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Comic-Besprechung - Der Kartograph

Geschichten:
Der Kartograph

Autor / Zeichner: Jiro Taniguchi


Story:
Ino Tadataka ist in Rente, was es ihm ermöglicht, alles in Ruhe angehen zu lassen. Auch wenn er in amtlichem Auftrag Vermessungen innerhalb Edos vornimmt, so geht er doch immer Abwege, um alles um sich herum zu betrachten. So vermisst er weit mehr als nur physische Entfernungen.


Meinung:
Jiro Taniguchi ist der Poet der kleinen Dinge und des Alltags was sich wohltuend vom Stil der üblichen Mangas mit dem ständigen Zielen auf Effekte abhebt.  Und obwohl alles sehr gemächlich, langsam und ruhig in Taniguchis Arbeiten daherkommt, können seine Werke doch eine hohe emotionale Kraft aufbauen. Was vor allem auch daran liegt, dass trotz des unterschiedlichen Kulturkreises Japan, der Leser in seinem Alltag abgeholt und dazu gebracht wird, seine Umwelt mal anders anzusehen. Angesichts der bewegenden und teils recht unaufgeregten Meisterbände, wird so jeder neue Teil sehnsüchtig erwartet.

Auch die neue Veröffentlichung Der Kartograph ist ganz so wie ihn Fans von Taniguchi erwarten: ruhig, poetisch, mit viel Blick für die Details des Alltags. Allerdings muss man schon bemerken, dass hier nur wieder eine Variation eines schon oft aufgegriffenen Themas vorliegt. So sind die Ähnlichkeiten zu Der spazierende Mann sehr offensichtlich. Nur das hier der Held eben Vermessungen vornimmt und seine Gänge zielgerichtet sind. Was ihn nicht davon abhält immer wieder innezuhalten und die Freuden des Alltags und Lebens zu genie0pen. Voller Neugier wählt er die Seitenstraßen und lässt sich manchmal einfach treiben und erfährt so sehr viel mehr vom Leben als diejenigen, welche nur ihren Zielen nachlaufen und blind für das sind was um sie herum vorgeht und so das eigentliche Leben verpassen. Was gerade im hektischen Japan mit der rigiden Sozialstruktur und dem hohen Arbeitsethos eine kleine Revolution darstellt. Aber insofern erzählt Taniguchi nichts Neues.

Da hilft es auch nur relativ wenig, dass er sein Lieblingsthema in ein historisches Gewand kleidet. Auch wenn der Inhalt in einer Zeit spielt, in der ein großer Umbruch in Japan stattfand, so spielt es für die Geschichte an sich keine Rolle. Oder ist hier mit dem historischen Umbruch gleichzeitig der Abschied von der Langsamkeit, der ruhigen Tradition gemeint? Es gibt jedenfalls keine Konfrontation mit den Neuerungen und Umwälzungen. Hier liegt kein Drama vor, sondern eher ein friedvoller Blick auf eine längst verschollene Ära. Die damalige Zeit kommt dem Leser aber leider nicht näher und die vielen Anspielungen und Wortwitze kann ein europäischer Leser auch gar nicht verstehen (Dank sei da dem Glossar).

Trotz einiger Schwächen ist der Band durchaus interessant, vor allem auch graphisch, da oft Perspektivenwechsel vorgenommen werden, die den Leser zunächst irritieren. Denn der Held versetzt sich in Tiere hinein und sieht die Stadt, die Menschen und die Natur aus deren Sicht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist keine Fantasy, sondern pure Imaginationskraft und gibt immer auch einen Kommentar über die Natur des Menschen ab. Vor allem die Episode mit den Ameisen ist eine kleine Warnung an die übereifrig arbeitenden Menschen.

Mit der ganzen Atmosphäre ist der Band zwar typisch für den Meister, aber es ist doch eine gewisse Erstarrung festzustellen. Auch wenn Langsamkeit gepredigt wird: Stillstand sollte es nicht geben.

Fazit:
Auch wenn Taniguchis neuem Werk nichts an Qualität abzusprechen ist, so ist doch eine gewisse Erstarrung festzustellen. Immer noch zeichnerisch hervorragend, voller Poesie und emotionaler Kraft, ist der Band aber doch nur eine Variation eines von Taniguchis beliebtesten Themas.


Der Kartograph - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Der Kartograph

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 16,00

ISBN 10:
3551751021

ISBN 13:
978-3-551-75102-7

220 Seiten

Der Kartograph bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • überraschende Perspektivwechsel
  • ein Loblied auf die Umwelt
  • Preisung des Alltags
Negativ aufgefallen
  • nur eine Variation eines Themas
  • inhaltlich spielt Historie keine Rolle
  • viele unverständliche Anspielungen
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Rezension vom: 16.10.2013
Kategorie: One Shots
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