apokalyptischen Reiter.

Das hat zwar alles seinen Reiz und die Kombination von dem ganzen macht mehr als neugierig. Aber andererseits hat das Konzept einen sehr großen Schwachpunkt. Denn wie soll man mit den Helden mitfiebern, wenn sie die Bösen sind und die Sympathie auf dem Tod persönlich liegt? Wie will man solche Wesen besiegen? Es sind ja keine Menschen, sondern Urkräfte  und so kann man keine Empathie aufbringen und fiebert nicht mit den Charakteren mit. Es ist auch noch kein einziger sympathischer dabei. Denn auch die rein menschlichen Figuren sind nicht gerade dazu geeignet mit ihnen zu fühlen, denn alle wollen nur ihren eigenen Vorteil herausschlagen und sind machtbesessen.

Hier zeigt sich zum Nachteil das Hickman nicht Neil Gaiman und Garth Ennis ist, die jeweils ihren eigenen Touch da hätten einbringen können. Und so fragt man sich während der ganzen Lektüre was wohl die beiden Großmeister aus dem Stoff gemacht hätten.

Es bleibt alles bedauerlicherweise recht oberflächlich und kühl und kann auch mit den sehr flächig ausgefallenen Zeichnungen wenig überzeugen, da der Wille zum ausschmückenden Detail nicht vorhanden ist und so den Leser zusätzlich auf Distanz hält.

Trotz aller interessanten Aspekte ist dann alles auch nur ganz nett. Mehr nicht.

Fazit:
Die gute Grundidee entpuppt sich schnell auch als Nachteil da man als Leser keine Sympathie gegenüber den Figuren empfinden kann und auch nicht um sie fürchtet. Und den Steampunk einfach in die USA zu versetzen wirkt hier zu bemüht um wirklich überzeugen zu können.

East of West 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

East of West 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,99

ISBN 10:
3862019632

ISBN 13:
978-3862019632

144 Seiten

East of West 1 bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Grundidee
  • Action und Blut
Negativ aufgefallen
  • keine Empathiebildung
  • Mix nicht homogen
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Rezension vom: 19.06.2014
Kategorie: Hefte
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