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Comic-Besprechung - Velvet Kiss 1

Geschichten:

Velvet Kiss 1

Autor: /Zeichner: Chihiro Harumi



Story:
Der Büroangestellte Shin Nitta kann sein Glück nicht fassen. Sein Tag verläuft einfach fabelhaft. Den Lottogewinn hat er im Sack, der neue Job winkt vom Horizont und seine sonst so zurückhaltende FWB lässt ihn zur Feier des Tages sogar mal ran. So kann es doch weitergehen, oder. Doch auf den illustren Abend folgt der ernüchternde Morgen und 80 Millionen Yen Schulden, die aus Shin Nittas Sicht geradezu vom Himmel gefallen sind. Trotz Finanzkrise und Geldnot aller Orten denkt der Gläubiger aber nicht an sofortige Zahlung. Statt dessen soll Shin Nitta die junge Kanoko kennenlernen und sich ihr ganz fügen. Das reicht vom Pizza holen, bis zu gewissen Dienstleistungen in der Horizontalen. Ein, wie Shin Nitta herausfindet, Job mit gewissen Vorzügen, der sich aber nicht so angenehm gestaltet, wie er sich das dachte.

Meinung:

Velvet Kiss hält sich nicht lange mit Erklärungen auf. Kurz die Prämisse etabliert und ab die Post. Kaum überraschen dürfte es, dass der Raison d'etre den Band nicht zu tragen vermag, der überraschenderweise und bisher ohne wesentlichen Grund als Mystery-Drama bezeichnet wird. Davon wurden bisher lediglich homöopathische Dosen verteilt, dafür gab es aber einen ganzen Schlag von ziemlich eindeutigen Szenen. Natürlich sind da gewisse heikle Körperregionen von Chihiro Harumi ausgelassen worden, allerdings führte dies nicht zu so unappetitlichen Einstellungen, wie dies beispielsweise bei My Dollhouse der Fall war.

Chihiro Harumis Zeichnungen sind durchweg sehr appetitlich, wobei seine Kunst hauptsächlich den weiblichen Protagonisten zugute kommt. Die Herren dürfen ihre Klamotten größtenteils anbehalten, aber große Gleichberechtigung hat man von so einem Titel ohnehin nicht erwartet. Wie ebenfalls zu erwarten, aber eindeutig unnötigerweise, tendiert Velvet Kiss zu einer Betonung des Patriarchalischen. Während Kanoko ohne weiteres die Zügel in der Hand hat und mit Shin Nitta machen kann, was sie will (ihm aber nicht abnimmt, das er es nicht leiden kann zum Sex "gezwungen" zu werden) sind fast alle anderen Frauengestalten artige Weibchen, die ihr Höschen schon runterbekommen, wenn die Herren der Schöpfung danach verlangen.

Hier ragen besonders Kanokos Freunde hervor, die eigentlich nur ihren Auftritt haben, wenn wieder eine ihrer seltsamen Sex-Partys ansteht. Momentan sieht es auch nicht sió aus, als würde Velvet Kiss diese tendenziöse Erzählweise aufgeben, denn wie eingangs erwähnt, viel zu erzählen hat zumindest der erste Band nicht.

Dazu ist Shin Nittas Motivation auch allzu dämlich. Mit vollem Kopf hat er eine Art Bürgschaft oder ähnliches unterschrieben und nun Schulden von 80 Millionen Yen. Nach der Angabe im Währungsrechner ein Betrag von etwa 567.339,64 €, also schon eine ansehnliche Latte. Statt aber jetzt sofort einen Anwalt zu rufen oder sich die weiteren Bedingungen des Geschäftes anzuhören - als Gegenleistung für seine Dienste wird ihm nämlich gerade NICHT versprochen die Schulden zu tilgen - begibt er sich quasi in eine moderne Sklavenhaltung. Mit der er sehr hadert, bei der er aber immer noch genug Standkraft beweist, um die etwas oberflächliche Kanoko zu befriedigen.

Und so spritzen, sprühen, fließen und quillen die Körpersäfte nur so, dass man schon glauben möchte die Protagonisten müssten nach vollzogenem Akt an Dehydration sterben. Damit folgt Velvet Kiss gekonnt den Regeln des Genres und bleibt damit letztlich auf die Schauwerte beschränkt. Ob sich das in den kommenden Bänden, von denen der zweite ebenfalls bereits im Handel ist, ändert, mag, aus der Erfahrung heraus, bezweifelt werden. Zu wenig wird aufgebaut, der sandige Erzählgrund nicht weiter mit einem Fundament versehen. Das Mysteriöse bleibt Behauptung und bloße Andeutung, die Geschichte läuft natürlich darauf hinaus, dass Kanoko und Shin Nitta sich irgendwie näher kommen. Unterwerfung und Sex als die großen Beziehungsstifter? Ja, so schön kann die Ecchi-Welt sein.

Unterm Strich bekommt man also genau das, was man von einer solchen Geschichte erwartet, wofür man Velvet Kiss nicht böse sein kann. Die Zeichnungen geben sich die meiste Mühe bei den Körpern und zeigen diese in attraktiven Posen und vor allem beim Kopulieren. Was will man mehr? Vielleicht etwas Humor, aber der ist vielleicht auch nur zwischen den Zeilen versteckt und für das europäische Lesepublikum nicht unbedingt sofort ersichtlich. Aber bei Lesegewohnheiten lässt sich nicht streiten.



Fazit:
Velvet Kiss 1 bietet wenig Neues, überzeugt aber durch ansehnliche Zeichnungen und eindeutige Szenen, die natürlich das Wesentliche aussparen. Ansonsten wäre die Leseempfehlung auch ab 18 und nicht ab 16 Jahren. Allerdings gibt es sicher einige andere Serien auf dem Markt, die das mit etwas mehr Humor angehen. Wen das nicht stört und wem die Darstellung der Bettszenen reicht, kann Velvet Kiss unbedenklich zum schnellen Durchblättern nehmen.

Velvet Kiss 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Velvet Kiss 1

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Planet Manga

Preis:
€ 7,95

ISBN 13:
978-3-86201-763-8

180 Seiten

Positiv aufgefallen
  • gute Schauwerte
Negativ aufgefallen
  • kaum Humor
  • es wird wieder nach den Pfeifen der Herren getanzt
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Rezension vom: 28.12.2013
Kategorie: Mangas
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