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Comic-Besprechung - Fables 18: Stadt der Werwölfe

Geschichten:
US-Fables: Werewolves of the Heartland
Autor: Bill Willingham
Zeichner: Craig Hamilton und Jim Fern
Farben: Lee Loughridge

Schon beim ersten Durchblättern fällt aus, dass hier irgendetwas anders ist. Panini druckt erstmals innerhalb der Fables-Hauptserie einen One-Shot ab, welcher sich nur um eine Figur dreht. Dazu auserwählt wurde Bigby Wolf, der nach dem Verlust der Fables-Farm auf der Suche nach einer neuen Unterkunft durchs Land streift. Dabei trifft er auf eine Stadt im Nirgendwo, welche voller Werwölfe ist. Zufällig kennt er den Stadthalter, hielt ihn aber eigentlich für tot.

Der Autor hat hier eine etwas andere Fables-Story verfasst, die vollkommen losgelöst vom eigentlichen Handlungsbogen ist. Zudem strotzt dieser Comic nur so vor Blut und Gewalt, denn wo sich Werwölfe und der Große Böse Wolf treffen, gibt es folglich nur Wut, Krieg und Zerstörung. Wirklich unterhaltsam ist das nicht, da Willingham die Geschichte auf Erlebnisse der Wölfe im zweiten Weltkrieg basieren lässt. Plötzlich war Bigby Wolf damals ein Nazi-Gegner in Deutschland, der hinter den feindlichen Linien kämpfte und sogar Frankenstein aufschlitzte. Inwieweit das noch etwas mit Märchenfiguren zu tun hat ist wirklich fraglich. Zumal die heroischen Taten in Nazideutschland von amerikanischen Helden doch langsam aber sicher ziemlich abgedroschen wirken. Kaum zu glauben, dass der Autor dieses einfallslose Spiel mitmacht.
Na gut, hat man sich mit diesem holprigen Hintergrund abgefunden, bekommt der Leser eine sehr actionreiche Handlung geboten, die in einer langgestreckten Hetzjagd und diversen Kämpfen zwischen den Wölfen mündet. An sich existieren keine Umkehrschlüsse zur eigentlichen Fables-Handlung.
Natürlich kann so etwas hin und wieder die Hauptstory auflockern und neuem Anschub geben, diese Gewaltorgie kann dazu aber leider nichts beisteuern. "Stadt der Werwölfe" mangelt es an Einfallsreichtum, überraschenden Momenten und dem gewohnten Fables-Charme, der gerade durch die vielen eigenwilligen Figuren am Leben erhalten wird. Anscheinend hat Willingham dieses Malheur auch erkannt, denn auf der letzten Seite erklärt sich der Autor für dieses Kapitel. Dabei wird die Motivation hinter der Story bewusst. Für den deutschen Leser bleibt die Frage, warum Panini diesen One-Shot in die laufende Fables-Handlung presst. Gut, er ist unterhaltsam und actionreich, aber er passt einfach nicht auf die komplexe und breitgefächerte Fables-Spielwiese.

Hinzu kommt noch der Umstand, dass die Zeichner Craig Hamilton und Jim Fern recht seelenlose Grafiken abgeliefert haben, bei denen die Hintergründe oftmals nur rudimentär ausgebildet sind und wo die Figuren ziemlich statisch wirken. Im vollkommenen Gegensatz dazu, werden die Kampfszenen mit enormer Detailfülle dargestellt. Gerade die Kämpfe auf der Nazi-Burg gegen Frankenstein und Konsorten sind bis in den kleinsten Bluttropfen ausgearbeitet, so dass dies schon beinah wie ein Horror-Comic anmutet. Dieser starke Kontrast sorgt dafür, dass keine richtige Stimmung aufkommen will. Starke teils ganzseitige Actionszenen, werden beim Umblättern durch einfache, recht langweilige Grafiken fortgesetzt. Schade.

Die Enttäuschung nach Band 18 ist folglich recht groß. Der One-Shot versprüht keinerlei magischen Charme, nichts erinnert an die komplexe und überraschende Erzählweise der Hauptserie. Stattdessen gibt es ein stumpfes Gekloppe mit fragwürdiger historischer Basis. Die Zeichnungen tun ihr Übriges, um die negative Gesamteinschätzung zu untermauern.
Fans der Serie dürften enttäuscht sein und hoffen, dass es einmalig bei so einem Krawallo-Ausflug bleibt. Dann könnte man dies auch als netter Versuch mit missglücktem Ausgang ansehen. Die nächste Ausgabe bitte!

Fables 18: Stadt der Werwölfe - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Fables 18: Stadt der Werwölfe

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

148 Seiten

Fables 18: Stadt der Werwölfe bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • sehr detaillierte Zeichnungen zu Beginn der Handlung
Negativ aufgefallen
  • im restlichen Teil langweilige Grafiken ohne Hintergründe
  • fragwürdige Story, die mehr auf Action, als auf Inhalt setzt
  • Bigby Wolf als Nazijäger: Wie einfallsreich...
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
5
(1 Stimme)
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Rezension vom: 16.11.2013
Kategorie: Fables
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