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Comic-Besprechung - Mister X

Geschichten:
Mister X (Mister X 1-14; A1-Heartsprings andWatchstops)

Autor: Dean Motter, Rob Eggleton, Neil Gaiman, Dave McKean, Bill Sienkiewicz
Zeichner: Los Bros Hernandez, Paul Rivoche, Klaus Schönefeld, Seth, Ty Templeton
Colorist: Los Bros Hernandez, Paul Rivoche, Klaus Schönefeld, Seth, Ty Templeton

Story:
Somnopolis ist eine utopische Stadt deren Strukturen den Bewohnern auch psychisch helfen sollten. Doch diese Intention hat sich in das Gegenteil verkehrt und die Einwohner werden zunehmend krank. Ein Mann, Mister X, kehrt nach langer Zeit in die Stadt zurück, um diese Missstände zu beheben. Doch seine Wiederkehr ruft auch Feinde und Gegner auf den Plan.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Wenn man das Cover ansieht, so kommt einem das sehr bekannt vor. Das liegt nicht nur daran, das 2006 im Infinity Verlag schon einmal einige Kapitel der Serie veröffentlicht worden waren, sondern weil diese Serie aus den 1980ern sehr stilprägend war für viele Autoren und Zeichner die heute Weltstars sind.

Der Verlag Schreiber und Leser veröffentlicht nun eine Gesamtausgabe von Mister X zu denen auch einige Kurzgeschichten, unter anderem von Neil Gaiman, gehören, Cover, Postermotive und vor allem auch ein neues Ende, welches Dean Motter 25 Jahre nach Ende der Serie neu schrieb, da damals die Luft raus war und er aus Zeitdruck und Überlastung keine Lust mehr hatte. Abgesehen davon wird in den USA zurzeit eine Fortsetzung veröffentlicht und mit dem neu arrangierten Finale wollte Motter versuchen die inhaltliche Lücke zu schließen.

Hierzulande ist Mister X nicht sonderlich präsent, aber wenn man den voluminösen Band liest, so wird einem schnell deutlich, welche Spuren er in dem Medium Comic hinterlassen hat. Besonders die heute schon als Klassiker geltende Serie Transmetropolitan von Warren Ellis hätte es so wohl nicht ohne Mister X gegeben. Nicht nur das die beiden Helden Glatzköpfe sind, sondern auch den großen Einfluss den die Stadt an sich und ihre Gebäude auf die Handlung hat findet man in beiden Serien. Was auch eine gewisse Verwandtschaft zu Schuiten herstellt. Man mag sich die Augen reiben und sich wundern, warum nichts davon neu wirkt, aber Mister X hat fast 30 Jahre gebraucht, um seinen Weg nach Deutschland zu finden.

Was unverständlich ist, denn hier hatten sich einige heutige Superstars wie die Hernandez Brothers, Dave KcKean und andere zusammengefunden. Ein Grund für die lange Abstinenz mag die etwas konfuse Handlung sein, die nicht nur die Charaktere sondern auch die Leser manchmal etwas überfordert, da man komplett keinen Überblick mehr hat. Aber auch wenn sich Dean Motter anscheinend selber ein Bein gestellt hat, was man an dem neuen Ende sehen kann, so verdeutlicht es wunderbar, das der Held Mister X, wie es der Name schon sagt, eine reine Projektionsfläche ist. Er hat keinen Kern und somit ist die Identität austauschbar und jeder Charakter, der mit ihm in Berührung kommt, hält ihn für jemand bestimmtes und interpretiert etwas in ihn hinein. Es wird ein munterer und permanenter Identitätentausch vorgenommen, der dann doch recht anstrengend ausfällt.

Aber graphisch lässt sich man sich gerne bei der Stange halten, denn die Architektur ist hier auch handlungsbestimmend. Es ist erstaunlich, das in der Architekturgeschichte lange niemand auf die Idee kam, das sich die Formen von Gebäuden, ihre Anordnung und die Innenausstattung auf die Psyche von Menschen auswirken. Motter  kennt  das und lässt die Lehren eines Corbusier hier mit einfließen. Waren bislang die Städte immer als bedrohliche Kulissen vorhanden wie in The Spirit oder Batman, so war es Motter, der mit zu den ersten gehörten, der einer Stadt ein gewisses Eigenleben gab.

Auch wenn die Story recht konfus ist, so sind die vielen Rätsel, der Witz und vor allem die Gestaltung die Grundsteine der Faszination, die sich hier schnell einstellt. Und auch wenn sich gegen Ende deutliche Ermüdungserscheinungen bemerken lassen, so ist die Serie und auch dieser Band schon längst ein Klassiker. Und nicht nur weil er wegbereitend war.


Fazit:
Mister X ist schon längst ein Klassiker, wenngleich er in Deutschland nie sonderlich präsent war. Aber die Serie beeinflusste viele zeitgenössische Comicautoren und so ist man bei der Lektüre erstaunt, wie viel davon in anderen Werken zu finden ist. Leider ist die Handlung stellenweise dermaßen konfus, das sich leichte Ermüdungserscheinungen bei der Lektüre einstellen.

Mister X - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Mister X

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Schreiber und Leser

Preis:
€ 39,80

ISBN 10:
3943808262

ISBN 13:
978-3943808261

383 Seiten

Positiv aufgefallen
  • hervorragende graphische Umsetzung
  • Architektur als handlungsbestimmender Faktor
  • Spannung und Anspielungen
  • Projektionsflächen
Negativ aufgefallen
  • Spiel mit Identitäten irgendwann ermüdend
  • konfuse Handlung
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Rezension vom: 14.01.2014
Kategorie: One Shots
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